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Interpretation von Körpersprache und Verhalten Drucken
23. Februar 2007 22:11

Geschrieben von: Sandra (Quelle: HRS)

Mit Auszügen aus der HRS

Kaninchen haben ihre eigene Sprache. Hier sind einige Tips, um bestimmte Verhaltensweisen von Ihrem Kaninchen zu deuten:

Schnueffeln: Es ist vielleicht verärgert oder redet nur mit Ihnen.

Fiepen: Dieser Ton ist sehr leise und kann oft nur aus nächster Nähe wahrgenommen werden. Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden (z.B. Sie haben es auf den Arm und streicheln es, dann teilt es Ihnen mit, dass es wieder heruntermöchte).

Brummen: Anhaltendes leises Brummen drückt Paarungsbereitschaft und Werbung aus.

Leises Fauchen: Unmut

Scharfes Fauchen: Vorsicht, ein Angriff könnte folgen!

Knurren: Normalerweise wütend, passen Sie auf, es könnte ein Biss folgen!

Zähneknirschen/Zähnemahlen: bedeutet Zufriedenheit, wie eine Katze, die schnurrt.
ACHTUNG, wenn sich Ihr Kaninchen anormal verhält, teilnahmslos und apathisch im Käfig sitzt, bedeutet Zähneknirschen, dass es starke Schmerzen hat!

Schriller Schrei: Das Kaninchen ist verletzt oder sogar am Sterben!!!

Sich ducken: (Das Kaninchen drückt sich flach auf den Boden, die Ohren sind angelegt  und der Kopf ist nach unten gedrückt) Das Kaninchen unterwirft sich Ihnen oder einem anderen Kaninchen.

Totstellen: Bei einem lauten Geräusch oder dem Anzeichen einer Gefahr (nach Meinung des Kaninchens) kann es dazu kommen, dass das Kaninchen heftig atmet, die Augen weit aufreisst und der Körper dabei wie erstarrt wirkt. Das Kaninchen versucht sich zu tarnen, indem es sich "totstellt".

Anstupsen mit der weichen Schnauze: Sympathiebeweis, sagt Hallo oder möchte, dass Sie sich um ihn kümmern (auch Wildkaninchen machen das untereinander so).

Lecken: Wenn ein Kaninchen Sie leckt, so erwidert es Ihr Streicheln, es ist immer ein Zeichen von Zuneigung.

Stossen mit dem Kopf (gegen Ihre Hand): Es will jetzt nicht weiter belästigt werden. Kaninchen haben Probleme, Dinge zu sehen, die direkt vor Ihrer Nase sind, deswegen kann das Stossen auch bedeuten, dass das Kaninchen sich eine bessere Sicht verschaffen will (siehe auch Bericht über Aggressionen).

Fortschieben der Hand mit dem Mäulchen: Jetzt habe ich aber genug!

Angespannte Körperhaltung und ein steil nach oben gerecktes Schwänzchen: (Der Körper wird dabei nach vorne gestreckt) Signalisiert Aufregung. Werden zusätzlich noch die Ohren angelegt, so kann Angriffslust bestehen, weit nach vorne gerichtete Ohren bedeuten Neugier.

Gespannte Sitzhaltung bei angelegten Ohren: Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden und ist in Verteidigungsbereitschaft.

Das Kaninchen liegt langgestreckt da: Ruheposition, das Kaninchen ist sehr entspannt. Fühlt es sich gestört, koennen die Füße wieder blitzschnell unter den Körper gezogen werden. Manche Kaninchen legen sich auch in eine Seitenlage oder sogar auf den Rücken. Je "relaxter" das Kaninchen daliegt, umso sicherer (und glücklicher) fühlt es sich.

Das Kaninchen wälzt sich auf dem Rücken: Zeichen äussersten Wohlbefindens

Spielen: Kaninchen moegen es, Dinge herumzuschieben und zu stossen. Sie mögen es auch, im Haus herumzurasen, auf die Couch rauf und runter zu springen und sich wie ein Kind zu benehmen, das zuviel Zucker hat. Auch Luftsprünge, Hakenschlagen und Kopfschütteln drücken Wohlbefinden aus (Achtung: Sehr häufiges Kopfschütteln kann auch auf eine Atemwegserkrankung hindeuten, siehe auch Bericht "Nase").

Naseblinzeln: Die Nase ist eine Art Stimmungsbarometer vom Kaninchen. Bewegt sich die Nase sehr schnell (ausser bei Hitze und Krankheit), so ist das Kaninchen sehr aufgeregt.

Betteln: Kaninchen sind noch schlimmer als Hunde, wenn es ums betteln geht. Bewahren Sie sich davor, dem Kaninchen zuviele Schleckereien zu geben, da übergewichtige Kaninchen nicht so gesund wie Kaninchen mit Normalgewicht sind.

Männchen machen: Das Kaninchen ist aufmerksam und neugierig. Durch das Männchen machen hat es eine bessere Sicht auf die Geschehnisse. Es sagt Ihnen dadurch auch, ob es irgendwo hinein oder rausmöchte.

Stampfen/Klopfen mit den Hinterläufen: Es fürchtet sich, ist wütend oder versucht Ihnen mitzuteilen, dass Gefahr besteht (seiner Meinung nach).

Futternapf schieben: Kaninchen haben gern ihre eigene Ordnung, d. h. sie schieben die Dinge in ihrem Käfig so lange hin und her, bis es ihnen gefällt. Kann aber auch auf Hunger hindeuten!

Scharren/buddeln in der Einstreu: Es versucht, sich eine Höhle oder Mulde zu schaffen , Kaninchenweibchen machen das auch häufig, wenn sie in Brunftstimmung sind.

Umkreisen der Füße: Ist es ein enger Kreis, das Kanichen beisst Sie vielleicht sogar dabei, so ist es ein eindeutiges sexuelles Verhalten. Es ist in Sie verliebt und wirbt um Sie. Rast es in weiten Kreisen um Ihre Füße, so sagt es Ihnen, dass es Sie mag und begrüsst Sie.

Beissen beim Füttern: Sehr hungrig, vielleicht verwechselt es das Futter mit Ihrem Finger. Kaninchen sind aber auch sehr revierbewusst und verteidigen gerne ihren Käfig. Tip: Kopf vom Kaninchen herunterdrücken, um es zu beruhigen (funktioniert aber nicht bei allen), Kaninchen erst dann füttern, wenn es draussen ist (siehe auch Bericht über Aggressionen)

Zwicken, nachdem Sie aufgehört haben, es zu streicheln: Aufforderung zum weiterstreicheln (Tip: Stossen Sie einen lauten, hohen Schrei aus, um dem Kaninchen anzuzeigen, dass es Ihnen wehgetan hat, siehe auch Bericht über Training).

Kinnreiben: Das Kinn vom Kaninchen besitzt eine Duftdrüse, deswegen reiben sie ihr Kinn an Gegenstaenden, um anzuzeigen, dass sie zu ihnen gehoeren. Es ist dasselbe als wenn eine Katze ihre Stirn an Leute oder Objekte reibt.

Spritzen: Rammler, die nicht kastriert sind, werden Kaninchenweibchen in der gleichen Weise markieren wie ihr Territorium. Weibchen spritzen genauso.

Urinieren (bei stubenreinen Kaninchen): 1. Reviermarkierungen, 2. Dominanzverhalten (besonders wenn es dort geschieht, wo Sie haeufig sitzen, siehe auch Bericht über Training, 3. Das Kaninchen ist über irgendetwas "stinkesauer".

Revierkot: Kot, der nicht in einem "Haufen", sondern verstreut und vereinzelt herumliegt, ist ein Zeichen, dass das Revier zum Kaninchen gehört. Das wird sich oft ereignen, wenn man in eine neue Umgebung zieht. Wenn ein anderes Kaninchen im gleichen Haushalt lebt, wird dies immer eine Belaestigung sein.

Scheinträchtigkeit: Normalerweise nur Kaninchenweibchen, die nicht kastriert  sind, bauen sich vielleicht ein Nest und rupfen sich zu diesem Zweck Haare von ihrer Brust und Bauch. Eventuell hören sie sogar auf zu fressen, genauso wie Kaninchen es einen Tag vor ihrer Geburt tun.

Fluchtinstinkt: Flucht wird automatisch durch jede Verfolgung, z.B. wenn Sie versuchen, es wieder zurück in seinen Käfig zu setzen, ausgelöst. Tip: Bleiben Sie lieber stehen, und versuchen Sie es mit Geduld und lockendem Rufen, das ist nervenschonender für Mensch und Tier.

Tasthaare: Kaninchen benutzen diese Haare, um Dinge zu ertasten, deshalb warten Sie bitte, bis die Tasthaare zu Ihrer Hand kommen, nicht anders herum. Man darf diese Haare nicht grob anfassen oder etwa dran ziehen!! Eine ungeschickte Berührung ist wie ein elektrischer Schlag für das Kaninchen, ein Angstbiss könnte folgen!

© 2000 Sandra Franken

Siehe dazu auch:

Das Verhalten von Kaninchen von Dr. med. vet. Lazarz

Rabbit Talk (Englisch) 

Kaninchenlaute etwas zum Hören

© 2003 Kaninchenforum.com

Letzte Aktualisierung ( 30. Dezember 2008 10:54 )
 
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