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Woher Sie ein Kaninchen bekommen können

Haben Sie sich nach reiflicher Vorüberlegung für Kaninchen entschieden (siehe Artikel erwachsenes Kaninchen), stellt sich die Frage, wo Sie die neuen Mitbewohner holen. Die meisten denken dabei an das Zoogeschäft um die Ecke oder einen Züchter. Warum dies auch oft ins Auge geht, zeigen diverse Beispiele aus dem Forum. Oft wird das Tierheim gar nicht in Betracht gezogen, das hat verschiedene Gründe, und oft spielen dabei folgende Aussagen eine Rolle:

Irgendetwas kann mit dem Tier nicht stimmen, wenn es im Tierheim gelandet ist.

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ein Tier im Tierheim abgegeben wurde. In vielen Fällen spielt Zeitmangel eine Rolle, Umzug, veränderte Lebensumstände, manchmal kann der Besitzer auch nicht mehr für sein Tier sorgen (schwere Krankheit, Altersheim), und es wird schweren Herzens ins Tierheim gebracht. Unüberlegte Spontankäufe, die nach ein paar Wochen bereut werden, bescheren dem Tierheim leider auch viele Gäste.

Die Tiere im Tierheim sind gestört, aggressiv, und man möchte lieber ein unbelastetes Jungtier.

Bitte geben Sie den Tieren im Tierheim eine Chance. Sie werden erstaunt sein, wie zutraulich dort viele Tiere sind, auch wenn einige von ihnen schlechte Erfahrungen mitgemacht haben. Mit viel Liebe und Geduld kann auch ein ängstliches Tier Zutrauen zu Ihnen fassen, Sie werden erstaunt sein, wie dankbar dort die Tiere für jede liebe Geste sein werden. Die wenigsten Tiere sind aggressiv, und teilweise kommt es zu einem ausgeprägten Revierverhalten, das man als Aggressionen missversteht (die Tiere mögen es nicht, wenn man in ihren Käfig greift, da es quasi ihr "Wohnzimmer" ist, normalerweise sind solche Tiere außerhalb des Käfigs überhaupt nicht angriffslustig).

In manchen Tierheimen gibt es Befragungen und/oder sogar einen Hausbesuch, das ist Ihnen unangenehm.

Ein Tierheim, das Befragungen macht und/oder einen Hausbesuch, ist als sehr positiv zu sehen. Schließlich geht es darum, dem Tier ein langfristiges und schönes Zuhause zu geben. In der Befragung geht es nicht nur darum zu sehen, ob Sie geeignet sind, dem Tier ein neues Zuhause zu geben, sondern auch, ob das Tier zu den Lebensumständen und zu Ihnen passt. Denn nicht nur das Kaninchen, sondern auch Sie sollen mit dem Tier glücklich werden. Bei einem Hausbesuch geht es auch gewiss nicht darum zu sehen, ob sie überall Staub gewischt haben, sondern es wird z. B. auch auf Gefahrenquellen aufmerksam gemacht (Kabel, Giftpflanzen etc.).

Man kann das Tier nicht gleich mitnehmen, oder es sind keine geeigneten Tiere dort.

Bitte nehmen Sie sich vor allen Dingen Zeit, wenn Sie einem neuen Tier ein Zuhause geben möchten. Wie bereits erwähnt, lassen sich viele Leute zu Spontankäufen hinreißen, um dem entgegenzutreten, kann man in manchen Tierheimen das Tier nicht gleich mitnehmen, sondern reserviert es erst (Ausnahmen bestehen oft bei Kleintieren). Sie wären erstaunt, wenn Sie wüssten, wie viele Leute nicht das Tier abholen.

Sollten Ihnen die Kaninchen, die dort sind, nicht gefallen, dann geben Sie bitte nicht so schnell auf. Besuchen Sie das Tierheim ruhig öfter, und vielleicht erfahren Sie die Liebe auf den zweiten Blick. Leider passiert es oft, dass schwarze Kaninchen leicht übersehen werden, und weiße Kaninchen mit roten Augen haben es auch oft nicht leicht, ein Zuhause zu finden. Aber vielleicht ist gerade der schwarze Widder in der Ecke ihr Traumninchen?

Wenn Sie ein gesichertes großes Außengehege haben, überlegen Sie sich, ob Sie nicht vielleicht auch größeren Rassen ein Zuhause geben wollen. Denn gerade diese haben es oft schwer, ein Zuhause zu finden. Aber auch ohne Freigehege können diese Rassen ein glückliches Leben in der Wohnung führen. Die handelsüblichen Käfige sind dann allerdings oft zu klein. Sie sollten ein Zimmer kaninchensicher machen oder statt eines Käfigs ein Auslaufgitter benutzen (z. B. mit PVC-Boden, Flickenteppiche, Klokiste, Häuschen etc.). Vielleicht brauchen Sie auch gar kein Gitter und können das Tier völlig frei in der Wohnung laufen lassen. In diesen Fällen sollte Sie aber ein Haus oder ähnlichen Unterschlupf haben, in dem sich das Tier zurückziehen kann. Die Wohnung sollte auch kaninchensicher sein (Kabel versteckt/geschützt, Giftpflanzen etc.). So mancher, der durch Zufall an eine größere Rasse geraten ist, hat an die großen Tiere sein Herz verloren.

Sprechen Sie auch mit dem Personal und hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer. Manchmal wissen Tierheime auch, wer privat vermittelt, und geben die Adressen weiter. Erkundigen Sie sich. Sollte das Tierheim glücklicherweise nur wenige Kaninchen haben, schauen sie auch mal in ein Tierheim der näheren Umgebung.

Sie suchen so schnell wie möglich einen Partner für das Tier, da der andere Partner verstorben ist, und das Tierheim ist dafür zu umständlich.

Sollte es Ihnen möglich sein, lassen Sie das verbleibende Kaninchen an dem toten Körper schnuppern. Wie sehr ein Kaninchen unter dem Verlust des Partners leidet, ist unterschiedlich und kann mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen (z. B. ob das Kaninchen in einem Rudel gelebt hat, wie innig die Beziehung war usw.). Wann Sie wieder einen Partner holen, hängt von der jeweiligen Situation ab, und das können nur Sie entscheiden. Tun Sie, was das Beste für das Tier ist. Gerade bei älteren Tieren wäre es gut, ein ebenfalls erwachsenes Tier zu holen (siehe Artikel die Vorteile eines erwachsenes Kaninchen). Die Befragungen im Tierheim sind normalerweise nicht sehr umständlich, in den meisten Fällen werden diese bei Kleintieren am gleichen Tag durchgeführt, und Sie können das Tier gleich mitnehmen. In den anderen Fällen können sie das Tier oft schon am nächsten Tag abholen.

Das Personal in Ihrem Tierheim soll sehr unfreundlich sein.

Gehen Sie trotzdem hin. Bedenken Sie, dass die Arbeit in solch einem Umfeld sehr anstrengend und auch sehr emotional ist. Vielleicht hatte der/die Pfleger/in nur einen schlechten Tag. Sollten Sie trotzdem der Meinung sein, dass Sie dort sehr unfreundlich behandelt werden, überlegen Sie sich, ob sie mit dem Vorgesetzten sprechen möchten. Sollte Ihnen das zu direkt sein, dann können Sie evtl. stattdessen einen Brief hinschreiben oder das Ganze telefonisch klären. Denn ein Personal, das die Besucher abschreckt, kann weder im Interesse der Heimtierleitung noch der Tiere sein.

Das Tierheim gibt falsche Auskünfte, oder die Haltung der Kaninchen ist nicht optimal.

Wenn Ihnen auffällt, dass die Tiere z. B. kein Heu zur Verfügung haben, die Einstreu nicht optimal ist usw., dann scheuen Sie sich nicht davor, ein freundliches Gespräch mit einem der Pfleger anzufangen. Oft passiert sowas aus Unwissenheit und nicht aus Absicht. Sie können auch anbieten, Artikel (z. B. aus dem Internet; viele Hilfsorganisation geben Mappen heraus) vorbeizubringen oder selbst eine Infomappe basteln. Diese kann kopiert werden und an die Leute, die ein Kaninchen adoptieren, weitergereicht werden. Oft werden solche Hilfsangebote dankbar angenommen. Haben Sie generell Zeit/Lust, können Sie auch anbieten, generell bei der Kaninchenpflege als ehrenamtlicher Mitarbeiter auszuhelfen.

Sie möchten unbedingt ein Jungtier, und da kommt ein Tierheim nicht in Betracht.

Auch im Tierheim werden oft Jungtiere oder ganze Kaninchenfamilien abgegeben. Desweiteren gibt es noch folgende Vorteile, wenn Sie ein Tierheim in Betracht ziehen: Evtl. können Sie Ihr Tier mitbringen und sehen, wie es auf den neuen Partner reagiert (aber Achtung: Beide Tiere sind in dieser Situation unter großem Stress, und es kann unter Umständen schwierig sein, solch ein Treffen durchzuführen). Die Tiere sind oft bereits kastriert. Die Tiere sind oft bereits geimpft. Das Personal kann Ihnen viel über den Charakter der einzelnen Tiere erzählen. Viele Tierheime stehen Ihnen auch noch nach der Vermittlung mit Rat und Tat zur Seite und helfen bei auftretenden Problemen. Abgesehen vom Tierheim können Sie sich auch an eine Tierschutzorganisation wenden. Mittlerweile gibt es Organisationen, die sich speziell mit dem Schutz von Kaninchen befassen. Die Tiere leben dort in Pflegefamilien, bis sie vermittelt werden. Durch den engen Kontakt können Sie ein sehr genaues Bild von den Pflegefamilien über die Tiere bekommen. Diese Tiere sind ebenfalls kastriert, geimpft und ärztlich untersucht. Suchen Sie einen Partner für Ihr Tier, ist es oft möglich, das eigene Tier mitzubringen. So kann der erste Kontakt in einem neutralen Umfeld stattfinden, bevor Sie sich entschließen, das Tier aufzunehmen. Viele Organisationen bieten auch an, das Tier wiederzurücknehmen, sollten Sie sich entschließen - aus persönlichen Gründen - oder Sie kommen in eine Notlage und können das Tier nicht mehr behalten. Desweiteren stehen Ihnen auch hier die Mitarbeiter nach der Vermittlung mit Beratung und Hilfe zur Seite.

Eine andere Möglichkeit wäre es, ein Tier von Privat zu übernehmen. Oftmals finden sich Anzeigen in der Zeitung, im Internet oder im Supermarkt an der Pinnwand, in denen ein neues Zuhause für ein Kaninchen gesucht wird. Sollten Sie ein Zoogeschäft sehen, in denen Tiere nicht artgerecht gehalten werden (z. B. stark verschmutzte Käfige, kranke Tiere etc.), dann erstatten Sie Anzeige. Kaufen Sie dort ein Tier, helfen Sie zwar dem einen Tier, aber auf lange Sicht gesehen ändert sich das eigentliche Problem nicht. Das gleiche gilt natürlich auch überall dort, wo Tiere erworben werden können.

Im Vermittlungsforum findet ihr viele Langohren, die dringend ein neues zuhause suchen.

Weitere Organisationen, die Kaninchen vermitteln und bei der Zusammenführung behilflich sind:
Kaninchenschutz
Kaninchenhilfe
Bunnyhilfe
Gegen Zooladenkäufe
Quarantäne - Sinn oder Unsinn bunny-in
Ware Tier Warum wir keine Zoohandlung unterstützen sollen
Was kann Kaninchenhaltung kosten? von bunny-in
Artgerechte Haltung und Fütterung
Artgerechte Kleintierhaltung ausführliche Infos vom Tierschutzverein
Faktenblatt Kaninchen von Peta