| „Problematische“ Kaninchen und wie man mit ihnen umgehen sollte |
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| 23. February 2007 22:07 | |
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Man könnte manchmal wirklich verzweifeln, wenn ein Kaninchen aggressiv oder sehr ängstlich ist. Diese Verhaltensweisen beruhen in den meisten Fällen darauf, dass das Kaninchen entweder schlechte Erfahrung im Umgang mit dem Menschen gesammelt hat, oder kaum Kontakt zum Menschen hatte. Viele dieser Tiere werden erst mit viel Geduld zutraulicher. Oftmals landen insbesondere die aggressiven Tiere im Tierheim. Geben Sie einem solchen Tier eine Chance! Sie alleine haben die Möglichkeit, dem Kaninchen das verlorene Vertrauen in seine Umwelt zurückzugeben. Es dauert vielleicht Monate, um eine Änderung im Verhalten herbeizuführen, aber es lohnt sich. Und sie werden unendlich stolz auf sich sein, wenn sie es geschafft haben. Ein aggressives/ängstliches Kaninchen braucht wesentlich mehr Freiraum und Aufmerksamkeit als ein nicht aggressives/ ängstliches Tier. Lassen Sie das Tier viel ausserhalb des Käfigs laufen, damit sich aufgestaute Energien entladen können. Beobachten Sie das Tier genau, um festzustellen, wann es aggressiv wird. Stellen Sie diese "Störfaktoren" ab, um das Aggressionspotential zu mildern. Versuchen Sie, sich auf das Tier einzustellen und nicht umgekehrt (siehe auch „Wer möchte ein bösartiges Kaninchen?“) Was kann man noch zusätzlich tun? TTouch - nicht nur etwas für aggressive Kaninchen · Einfach anzuwenden · Gute Erfolgsquote Der TTouch trägt (neben z. B. pflanzlichen Präparaten) zur Verbesserung der für beide Seiten belastenden Situation bei. Der Tellington Touch (kurz TTouch) wurde 1978 von Linda Tellington-Jones ursprünglich für Pferde entwickelt. Mittlerweile werden TTouches erfolgreich auch bei anderen Tieren (z. B. bei Kaninchen) eingesetzt. TTouches kann man grob als spezielle Massagetechnik beschreiben. Und dennoch steckt viel mehr dahinter. TTouches scheinen eine direkte Verbindung zum lymbischen System des Tieres herzustellen; es entstehen neue Nervenbahnen, und Gehirnzellen werden aktiviert. Durch die Methode werden alte Verhaltensmuster aufgebrochen, Ängste gemindert, Verspannungen gelöst (oftmals Folgen der Aggression/Ängstlichkeit) und körpereigene Kräfte mobilisiert. Zusätzlich wird die körperliche und seelische Beziehung zwischen dem Kaninchen und seinem Halter intensiviert. Der TTouch wirkt ebenfalls unterstützend bei emotionalen Belastungen. Die Methode ist eine "Allround-Methode", die nicht viel kostet, ausser Zeit und Geduld. Viele Kaninchen sprechen erstaunlich gut auf die Behandlung an. Bei den TTouches, die ich bei meiner Lilly anwende, handelt es sich um sanft kreisende Bewegungen mit dem Zeigefinger auf dem Körper, die mit unterschiedlichem Druck ausgeführt werden. Es gibt noch einige andere Griffe für verschiedene Situationen, die ich persönlich nie gebraucht habe. Man kann diese in einem der vom TTeam angeboten Kurse erlernen. Die Dauer der Behandlung kann sehr unterschiedlich sein, bis ein Erfolg sich einstellt. Bei Lilly waren erste Erfolge nach 14 Tagen sichtbar, nachdem ich mehrmals täglich eine Behandlung von 20 Min. durchgeführt hatte. Wie habe ich es nun gemacht? Lilly und ich haben uns immer wieder denselben Platz für die Behandlung ausgesucht, damit sie sich besser daran gewöhnen konnte. Die Dauer der "Sitzung" hängt davon ab, wie wohl sich das Kaninchen dabei fühlt. Meine Lilly hat sich das anfänglich nur sehr kurz gefallen lassen und ist schon nach wenigen Minuten von meinem Schoß gehüpft. Nach und nach wird jedes Kaninchen Gefallen daran finden. Mittlerweile bin ich diejenige, die aufhört, da ich irgendwann nicht mehr kann (Fingerkrampf ;-)) ). Während der Behandlung sollte man mit beruhigender Stimme mit dem Kaninchen reden, das baut zusätzlich Spannungen ab. Bei extrem ängstlichen Kaninchen kann man anfänglich eine Gänsefeder (o. ä.) nehmen, um die Zunge eines anderen Kaninchens zu imitieren. Zu Beginn der Behandlung streichelt man das Kaninchen sanft am Rücken von vorn nach hinten. Wenn das Kaninchen es sich gefallen lässt, dann auch an der Seite. Danach fängt man an, im Uhrzeigersinn 1 ¼ Kreise auf dem Körper mit unterschiedlicher Grösse und Intensität auszuführen. Es ist vielleicht hilfreich, sich eine imaginäre Uhr vorzustellen: Beginnend um 06:00 Uhr morgens und endend um 21:00 Uhr abends. Zwischen den Kreisen gleitet man mit dem Finger (ggf. Feder) ohne Unterbrechung auf dem Körper weiter. Man macht z. B. einen Kreis an den Hinterläufen, gleitet mit dem Finger weiter z. B. zu den Vorderläufen und macht dort den nächsten Kreis. Die Kreise kann man überall am ganzen Körper machen, insbesondere an den empfindlichen Ohren. Man sollte jedoch aufpassen bei weiblichen Tieren, die zur Scheinträchtigkeit neigen. Bei diesen Tieren sollte man den hinteren Teil des Körpers nicht massieren, damit sich daraus keine Scheinträchtigkeit entwickelt. (Bei Kaninchen findet der Eisprung erst durch den Deckakt statt. Massiert/streichelt man ein zur Scheinträchtigkeit neigendes Kaninchen intensiv, kann ein Eisprung stattfinden und durch die fehlende Befruchtung eine Scheinträchtigkeit ausgelöst werden.) Meiner Meinung nach muss man sich nicht exakt an diese Technik halten, ich massiere Lilly auch manchmal, gerade wie es mir in den Sinn kommt. Es geht im Grunde genommen nur darum, dass man die Verspannungen löst und dem Tier etwas Gutes tut. Meine Lilly hat sich u. a. dadurch vom Raubtierkaninchen zu einem liebevollen, intelligenten Wesen entwickelt. Zwar beeinträchtigen sie ihre Brünstigkeit und Scheinträchtigkeit immer mal wieder derart ungünstig, dass sie wieder aggressiv wird - das ist aber kein Vergleich zu früher. Wichtig ist jedoch, dass Sie dem Tier Zeit geben zu lernen, dass Sie ihm nichts böses wollen. Zeit und Geduld sowie Respekt vor dem Revier des Tieres (siehe auch Beitrag "Die Gründe für Aggressionen") sind GRUNDVORRAUSSETZUNGEN, damit sich das Verhalten ändert. Ferner kann man dies auch noch durch pflanzliche Mittel unterstützen. Es freut mich unheimlich, meine Lilly heute zu sehen. Ich entdecke heute an ihr Verhaltenszüge, die durch die Aggression komplett versteckt waren. Sie ist ein sehr intelligentes, schlaues und zugleich liebevolles Wesen. Und es ruft in mir Gefühle von Stolz und Freude hervor, diesem Wesen eine Chance gegeben zu haben. Lilly und ich werden weiterhin daran arbeiten, damit auch die letzen Funken der Aggression bald als blasse Erinnerung in ihre Lebensgeschichte eingehen. Dies ist nur eine kleine Einführung gewesen. Wer sich intensiver mit TTouches auseinandersetzen möchte, der kann sich im Internet unter tteam weitere Informationen bzgl. der in Deutschland angebotenen Kurse/Bücher besorgen. Ferner sind aus dem Englischen übersetzte Artikel bei der „House Rabbit Society“ zu finden. Aggressionen bei Kaninchen vom Kaninchenschutz Das Verhalten von Kaninchen von Dr. med. vet. Lazarz Problemverhalten bei Heimtieren © 2003 Kaninchenforum.com |
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| Letzte Aktualisierung ( 30. December 2008 10:55 ) |
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