Menu

Kaninchenforum.com

Das Original... bleibt auch 2018 unter neuer Administration erhalten

Warum ein erwachsenes Kaninchen die bessere Wahl sein kann

Nach reichlicher Überlegung haben Sie sich entschlossen, Kaninchen als neue Familienmitglieder aufzunehmen. Viele denken dabei sofort an Jungtiere, und zugegeben: Die Versuchung ist groß. Kaninchenbabys sind sehr niedlich, und es ist schön, sie aufwachsen zu sehen. Aber in manchen Situationen und insbesondere für Kaninchenneulinge können bereits ältere erwachsene Tiere die bessere Wahl sein. Bitte durchdenken Sie folgende Punkte:

Junge Kaninchen sind wie kleine Welpen, sie sind sehr lebhaft und lieben es, alles anzuknabbern. Dies hat unter anderem folgende Gründe: Sie erforschen dadurch die Struktur und den Geschmack ihrer Welt (denken Sie an Menschenbabys). Das Knabbern kräftigt auch ihre Kiefermuskulatur. In freier Natur müßte diese nämlich kräftig genug sein, um im kargen Winter die Hauptnahrungsmittel Rinden und Wurzeln zu zerkleinern. Erwachsene Kaninchen knabbern zwar auch noch sehr gern, aber nicht in dem Maße, wie es die jungen Tiere tun. Bei Kaninchen ab zwei Jahren kann man oft feststellen, daß sie insgesamt ruhiger werden, das heißt jetzt nicht, daß sie träge werden und der Spieltrieb nachläßt, aber oft werden die Ruhephasen ausgedehnter.

Erst bei älteren Tieren kann man den Charakter/die Persönlichkit erkennen. Bei einem erwachsenen Tier werden Sie feststellen können, ob es eher verspielt, ruhig, schüchtern, dominant etc. ist.

Kaninchenbabys sind krankheitsanfälliger und empfindlicher. Sie müssen erst langsam an Grünfutter herangeführt werden, sonst können sie lebensbedrohlichen Durchfall bekommen. Ausnahmen bestehen, wenn die Jungtiere bereits sehr früh an Grünfutter gewöhnt wurden, in diesen Fällen enfällt eine mühevolle Umstellung. Neue Grünsorten sollten aber anfangs trotzdem nur in kleinen Mengen gegeben werden.

Kaninchenbabys wachsen sehr schnell und erreichen bereits mit drei bis dreieinhalb Monaten ihre Geschlechtsreife. Viele Kaninchen fangen dann an, mit Urin zu spritzen, zu markieren und zu versuchen, ihre Besitzer oder Partner zu berammeln. Männchen sollten dann auf jeden Fall kastriert werden, bei Weibchen wird bei häufiger Scheinträchtigkeit zur Kastration von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt, geraten. Es kann dann bis zu sechs Wochen dauern, bis man eine Veränderung im Verhalten bemerkt (Pärchen so lange getrennt halten).

Oft kommt es bei Pärchen, die sich als Babys verstanden haben, mit dem Eintritt der Geschlechtsreife zu Rangkämpfen. Nach der Kastration muß erst eine sechswöchige Trennungszeit eingehalten werden, ansonsten besteht die Gefahr, daß das Weibchen von den verbliebenen Restsamen schwanger werden kann. Erst nach diesem Trennungszeitraum sollte man eine erneute Zusammenführung durchführen, diese kann dann aber unter Umständen einige Wochen/Monate dauern. Deshalb ist es gerade für Anfänger empfehlenswert, sich ein Pärchen zu holen, bei dem das Männchen bereits kastriert ist und beide die Geschlechtsreife überschritten haben. Ausnahmen bestehen bei Frühkastrationen. Bei einer Frühkastration ist keine Trennung erforderlich. Bitte erkundigen Sie sich vorher nach einem kompetenten Tierarzt auf diesem Gebiet, da sich nicht jeder Tierarzt gut damit auskennt.

Möchten Sie ein zweites Kaninchen zu ihrem Tier dazuholen (Kaninchen sind sehr gesellige Tiere und in den meisten Fällen glücklicher zu zweit oder im Rudel), dann sollten Sie lieber ein erwachsenes Tier dazuholen. Jungtiere werden zwar oft problemlos akzeptiert, aber mit dem Eintritt der Geschlechtsreife kann es auch wieder zu heftigen Rangkämpfen kommen. Auch bei erwachsenen Tieren kann es zu Rangkämpfen kommen, aber bei einem erwachsenen Tier können Sie besser sehen, ob es vom Wesen her zu Ihrem eigenen Tier passt.

Bei Jungtieren hat man es schwerer, die Geschlechter zu erkennen. Das kann gerade bei unerfahrenen Verkäufern zu unliebsamen Überraschungen führen. Mischlinge werden oft als “Zwerge” verkauft und werden dann oft viel größer, als Sie es erwartet haben. Bei einem ausgewachsenen Tier können Sie die Größe erkennen und erleben keine Überraschungen.

Bei erwachsenen Tieren hat man es oft leichter, sie an die Toilettenkiste zu gewöhnen. Viele erwachsene Tiere sind auch bereits stubenrein. Eine Fehlstellung der Schneidezähne, die erbbedingt ist, kann man erst erkennen, wenn das Tier bereits älter ist. Allerdings ist auch ein erwachsenes Tier vor Zahnproblemen nicht geschützt. Im Alter von drei bis vier Jahren verhärtet sich das Knochengerüst und somit auch der Kiefer. Durch die Veränderung des Kiefers kann es zu Zahnproblemen kommen. Eine Fütterung, die nicht artgerecht ist, d. h. wenn das Tier zuviel Trockenfutter und wenig Heu bekommt, kann ebenfalls zu einer Zahnfehlstellung führen. Probleme mit den Backenzähnen, z. B. Zahnspitzen, können ebenfalls in jedem Alter auftreten.