| Mittel zur Zwangsernährung |
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| 23. February 2007 20:56 | ||||||||||||||||||||
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Kaninchen haben einen besonderen Verdauungstrakt, dessen Gesamtlänge etwa das Zehnfache der Körperlänge des Tieres beträgt. Die Geschwindigkeit, mit der die Nahrung durchkommt, ist ca. 5 cm pro Stunde. Man kann sich dadurch ausrechnen, dass die Reste der verdauten Nahrung erst nach 4 bis 6 Tagen ausgeschieden werden. Der Magen des Kaninchens ist einhöhlig mit einer sehr dünnen Magenwand, deren Muskel nur schwach ausgebildet sind. Wegen der sehr schwachen Muskulatur des Magens kann die aufgenommene Nahrung nicht durch Peristaltik (rhythmische Muskelbewegungen) weitertransportiert werden. Damit die Verdauung funktioniert, muss das Kaninchen ständig Nahrung in kleinen Mengen zu sich nehmen. Sollte es wegen einer Erkrankung zur Verweigerung der Futteraufnahme kommen, gerät dieses empfindliche System ins Ungleichgewicht. Im Darm befindet sich die lebenswichtige bakterielle Darmflora, die am Verdauungsprozess teilnimmt. Außer der nützlichen, lebensnotwendigen Bakterien befinden sich dort auch solche, die als Krankheitsauslöser gelten können, jedoch bei gut einem funktionierenden Magen-Darmtrakt spielen sie keine Rolle. Erst wenn es zur Störung des Gleichgewichtes, z. B. durch Diätfehler oder Hungerperioden, kommt, können sich die krankmachenden Bakterien vermehren, das führt zur Veränderung des Darm–Ph-Wertes, folglich Gärungsprozesse, Blähungen, Entzündungen der Darmschleimhaut, Durchfall oder Verstopfung, die so enden kann, dass sich Kotsteine im Darm bilden, die nicht mehr ausgeschieden werden können, Darmverschluss! Wenn ein Kaninchen nicht mehr frisst, ist das ein bedrohliches Zeichen.
Achtung! Bei Verdauungsstörungen ist schnelles Handeln lebenswichtig! Man muss den Tierarzt aufsuchen, denn erst nach Ausschluss von Trommelsucht, extremen Haarballen o.ä. (in diesem Fall soll dem Kaninchen nach Bedarf mit Absprache des Arztes! jegliche Art von Futter und Einstreu sofort entzogen werden) kann man mit der Zwangsfütterung beginnen. Dies ist wichtig, um die Verdauung aufrecht zu erhalten. Es sollte dabei beachtet werden, dass dem Tier alle lebensnotwendige Substanzen hinzugefügt werden. Manchmal genügt es, die aufgeweichten Pellets oder/und Möhrenbrei zu verfüttern. In schwierigeren Fällen steht mit Critical Care der Firma Oxbow ein optimales Mittel zur Verfügung. Ihr Tierarzt kann es für Sie über A. Albrecht GmbH + Co. KG Veterinär-Medizinische Erzeugnisse beziehen. Falls Ihr Tier den Geschmack nicht mag, kann etwas Möhrenbrei o.ä. aus einem Babygläschen untergemischt werden. Falls sich die Masse nicht durch eine Spritze ohne Nadel drücken lässt, kann man versuchen, die Spitze etwas abzuschneiden, damit das Loch einen etwas größeren Durchmesser bekommt. Vielleicht findet man aber auch Spritzen mit einer größeren Öffnung. Sollten sie aber trotz größerer Öffnung beim Herunterdrücken immer noch große Schwierigkeiten haben, können Sie das CC noch etwas mehr verdünnen, bei zu hoher Verdünnung besteht allerdings die Gefahr, dass nicht genügend Nährstoffe zugeführt werden. Mischen Sie erst einen kleinen Teil der Packung nach Anleitung. Die restliche Packung gut verschließen und trocken lagern. Die bereits angerührte Menge können Sie etwa 24 Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Wichtig ist es auch, dem Tier weiterhin das gewohnte Futter anzubieten. Beobachten sie genau, ob und wieviel es frisst. Manche Tiere fangen sehr bald an, ihr Lieblingsfutter wie z. B. Grünes zu fressen. Frisst das Tier, ist das ein sehr gutes Zeichen. Frisst das Tier nur sehr wenig, müssen Sie trotzdem weiterhin zwangsernähren, ggf. können Sie die Menge der Zwangsernährung reduzieren. Beobachten Sie dabei auch den Stuhlgang des Kaninchens. Reinigen Sie am besten jeden Tag gründlich den Käfig, um die genaue Stuhlmenge festzustellen. Anfangs wird das Kaninchen nur sehr kleine und wenige Böbbel machen, das sollte sich aber in kurzer Zeit bessern. Wenn Sie unsicher sind, wann sie die Zwangsernährung abstellen können, nehmen Sie Rücksprache mit dem TA. Manche Kaninchen nehmen das Mittel freiwillig aus der Spritze. Falls dies bei Ihrem Tier nicht der Fall ist, können sie versuchen, das Tier fest in ein Handtuch einzuwickeln. Eine Person hält es, die andere füttert. Man hält die Spritze seitlich ins Maul, gibt in kleinen Mengen die Nahrungsbrei ein und achtet darauf, dass das Tier sich nicht verschluckt. Zur Anregung des Schluckaktes kann man mit vorsichtigen, leichten Bewegungen den Hals von oben nach unten streicheln. Muss man die Zwangsfütterung allein durchführen, kann man es folgendermassen probieren: Bereiten Sie zuerst eine aufgezogene Spritze mit CC vor und legen sie in Greifnähe. Breiten Sie ein Handtuch auf dem Boden oder Tisch aus. Setzen Sie das Kaninchen drauf und mit schnellen Bewegungen wickeln Sie das Tier so ein, dass möglichst nur der Kopf herausschaut. Setzen Sie sich auf den Boden oder den Stuhl. Setzen Sie das eingewickelte Kaninchen auf die Hinterpfoten in Ihren Schoss. Der Rücken des Tieres lehnt an Ihrem Oberkörper, mit dem linken Arm halten und stützen Sie es gleichzeitig (sofern Sie Rechtshänder sind). Versuchen Sie nun wie oben beschrieben den Brei langsam seitlich ins Maul zu flössen. Sie müssen dabei Geduld aufbringen. Oftmals drehen die Tiere den Kopf weg, und man braucht etwas Übung. Reden Sie beruhigend auf das Tier ein, und wenn es gar nicht klappt, versuchen Sie es lieber später noch einmal. Sie müssen auch nicht die oben beschriebene Position wählen, manche haben auch einen guten Erfolg, indem sie das Tier auf dem Tisch setzen und dort mit Hilfe eines eingewickelten Handtuchs zwangsernähren. Finden Sie heraus welche Haltung Ihnen und Ihrem Tier am besten zusagt. Sie können sich das zwangsfüttern auch beim TA zeigen lassen und es dort unter der Aufsicht des TA selbst probieren, bevor Sie es daheim allein machen müssen. Für Kaninchen, die nur gepäppelt werden sollen, aber noch selbstständig fressen, kann man den Brei etwas dicker anrühren und mit Pellets, trockenen Möhrenschnipseln, Heu o.ä.. zu Kugeln formen. Die kann das Tier dann selbst fressen. Bei Kaninchen die keinerlei Nahrung mehr zu sich nehmen wollen, kann man versuchen frischen Dill zu reichen. Er ist appetitanregend und hat schon manchen hoffnungslos erscheinenden Fall überzeugen können. Auch Petersilie und Möhrenkraut, die man vor der Nase des kranken Tieres zerrupft, können helfen.
Erhältlich bei Ihrem Tierarzt oder: Per Mail über den Kaninchenschutz Frau Meier (10,00 Euro zzgl. 1,44 Euro Versand) Falls ihr Tier Critical Care nicht mag, gibt es auch noch Rodicare Fütterungsempfehlung zur Gewichtszunahme Andrea Pons und Isabella Dobias © 2003
Dosierung Critical Care (Dabei handelt es sich um Richtlinien. Wenn das Tier diese Mengen nicht zu sich nehmen möchte, bitte nicht mit Gewalt einflössen, damit es nicht zum Verschlucken kommt.)
bunnymami © 2006 |
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| Letzte Aktualisierung ( 31. July 2009 17:38 ) | ||||||||||||||||||||
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