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Erfahrungsberichte häufige/dauerhafte Scheinträchtigkeiten, Behandlung und Kastration Drucken
21. February 2007 15:07

Scheinträchtigkeit kann jede Häsin treffen. Manche sind empfänglicher dafür, andere weniger oder gar nicht. Solange eine Häsin nur selten scheinträchtig wird (ohne weitere Auffälligkeiten), braucht man sich keine großen Sorgen zu machen. Die Häsin sollte man in ihrem Tun lassen, und normalerweise wird sich das Thema bald wieder von allein erledigen. Wenn sie ein Nest gebaut hat, ist es ratsam, es nicht wegzunehmen, bis die Häsin von allein das Interesse daran verliert.

Problematisch wird es, wenn die Scheinträchtigkeit gehäuft oder gar dauerhaft auftritt. Dann sollte auf jeden Fall der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Für die betroffene Häsin (und je nach Verhalten für die anderen Kaninchen und den Menschen) ist das auf Dauer nicht nur sehr stressig, sondern es steigt auch die Gefahr, dass schwere gesundheitliche Folgen (Gebärmuttervereiterung, Gebärmutterkrebs) auftreten.

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, dem Tier zu helfen. Salbei, homöopathische Mittel, Hormone oder die Kastration können zum Einsatz kommen. Die Kastration ist sicher keine einfache Operation und sollte nicht ohne Grund durchgeführt werden. Letztlich ist diese aber der Weg einer dauerhaften Lösung und auch in Bezug auf mögl. gesundheitliche Folgen extremer Scheinträchtigjeiten die zuverlässigste Vorsorge (bzw. Therapie bei schon bestehender Erkrankung). Wichtig ist natürlich ein guter und erfahrener Tierarzt.

Hier findet ihr nun einige Erfahrungsberichte:

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Kishas Kastration (Pardona)

So Anfang 2002 wurde Kisha das erste Mal scheinträchtig und so (etwa) Ende Februar Anfang März das zweite Mal. Es dauerte aber nicht lange, und die Scheinträchtigkeit trat wieder auf und wieder und wieder. So ein wirkliches Ende gab es eigentlich nicht mehr, und wir setzten uns mit dem Tierarzt in Verbindung. Wir besprachen mit ihm die Situation und was man nun am besten tun könnte.

Zuvor hatte ich mich schon etwas erkundigt und im Internet sämtliche Infos gelesen. Ich informierte mich bei einer Tierärztin, die mit Hormonen behandelt, per Email und notierte mir homöopathische Mittel, die im Zusammenhang mit Scheinträchtigkeit empfohlen wurden.

Unser Tierarzt riet uns allerdings von Hormonen ab und empfahl die Kastration. Hormone würden nur eine bestehende Scheinträchtigkeit beenden, aber keine weiteren verhindern. Dazu hat man keine Kontrolle darüber, was im Körper weiter so vor sich geht.

Er versicherte mir, dass er schon mehrmals erfolgreich solche Operationen durchgeführt hatte. Auch kannte ich ihn schon als sehr guten Operateur und wusste, dass er mit der Inhalationsnarkose arbeitet.

So ganz wohl war mir bei dem Gedanken, Kisha kastrieren zu lassen, aber noch nicht, und wir entschlossen gemeinsam, erst noch etwas abzuwarten.

Ich las davon, dass Salbei helfen kann, und besorgt eine solche Pflanze. Kisha war erst mal gar nicht vom Salbei überzeugt, aber eingewickelt in einem Blatt Löwenzahn oder Salat ging es dann ganz gut. Leider zeigte der Salbei keine Wirkung auf ihre Scheinträchtigkeit.

Ich suchte weiter nach Informationen im Internet und auch nach Erfahrungsberichten. Was mir auffiel (und zur Aussage unseres TA passte): Kaninchen, die erst eine Zeit lang erfolgreich mit Hormonen behandelt wurden, mussten letztlich in vielen Fällen doch kastriert werden. Die Hormone schlugen nach einiger Zeit nicht mehr an. Nicht selten wurden bei der Kastration dann auch schon Veränderungen der Gebärmutter festgestellt.

So entschloss mich, schweren Herzens, doch für eine Kastration. Ich wollte nicht erst lange irgendwelche Mittelchen ausprobieren, um dann Kisha letztlich doch kastrieren lassen zu müssen. Ich dachte mir, es ist besser, sie jetzt kastrieren zu lassen, als Veränderungen der Gebärmutter zu riskieren und sie womöglich dann in einem angeschlagen Zustand operieren zu lassen. Jetzt war sie ja zumindest körperlich noch fit und würde somit sicherlich bei einem solchen Eingriff dann auch bessere Chancen haben.

So rückte der Tag der OP näher, und ich mochte gar nicht daran denken. Dann war es soweit, und zum Glück ging alles gut. Die OP war mittags, und am Nachmittag hatten wir meine Süße wieder Zuhause. Kisha sollte für ca. eine Woche extra gehalten werden, ohne Streu, sich schonen, und wir bekamen noch ein Antibiotikum (Baytril) für sie mit. So richtete ich den kleinen Krankenkäfig für sie her und legte ihn mit Handtüchern aus. Das fand mein Mädel natürlich nicht so toll, aber erst mal war sie eh noch sehr geschafft. Sie tat mir so leid, wie sie kauernd da hockte und, wenn sie sich mal bewegte, richtig staksig ganz vorsichtig Schritt für Schritt tat.

[Sicher wäre ein Schmerzmittel im Nachhinein besser gewesen (und ich würde heute auch drauf bestehen). Der TA wollte mir damals allerdings keines geben, damit sich Kisha besser schont. Neuere Erkenntnisse zeigen aber, dass dieser Punkt nicht so wichtig zu sein scheint. Einen wesentlicheren Einfluss auf die Heilung hat das Befinden des Patienten, und wer starke Schmerzen hat, fühlt sich natürlich nicht gut.]

Zuerst mochte sie auch nichts fressen, und ich machte schon sehr Sorgen. An diesem Punkt zweifelte ich, ob die OP nicht doch ein Fehler war.

Bis zum nächsten Tag änderte sich das glücklicherweise, sie knabberte zwar noch zaghaft am Heu, aber schon am Abend machte sie sich über das frische Selleriegrün her. Von da an ging es stetig bergauf, und auch ihre Wunde verheilte prima. Sie war allerdings auch sehr brav und machte sich auch ohne Kragen oder ähnliches nicht an der Naht zu schaffen.

Nach einer Woche durfte sie wieder ganz zu ihrem Mimir ziehen (die beiden hatten immer Kontakt durchs Gitter, und später besuchte Mimir sie auch unter Aufsicht) und war wieder ganz die Alte, munter und fidel.

Die Kastration war auf jeden Fall die richtige, wenn auch keine einfache, Entscheidung für Kisha, und ich würde im Nachhinein immer wieder zu entscheiden.

 

Nachtrag:
Heute bin ich mich nicht mehr ganz so sicher ob es richtig war bzw. ob ich wieder so handeln würde in dem Fall. Ich weiß rückblickend nicht ob Kisha tatsächlich über einen längeren Zeitraum Scheinträchtig war (was damals die einzige Erklärung für mich war, das es bei Kaninchen so was wie Hitze (Willigkeit) gibt, die sich ganz ähnlich äußert, davon hatte ich keine Ahnung).
Oder ob es einfach ein normales gesundes Verhalten einer jungen ungestümen potenten Häsin war. Die zudem noch den Frühling kommen spürte (die typische Jahreszeit eben). Pathologisch Auffälliges fand der TA bei der Op damals übrigens nichts vor...

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Kastration von Hüpfi (Sirene)

Nach wochenlangen ständigen Scheinträchtigkeiten und ständigem Herumgezicke und Muckelgejage stand dann irgendwann die Frage im Raum: Was nun?

Muckel war nur noch ein Schatten seiner selbst. Das einst so fröhliche Hasenkind war plötzlich schreckhaft und rannte beim kleinsten Geräusch davon. Hüpfi jagte Muckel ständig, leckte ihm aber auch immer wieder das Näschen, sobald er starr vor Angst dasaß, wenn sie ihn in der Ecke hatte.

Wir tippten auf "Hormonüberschuß", und die erste Idee war, es mit Hormonspritzen zu versuchen. Wir entschieden uns aber dagegen, weil es ja auch etwas Organisches hätte sein können. Und da würden durch die Spitzen lediglich die Symptome beseitigt - nicht aber die Ursache.

Wir wollten Hüpfi einfach nicht eines Tages zur Not-OP bringen müssen, weil sie eine völlig vereiterte oder blutgefüllte Gebärmutter hätte. Und vielleicht hatte sie die ja schon?

Der Termin in der Tierklinik wurde auf den 22. Juni gelegt. Hüpfi wurde frühmorgens mit dem Bus zur Klinik gefahren und kastriert. Ihre Gebärmutter war bereits vergrößert und mit Wasser gefüllt, so daß unsere Entscheidung ganz richtig war.

Gegen Abend holten wir Hüpfi wieder nach Hause. Sie war zwar schon wieder aus ihrer Inhalationsnarkose erwacht, konnte sich aber nicht auf den Beinen halten, so schlapp war sie.

Muckel war ja auch mit Gasnarkose kastriert worden, aber er war viel schneller wieder fit. Hüpfi dagegen kugelte aus ihrem Transportkorb auf sehr elend anzuschauende Weise in den vorbereiteten Käfig (den alten 1,2-m-Käfig hatten wir mit einem Teppichrest ausgelegt).

Sie konnte sich erst spät abends überhaupt erst wieder auf den Beinen halten. Dazu hatte sie einen Trichter um, der sie furchtbar zu stören schien. Und zu allem Überfluß mußte sie auch noch Medikamente nehmen: ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum.

Am ersten und zweiten Tag gaben wir ihr dies noch pur mit der Spritze. Da das Schmerzmittel aber schrecklich zu schmecken schien, wollten wir uns etwas anderes einfallen lassen. Wir gaben beides ins Trinkwasser - das Hüpfi nicht mehr anrührte.

Eine andere Idee mußte her. Mir fielen die Hasenvitamintropfen wieder ein, die Muckel eine Zeitlang genommen hatte, um seinen Schnupfen loszuwerden. Diese Tropfen schmecken sehr süß - wie Multi Sanostol. Ich verrührte einen dicken Tropfen davon mit etwas Wasser und zog dies zusammen mit den 0.2 ml Schmerzmittel in eine 1 ml-Spritze auf und - oh Wunder - Hüpfi schlabberte alles sehr geduldig weg. Nicht, daß wir nicht auch ein bißchen Gewalt anwenden mußten und ihr die Spritze ins Mäulchen drücken. Aber wenigstens hielt sie still. Das gleiche mit dem Antibiotikum (Baytril).

Glücklicherweise hatte Hüpfi bereits kurz nach ihrer Ankunft zu Hause schon wieder angefangen, brav zu fressen, dabei konnte sie nichtmal laufen! Köddeln wollte sie aber nicht: Am ersten Tag kamen zwei Köddel, am zweiten Tag ein paar mehr. Erst seit dem dritten Tag köddelt sie wieder in gewohnten Mengen, allerdings sind die Köddel sehr klein und nicht besonders rund.

Zu fressen bekam Hüpfi Dill, Petersilie, frisches selbstgezogenes Gras und Hafer vom Balkon und Heu. Weil sie etwas abgenommen hatte, bekam sie auch noch lecker Grünrollis, die ihr immer stückchenweise in den Trichter fielen, wenn sie nicht aufpaßte.

Da sie sich mit Trichter nicht putzen konnte, mußte ich das übernehmen: Jeden Tag holte ich sie mit der Transportkiste (anfassen läßt sie sich nicht) aus dem Käfig und putze ihr mit angefeuchtetem Finger die Öhrchen, die Augen und den Rest des Kopfes. Sie verliert zur Zeit viel Fell, das ihr dann in die Augen gerät.

Außerdem hat ihr der Trichter die Öhrchen wundgescheuert, wo sie hinten aufliegen. Wir haben dort das Innenteil eines Pflasters befestigt, das hoffentlich weich genug ist, damit es nicht mehr scheuert. Sie muß den Trichter ja noch einige Tage tragen!

Vier Tage nach der Kastration hatte Hüpfi nun ihren ersten Auslauf. Leider allein - Muckel soll sie erstmal nicht jagen (wie herum auch immer).

Am zehnten Tag nach der Kastration konnten die Fäden gezogen werden, und der Trichter wurde endlich entfernt.

Hüpfi hatte sich mittlerweile sogar ans Busfahren ein wenig gewöhnt. Zuhause hüpfte Hüpfi fröhlich zurück in den Käfig und putzte sich erstmal für zehn Tage auf einmal.

Wir ließen ihr noch einen Schontag, bevor wir die beiden Häschen am elften Tag wieder zusammenließen. Muckel hatte sich während der ganzen Zeit völlig verändert: Er hüpfte viel mehr herum, ließ sich plötzlich streicheln und wurde sehr viel zutraulicher und frecher. Er hatte sich bereits voll im Zimmer ausgebreitet und war nicht bereit, "sein" Revier an Hüpfi zurückzugeben. Es gab also einen sehr heftigen Kampf, bei dem zentnerweise Fell flog und auch Blut spritzte.

Hüpfi hatte sich gar nichts getan bei dem Kampf, Muckel aber mußte mal wieder seine Öhrchen hinhalten. Ein Riß, aus dem es fröhlich gluckerte und sprudelte und eine kleinere Wunde etwas oberhalb fanden wir vor.

Die Wunden wurden gleich desinfiziert, mit unserer Vorratspackung Rivanol.

Mein zweites Zimmer fiel ja als Jagdgrund flach, weil dort die neuen Kaninchen wohnen, deshalb mußte der Balkon herhalten.

Muckel wurde gnadenlos herumgejagt, kurz nachdem feststand, dass er mal wieder der Verlierer des Rangordnungskampfes war - und das, obwohl er locker ein Kilo mehr auf die Waage bringt und auch sonst ein ganz stattlicher und imposanter Rammler ist. Dass er auf den Fotos links so klein aussieht, liegt daran, daß er dort angestrengt versucht hat, sich "verschwinden" zu lassen. Gut erkennbar ist auch, wie starr vor Angst er dasaß: Er bewegte sich tatsächlich keinen Millimeter, um dann plötzlich loszupreschen...

Fazit der Kastration: Trotz der genannten Schwierigkeiten und des hohen Preises würden wir so eine Kastration jederzeit wieder machen lassen, wenn die Umstände es erfordern.

Es gab keine Komplikationen bei der Operation, die Narbe ist gut verheilt und es hat sich nichts entzündet.

Hüpfi hat alles gut überstanden, und wir brauchen uns nun keine Sorgen mehr zu machen, dass sie irgendwann Gebärmutterkrebs bekommt, der dann in die Lunge streut.

Es gibt zwar noch viele andere Krankheiten, die ein Kaninchen vorzeitig "zu Fall" bringen können, aber nach einigen Autoren (z. B. Marinell Harriman) beträgt die Wahrscheinlichkeit für unkastrierte Häsinnen, Krebs zu bekommen, im Alter von fünf Jahren 80 %.

Auch abgesehen vom Krebs kann eine Gebärmutter sich mit Eiter oder Blut füllen und platzen und eine Notoperation nötig machen. Die Chancen, dass die Häsin dann überlebt, sind wesentlich geringer als die Risiken einer Kastration bei bester Gesundheit.

Zwar führen sehr viele Tierärzte keine Weibchenkastrationen durch, es läßt sich aber meist eine Tierklinik finden, für die eine solche Operation Routine ist.

Und schließlich beseitigt eine Kastration auch das Problem der Scheinträchtigkeit und ständiger Biestigkeit und trägt damit auch zu einem harmonischen Zusammenleben und zum Wohlbefinden der Häsin mit dem Kastraten ihrer Wahl bei.

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Kastration von Frida (Tina)

Bei mir war Frida diejenige, die ständig scheinträchtig war. Es fing an, als sie so ca. 6 Monate alt war. Erst so alle 2 - 3 Wochen, dann immer öfter. Es hat sich immer so angemeldet, dass sie anfing, viel zu rammeln, und dann ihr Nest baute. Die Scheinträchtigkeit hat dann immer so eine Woche angehalten. Nach einer Weile wurde es aber immer öfter, bis sie dann dauerscheinträchtig war.

Ich bin dann mit ihr zum TA, besprechen, was wir tun sollen, da Frida so penetrant rammelte, dass ihr Partner Fridolin ein 2-Euro-Stück große Wunde am Rücken hatte und auch aggressiv wurde.

Beim TA sind wir dann so verblieben, dass Hormonspritzen am besten für sie wären, da eine Kastration zu gefährlich ist und homöopathische Mittel nicht so gut helfen. Also, Termin für die Hormonspritzen gemacht.

An dem Tag war dann aber nicht der TA da, sondern die TÄ. Es handelt sich da um eine Gemeinschaftspraxis.

Die TÄ riet mir dann von den Hormonspritzen ab, da man damit Zysten anspritzen kann. Die Hormonspritzen müssen auch an bestimmten Tagen im Zyklus gegeben werden, und bei Kaninchen sei das sehr schwer zu bestimmen. Also bekam Frida etwas Homöopathisches. Das hielt genau einen Tag an und hätte dann aufgefrischt werden müssen. Jeden Tag zum TA wollte ich Frida aber ersparen, also machte ich einen Termin für eine Kastration, da ich hier schon viel Gutes darüber gelesen habe und es auch immer gut ging.

Weil ich arbeiten mußte, ist Frida schon einen Tag früher zum TA, und der hat sie auch den Abend noch operiert. Als ich sie dann abholte, war sie schon putzmunter. Man merkte ihr gar nicht an, dass sie eine Operation hinter sich hatte.

Zehn Tage später ging es dann zum Fäden ziehen, und siehe da, Frida hatte ganze Arbeit geleistet. Sie hatte sich die Fäden schon selbst gezogen, bis auf einen Anstandsfaden.

Das war im Juni und Frida geht es so gut wie nie, seit sie scheinträchtig wurde. Das Fell an ihrem Bauch ist schon lange nachgewachsen, und sie ist wieder die liebe, süße Frida, die sie vor der Scheinträchtigkeit war.

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Salbei gegen die Scheinträchtigkeit (Velvet)

Ich habe seit 2,5 Jahren eine Kaninchendame, die mit ca. 6 Monaten ihre erste Scheinträchtigkeit bekam. Das bedeutete, dass sie sich die Haare ausriss, ein Nest baute und vor allem den (kastrierten) Rammler dermaßen penetrierte, dass der Haussegen ganz schön schief hing. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei, und alle waren wieder glücklich.... Keine 3 Wochen später gings wieder los - noch extremer.

Daraufhin bin ich in die tierärztliche Hochschule Hannover und habe mich nach einer Kastration erkundigt. Dort riet man mir ab, da es ja noch nicht "sooo schlimm" sei. Und eine Kastration bedeutet auch immer eine gewisse Gefahr. Es gibt Einzelfälle, bei denen Kaninchen gestorben sind. Das wollte ich nicht riskieren. Also habe ich mich im Internet schlau gemacht und bin auf den Tipp mit frischem Salbei gestossen... Wichtig ist, dass man wirklich jeden Tag 2 - 3 Blätter frischen Salbei gibt, auch das ganze Leben lang, da Kaninchen nicht ins Klimakterium (Wechseljahre) kommen und somit auch im Alter noch zu Scheinträchtigkeit neigen. Ausserdem sollte man bei solch einem Eingriff in den Hormonhaushalt bedenken, dass es zu Pyometren (Gebärmutterentzündung mit Eiterbildung) kommen kann. Also sollte man sich mit seinem Tierarzt beraten, welche "Vorsichtsuntersuchungen" er empfiehlt. Bei meinem Mädchen hats geholfen: Seitdem hat sie keine Scheinträchtigkeit mehr gehabt. Ausser einmal, als ich die Salbeigabe ausgesetzt hatte, um zu prüfen ob’s wirklich daran liegt. 4 Tage später gings richtig los...

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Sallys Kastrationstagebuch (Sandra)

25.08.2004, Mittwoch

8 Uhr war es soweit, das war der Termin, an dem ich Sally zum Tierarzt bringen sollte. Dr. Rösch hat noch mal kurz mit mir gesprochen, wie, was usw. Mit gemischten Gefühlen bin ich wieder nach Hause gefahren.

Zwischen 11 und 12 Uhr rief ich dann in der Praxis an, wie es meiner Sally geht. Die Schwester am Telefon meinte, es wäre alles gut verlaufen, sie hat sich schon gut von der Narkose erholt und ich könnte sie dann 13.15 Uhr abholen.

Als ich Sally dann noch ziemlich benommen in ihrem Transportkorb sah, war mir schon unwohl. Dr. Rösch meinte, es wäre keine leichte OP gewesen, da ihr Befund schon ungewöhnlich war. Zum einen war die Gebärmutter vergrößert und mit Flüssigkeit gefüllt, dann musste sie mal eine Bauchfellentzündung gehabt haben, wodurch eine Stelle der Gebärmutter porös geworden ist und zu guter Letzt waren ihre Eileiter mit dem Dünndarm verwachsen. Die Operation war also schon längst fällig. Offensichtlich war das auch der Grund für Sallys Gewichtsabnahme und ihr Dasein als Hormonmonster. Laut Dr. Rösch hatte sie enorm viel "Hormonpotential". Das sagt doch alles.

Zuhause angekommen, wurde sie gleich in den Quarantänekäfig verfrachtet, der für zehn Tage ihr Zuhause sein sollte. Fressen wollte sie natürlich überhaupt nicht, wer kann es ihr verübeln. Aber getrunken hat sie gleich, als ich es ihr angeboten hab. Überhaupt hat sie den ganzen Abend nur getrunken, wenn ich ihr mit dem Wassernapf zuleibe gerückt bin. Aber immerhin. Da sie schon recht ausgekühlt war, hab ich eine Wärmelampe auf den Käfig gerichtet, aber nicht auf sie. Das Ding hat die Unterschale gut erwärmt, so dass Sally dadurch gewärmt wurde.

Später am Abend hab ich dann Sam ins Wohnzimmer gelassen, in der Hoffnung, dass er Sallys Lebensgeister ein wenig weckt. Sie hat auch kurz geschaut, aber sonst kein Interesse gehabt. Auch nicht dramatisch. Sam fand es dafür toll, dass er ausgelassen im Wohnzimmer toben durfte ohne Sallys bösen Blick, und hat wahre Luftsprünge veranstaltet. In der Hoffnung, dass sie vielleicht in der Nacht ein wenig fressen würde, hab ich ihr eine kleine Möhre, ein Kohlrabiblatt, 3 - 4 getrocknete Brennnnesselblätter und ein bisschen Trockenfutter vom Tierarzt hingelegt. Da wir in der Nacht im Wohnzimmer geschlafen haben, konnten wir Sallys Aktivitäten gut mitverfolgen. Kaum, dass wir uns zum Schlafen hingelegt hatten und das Licht aus war, hörten wir auch schon, wie Sally am Kohlrabiblatt knabberte, nicht viel, aber immerhin. Und TroFu hat sie auch ein bisschen gefressen. Juhuu!

26.08.2004, Donnerstag

In der Nacht, gegen halb 5, wurde ich dann von Sallys Lebensgeistern geweckt. Madame hat versucht, sich he rauszugraben. Das ist wohl ein eindeutiges Zeichen der Besserung. Nichtsdestotrotz hat’s mich genervt, und so setzte ich mich neben den Käfig und streichelte Sally knapp eine Stunde. Trotz Kraft- und Gefühlsverlust in meinem Arm durch die doch recht umständliche Stellung hielt ich durch. Sally fing mit der Zeit auch an mit den Zähnen zu mahlen. Hach, mein Herz ging auf. Sie ist zwischenzeitlich sogar eingeschlafen. Die Wärmelampe hatte ich zusätzlich auch noch mal angemacht, da die Wärmeflasche, die ich abends reingetan hatte, wieder kalt war. Als Sally dann nach einer Stunde doch genug hatte vom Streicheln, hat sie vor meinen Augen ein Brennnesselblatt gefressen.

Heute Morgen, bei der Käfiginspektion hab ich festgestellt, dass sie ordentlich getrunken, die Brennesseln komplett aufgefressen und ein wenig vom TroFu und vom Kohlrabiblatt gefressen hat. Zum Frühstück hab ich ihr dann versuchsweise Basilikumblätter hingehalten, die sie genauso wie ein paar Grashalme komplett verschlungen hat. Das Heu rührt sie allerdings nicht an. Aber das kommt vielleicht noch. Für heute war noch mal eine Nachkontrolle angesetzt, wo sich zeigte, dass bisher alles sehr gut aussieht - Narbe, Fressverhalten und Sallys Allgemeinzustand. Trotzdem bekam sie nochmal Antibiotikum, eben wegen des Befundes. Das Antibiotikum soll sie jetzt noch drei Tage oral bekommen, Frau Dr. Möhrke meinte aber, es wäre nicht lebensnotwendig. Mit anderen Worten, entweder Sally hält still oder nicht. Wenn es zuviel Stress für sie ist, dann bekommt sie es eben nicht mehr. Trotzdem sollten wir es versuchen. Der größte Stress für sie ist mittlerweile der Transportkorb und die Untersuchung beim Tierarzt. Sie hat sich wirklich mit allen Kräften – und das waren wirklich verhältnismäßig viele trotz ihres Zustandes - gewehrt, in den Transportkorb gesteckt zu werden. Und bei der Untersuchung hat sie sich auch heftigst gewehrt. Sie hat total gezittert vor Angst. Meine arme Maus. Ich glaube, ich werde ihr vorm nächsten TA-Besuch mal die Rescue-Tropfen geben. Daran hatte ich heute leider nicht gedacht. Aber positiv zu berichten ist, dass sie, kaum zuhause angekommen, sich über ihr Heu hermachte.

27.08.2004 Freitag

Sally frisst wieder annähernd normal, sie köddelt ordentlich, überhaupt scheint es ihr ziemlich gut zu gehen. Sie hat auch ganz brav ihr Antibiotikum auf einem Leckerli genommen. Abends hat Sally zwei Möhrchen innerhalb kurzer Zeit gefressen, das ist schon beachtlich. Ich hab sie einmal für fünf Minuten hoppeln lassen, aber da meine Sorge dann doch zu groß war, dass die Wunde wieder reißt oder was auch immer, hab ich sie dann wieder eingesperrt.

28.08.2004 Samstag

Habe mir eben bei der TÄ die Bestätigung geholt, dass ich Sally ruhig mal ein bisschen hoppeln lassen kann bei der Entwicklung. Sie muss ja nicht die zehn Tage im Käfig versauern. Sally war 15 Minuten draußen. Es hat sich herausgestellt, dass sie die Couch doch tatsächlich als gigantisches Klo ansieht und nicht nur markieren will. Ich hatte einige Kissen so hingelegt, dass sie eben nicht auf die Couch kam. Als sie das bemerkte, wurde sie ganz unruhig, konnte nicht mehr an sich halten und hat vor die Couch auf das Laminat gepullert. Ist ja nicht tragisch, aber nun weiß ich, dass die Couch für immer tabu sein wird für sie. Nachdem sie sich dann doch wieder in den Käfig getraut hat, hab ich sie wieder eingesperrt. Oh, das fand sie gar nicht gut. Sie fing an zu graben wie eine Wilde und das Krepp zu zerfetzen. Tja, der Wille ist wieder vollständig hergestellt. Jetzt gilt es nur noch, sie soweit in Schach zu halten, dass die Wunde nicht aufreißt o.ä.

31.08.2004 Dienstag

Sally geht's gut. Sie hat bis Sonntag das Antibiotikum genommen und auch sehr gut vertragen. Die Verdauung ist wieder komplett hergestellt, und sie frisst mehr als vorher. Die Wunde sieht auch gut aus. Wir müssen nur noch das Fädenziehen nächsten Samstag abwarten. Da wird sie auch gleich geimpft. Also bisher alles optimal verlaufen.

04.09.2004 Samstag

Waren heute beim Fädenziehen. Sally hat wohl nicht einmal an der Wunde oder den Fäden geknabbert. Alles wunderbar verheilt, nur die resorbierbaren Fäden sind noch drin, die brauchen wohl noch ca. 2 Wochen. Ansonsten hat sie dann heute noch Myxo- und RHD-Impfung bekommen.

Fazit: Es war wohl die beste Entscheidung, Sally kastrieren zu lassen. Sie ist wieder topfit, frisst endlich ordentlich, hat seidiges Fell und ihre Aggression wird sich hoffentlich im Zuge der Hormonumstellung auch verringern.

Sallys Quarantäneausrüstung:

- Käfig, Wassernapf (Standardzeugs halt)

- Malerkrepp als Unterlage (sehr zu empfehlen, besser als Handtücher oder Küchenkrepp etc.)

- Heusack (sehr tief gehängt, damit sie sich in der ersten Zeit nicht so anstrengen muß; aus Fliegengitterstoff)

- Critical Care, Möhrchenbrei (für den Notfall)

- Wärmelampe, Wärmeflasche

- Lieblingsfutter

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Rosies traurige Geschichte (Sonja)

Einer Kastration beim weiblichen Kaninchen stehen viele Tierärzte sehr ablehnend gegenüber. Leider zeigen immer wieder sehr schreckliche Beispiele, dass sie dennoch erforderlich sein können. So auch bei meiner Rosie. Rosie hat nur zweieinhalb Jahre bei uns leben dürfen. Sie war ca. 1 - 2 Jahre alt, als wir sie bekamen. Nachdem sie ein kastriertes Böckchen bekam, wurde sie sehr häufig scheinträchtig. Teilweise lagen gerade mal zwei Wochen zwischen den Scheinträchtigkeiten und traten fünf oder auch sechs Mal im Jahr auf. Aufgrund dessen entschloß ich mich, mit der Tierärztlichen Hochschule ein Beratungsgespräch zu führen. Man klärte mich auf, dass es aufgrund der langen Narkosezeit zu Todesfällen kommen kann. Auch hinterher kann es immer wieder zu Komplikationen kommen. Ich war sehr lange Zeit unschlüssig. Ich wartete leider noch etwa ein Jahr. Dann bemerkte ich, dass sie sehr empfindlich am Bauch war. Sie nahm auch ab, obwohl ich an der Fütterung nichts änderte. Zudem hatte Rosie ständig Hunger und fiel über alles regelrecht her. Ich hatte schon meine Vermutung, war aber zu feige, mit ihr zum TA zu gehen, da ich immer wieder an Krebs dachte und daran, dass man bei Kaninchen in den meisten Fällen nichts mehr dagegen unternehmen kann.

Sie hatte immer noch Scheinträchtigkeiten. Ich redete mir immer wieder ein, dass ihr bei einer Kastration etwas passieren könnte, und dass ich mir nur einbildete, dass sie abgenommen hätte. Aber leider bestätigte sich mein Verdacht auf Krebs. Sie hatte mal wieder eine Scheinträchtigkeit. Sie rupfte Fell. Abends bemerkte ich, dass es ihr schlecht ging und ich ertastete eine Magenverstopfung, die sich darin äußerte, dass sich eine schlauchartige Verhärtung unmittelbar unter den Rippen bildete. Ich fuhr mit ihr gegen 20:30 Uhr in die Klinik. Man machte eine Röntgenaufnahmen und stellte eine Verschattung im Bereich des Magens fest (war auch nicht anders zu erwarten). Sie bekam schmerzstillende Medikamente, Sab Simplex gegen die Aufgasung, sowie MCP-Tropfen, um die Peristaltik anzuregen und eine Weitung des Magenausgangs zu erzielen. Der TA stach zudem noch den Magen auf, damit das Gas entweichen konnte. Wäre zu diesem Zeitpunkt schon geklärt gewesen, dass Rosie unter Krebs litt, hätte ich sie einschläfern lassen. Aber wer macht so etwas bei einem Tier, dass noch Stunden vorher voller Lebenslust und Vitalität war? Zudem räumte der TA eine fünfzigprozentige Chance ein.

Am nächsten Morgen war Rosie verstorben. Eine Obduktion ergab, dass sie einen haselnußgroßen Tumor am Magenausgang hatte und einen ebenso großen an einem Eileiter. Wahrscheinlich der Primärtumor, der bis zum Magenausgang gestreut hat und der ursächlich für ihren Tod war. An diesem Tag wurde ihr ihre Scheinträchtigkeit in doppelter Hinsicht zum Verhängnis. Hätte sie nicht das Fell verschluckt, hätte sie vielleicht noch einige Tage/Wochen gehabt. Im Nachhinein bin ich froh, dass sie sich nicht so lange mit ihrem Krebs gequält hat. Sie war bis zuletzt ein sehr quirliges lebenslustiges kleines Ding.

Dass ich sie nicht habe kastrieren lassen, werde ich mir jedoch niemals verzeihen können. Aber manchmal denke ich, dass vielleicht bei einer Kastration ihr Leben schon viele früher geendet hätte. Aber ich denke, auch nachdem man sich viel damit beschäftigt hat, dass das Risiko einer tumorösen Veränderung aufgrund häufiger Scheinträchtigkeit höher ist als die Sterblichkeit aufgrund einer Kastration. Ich kann daher jedem raten, eine Kastration beim weiblichen Tier durchführen zu lassen (einen kompetenten TA vorausgesetzt), sollten häufige Scheinträchtigkeiten auftreten. Ein weibliches Kaninchen jedoch in jedem Fall, obwohl es nicht unter häufigen Scheinträchtigkeiten leidet, zu kastrieren, halte ich auch für unangemessen. Ich muß im Nachgang noch erwähnen, dass Rosie auch Hormonspritzen bekam. Leider hat dessen Wirkung nur bis zur nächsten Scheinträchtigkeit, die nach zwei Wochen folgte, angehalten. Zudem ist die Gabe von Hormonen gesundheitlich nicht unbedenklich. Ich hoffe, dass sich andere Kaninchenhalter eher zu einer Kastration entschließen, sollte sie geboten sein, damit den Tieren ein vorzeitiges und sehr leidvolles Ende erspart bleiben kann.

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Lilly´s Kastration von Katja

Kosten insgesamt: 115 Euro

Dauer des Heilungsprozesses: 11 Tage (ohne Komplikationen)
Besonderheiten: eigener Käfig mit Handtüchern oder Bettlaken ausgelegt (keine Einstreu!!), man muss besonders auf die Kleine achten, damit sie sich nicht evtl. an die Naht geht und sich die Wunde wieder aufbeißt, und um darauf achten zu können, dass das Nickel auch wieder anfängt zu fressen - d. h. mindestens drei Tage danach noch Urlaub, evtl. Zwangernährung (also vorher am besten schonmal ein Glas Babybrei holen)

Vorab möchte ich erstmal sagen, dass die Kastration bei Weibchen keinesfalls so ein relativ leichter Eingriff ist wie beim Männchen. Die Naht ist relativ groß (ca. 5 cm), und es kommt leider des Öfteren vor, dass sich die Kaninchen die Naht wieder aufbeißen und der Heilungsprozess dadurch wesentlich langwieriger und natürlich auch schwieriger wird!

Bei Lilly war das glücklicherweise nicht der Fall, und es verlief alles ohne Probleme.

Bevor ihr aber euer Weibchen kastrieren lasst, sollte schon ein guter Grund vorliegen (z. B. zu häufige Scheinträchtigkeit (2 bis 3 Mal im Jahr sind völlig normal! - bei Lilly war es aber z. B. so, dass sie innerhalb knapp eines Jahres 9 Mal scheinträchtig und zuletzt "dauerrammlig" war), Gebärmuttervereiterungen, -entzündungen, -veränderungen) - ansonsten bin ich der Meinung, dass es nicht gemacht werden sollte.

Ich habe wirklich mehre Monate überlegt, ob es wirklich nötig ist, und habe vorher auch eine Ultraschalluntersuchung bei ihr machen lassen. Glücklicherweise war (noch) alles in Ordnung und die OP war so auch einfacher, als wenn bereits eine Vereiterung oder dergleichen vorhanden gewesen wäre. Ich habe mich dann lange mit meiner TÄ darüber unterhalten, und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es für Lilly wohl wirklich das beste sei (die TÄ kastriert wirklich nur in "Notfällen" Weibchen), bevor sich bei solch häufigen Scheinträchtigkeiten wirklich noch die Gebärmutter verändert. Es fiel mir echt verdammt schwer, aber ich bin wirklich der Meinung, es ist besser so für Lilly ...

Und sucht euch bitte einen wirklich guten (er sollte schon öfter Kastrationen bei Weibchen durchgeführt haben und sich auch gut mit Narkotisierung auskennen!!) Tierarzt aus und fragt, fragt, fragt, wenn ihr irgendetwas wissen wollt. Der Tierarzt sollte euch vorher schon ausreichend informieren können und euch auch über die evtl. Risiken aufklären!!

Außerdem solltet ihr euch (mal ausgehend davon, dass alles ohne Probleme abläuft, d. h. euer Nickel geht sich nicht an die Naht) mindestens 3 Tage danach noch frei nehmen, am besten noch länger, falls wirklich Komplikationen auftreten. Denn dann müsst ihr wirklich ständig nach ihr gucken!

Tag 1 (Donnerstag):
Ich habe sie Donnerstags um 09:00 Uhr zum Tierarzt gebracht (bitte bedenkt, dass Kaninchen STÄNDIG fressen müssen, also bitte auch UNBEDINGT vor einer OP normal füttern!) und konnte sie gegen 17:00 Uhr wieder abholen.

Zu diesem Zeitpunkt war sie zwar noch ein bisschen wacklig auf den Beinen, aber es ging ihr den Umständen entsprechend gut. Damit sie sich nicht so leicht an die Naht kommen konnte, hatte die Tierärztin ihr einen Verband den gesamten Bauch gewickelt, der recht straff saß (natürlich nicht so straff, dass ihr irgendwas abgedrückt wurde oder sie nicht mehr richtig atmen konnte).

Damit konnte sie sich zwar nicht so richtig bewegen, und sie saß und hoppelte nur sehr breitbeinig, aber sie ist sich wirklich nicht an die Naht gegangen (ob es jetzt auch wirklich zu hundert Prozent an dem Verband lag, kann ich natürlich nicht sagen).

Ich hatte ihr dann Zuhause schon einen eigenen Käfig (getrennt von Leo, bis die Fäden gezogen wurden, damit er ihr nicht evtl. an den Verband oder die Naht geht und sie ihre absolute Ruhe hat) vorbereitet. Den habe ich mit Laken und Handtüchern ausgelegt, ihr aber ganz normal ein Eckklo mit Holzpellets hineingestellt. Heu, getrocknete Kräuter, ein bisserl Trockenfutter und Wasser standen immer zur Verfügung. Das Wasser habe ich einmal in eine normale Sippy-Tränke gefüllt, aber zusätzlich auch noch einen Napf hineingestellt, damit sie sich nicht so strecken musste, wenn es ihr unangenehm war.

Ich habe sie dann in den Käfig gesetzt, und sie konnte sich die ersten beiden Tage gar nicht auf ihrem Bauch legen. Sie hat dann immer mit leicht gebeugten Beinen dagesessen oder ist - wie ein Hund oder eine Katze auf allen Vieren laufend, nicht hopsend - durch den Käfig ge"gangen". Man hat ihr die Müdigkeit und die Erschöpfung richtig angesehen, aber ich glaube, in der ersten Nacht hat sie so gut wie gar nicht geschlafen. Gegessen hat sie auch überhaupt nichts.

Tag 2 (Freitag):
Sie sah noch schlimmer aus als am ersten Tag - noch viel geschaffter und erschöpfter - und hatte ihr Essen auch noch immer nicht angerührt - trank aber recht viel! Das Eckklo (allerdings nur ein normales kleines, nicht die mit 50cm Front) musste ich zwei Mal am Tag sauber machen. Geböbbelt hat sie gar nicht. Richtig liegen konnte sie auch noch immer nicht, und sie watschelte so vor sich hin im Käfig. Leichte Schmerzen schien sie auch zu haben - ihr ging es den Umständen entsprechend aber gut. Am Nachmittag habe ich dann mit Zwangsernährung begonnen, weil sie nichts zu Mampfen angerührt hatte. Ich habe ihr dann einmal ca. 3 ml Babybrei gegeben, und etwa 3 Stunden später fing sie dann auch von allein an, ein paar kleine Heuhalme zu mampfen, und sie fing einige Zeit später auch ganz langsam (und es waren auch nur sehr sehr kleine Böbbels) wieder an zu böbbeln.

Tag 3 (Samstag):
Nun konnte sie zwar nicht ganz normal, aber doch schon einigermaßen auf der Seite liegen, und sie musste nicht mehr so angestrengt sitzen. Sie sah auch nicht mehr ganz so geschafft aus - ich denke, sie hat in dieser Nacht auch wieder einigermaßen geschlafen. Gemampft hat sie nicht wirklich viel und auch nur Möhrengrün, ganz wenig Heu und Kohlrabiblätter - Trofu, getrocknete Kräuter oder irgendwelche Leckerchen, die sie sonst so liebt, hat sie gar nicht angerührt. Aber ich war schon richtig froh, dass sie überhaupt etwas anrührte und der Darm so wieder richtig in Bewegung kam.

Tag 4 (Sonntag):
Keine Veränderung zu Samstag.

Tag 5 (Montag):
Montags bin ich dann zur Wundkontrolle beim Tierarzt gewesen, und die Tierärztin war total begeistert, dass sie sich nicht an die Wunde gegangen ist und alles dadurch so super verheilen konnte. Der Verband saß noch so gut, dass sie ihn nur am Bauch aufgeschnitten hat, um nach der Naht zu schauen, und dann wurde der Verband an dieser Stelle wieder zugeklebt, und ich bekam noch ein Schmerzmittel (Metacam) mit, weil sie ja noch immer nicht so richtig fraß. Das sollte ich ihr dann drei Mal am Tag (die Dosierung geht nach dem Gewicht des Kaninchens!) mit der Spritze eingeben.

Als wir wieder Zuhause waren, habe ich ihr es dann zum ersten Mal gegeben, und sie fand es wohl tierisch eklig - sie hat sich zumindest gewehrt wie ein Bulle ;o))

Aber ab diesem Tag ging es wieder sichtlich aufwärts mit ihr. Sie konnte ab Mittwoch wieder richtig auf dem Bauch liegen, und das Schmerzmittel habe ich auch nur bis Mittwoch in sie "reinbekommen", denn ab da hat sie mit den Pfoten nach mir geschlagen, wenn ich auch nur mit der Spritze zu ihr kam *zwinker*. Es ging ihr schon wieder sichtlich gut, und sie fraß auch wieder recht normal. Leckerlies wurden ab Donnerstag auch wieder angenommen, und die Böbbels normalisierten sich auch langsam wieder.

Die Tage bis zum Mittwoch hatte ich sie nur im Käfig, habe sie also nicht rausgelassen, weil ich nicht wollte, dass sie sich irgendwie zu viel bewegt etc. Am Donnerstag war sie dann wieder zum ersten Mal draußen und hoppelte ganz vorsichtig und immernoch recht breitbeinig durch die Gegend - lag aber die meiste Zeit einfach nur rum und hat gedöst.

Am Freitag ging es ihr dann wohl auch wieder richtig gut und sie fing auch wieder an sich zu putzen - so gut das mit dem Verband möglich war - und dabei fing sie dann auch an, sich den Verband an den Rändern anzunagen. Viel hat sie zwar nicht geschafft, aber man sah richtig, dass es sie anfing zu stören.
Am Wochenende waren die Böbbels wieder recht normal, und sie fraß auch wieder ganz normal.

Montags bin ich dann mit ihr zum Fäden ziehen gefahren, und der Verband kam dann so auch endlich ab. Die Naht war wirklich super verheilt - nur an einer kleinen Stelle war die Haut noch nicht völlig zugewachsen (die Wunde war aber von innen her richtig zu!), und die Tierärztin sprühte ihr noch etwas Silberspray darauf. Aber wir hatten es endlich geschafft - wie lang doch 11 Tage sein können...

Für die gesamte OP plus Kontrolltermin und Fädenziehen habe ich 115 Euro bezahlt (Ich denke, dass das noch ein relativ geringer Preis ist, denn mein Tierarzt hat keinen hohen Preissatz).

Als wir wieder Zuhause waren und ich Lilly habe laufen lassen, hat sie sich erstmal eine Ewigkeit lang geputzt (endlich endlich war der Verband ab ;o)), und ich habe auch versucht, sie wieder mit Leo zu vergesellschaften. Nach anfänglichen Problemen sind die beiden nun auch wieder zusammen in einem Käfig und verstehen sich wieder supi.

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3 Kastrationen von Taty

So, hier mein Erfahrungsbericht meiner 3 Weibchenkastrationen:

MISSY:

Im Mai diesen Jahres, pünktlich zum ersten richtigen Sommertag, spielten die Hormone unserer Missy verrückt. Sie war zu diesem Zeitpunkt 4 Monate alt und  lebte zusammen mit ihrem kastrierten Bruder Brutus. Plötzlich fing sie an, ihn zu rammeln und zu jagen, bis er schon völlig genervt war. Auch wurde sie total unausgeglichen und unruhig. Saß stundenlang auf der Couch und hat sinnlos, monoton rumgegraben. Ganz schlimm war auch ihre extreme Spritzerei und Markiererei. Die Wände waren total orange vollgespritzt, breitflächig.

Im Forum habe ich einiges über Hormonspritzen und homöopathischen Mitteln gelesen.

Ich bin dann mir ihr zur TA und hatte einfach Riesenglück. Die TA riet mir von Spritzen und anderen Mittelchen ab. Dieses würde das Problem nur verdrängen. In ihrer ehemaligen Praxis hat sie viele dieser Weibchenkastrationen durchgeführt. Auch hält sie diese Massnahme präventiv für wichtig. Es beugt Gebärmutterkrebs und anderen Krankheiten vor. Auch konnte sie meinen Bedenken weitestgehend entgegenwirken. Solange das Tier gesund ist, nicht fett ist und nicht älter als ein Jahr, sind die Risiken minimal. Je länger man wartet, desto risikoreicher wird der Eingriff!!

Einige Tage später habe ich sie dann Mittags um 12 Uhr hingebracht. Ich war ziemlich fertig und sie hat mir so leid getan.

Gegen 17 Uhr konnte ich sie wieder abholen. Anstelle eines Trichters, zum Schutz der Wunde, hat meine TA aus einem alten Socken von mir einen Body gebastelt. War natürlich viel praktischer als der Trichter.

Missy sah wahnsinnig fertig aus und hat mir waaahnsinnig leid getan. Sie sah aus wie ein Häufchen Elend und war, glaube ich, völlig geschockt. Sie hat sich zwar schon bewegt, ist etwas rumgehoppelt, aber nur um sich einen ruhige Platz zu suchen. Auch von Brutus habe ich sie nicht getrennt, und er hat ihr wirklich geholfen, war ganz lieb zu ihr und hat gekuschelt, obwohl er sich anfangs vor ihr erschreckt hat, was wohl am TA-Geruch lag.

Nach 4 Stunden habe ich angefangen, ihr Futter aufzuzwängen. Habe Basilikumblättchen gegen ihr Mäulchen geschoben, bis sie irgendwann genervt angefangen hat zu essen. Auch während der Nacht habe ich ihr immer wieder Leckereien gebracht. Banane mir Haferflocken, Möhrchenbrei, Kräuter und Heu.

Nach und nach hat sie angefangen zu fressen.

Keine 20 Stunden später ist sie wieder durchs Wohnzimmer gesprungen, weitere Stunden später ist sie schon wieder auf die Couch gehüpft und hat wieder fast normal gefressen.

Die Nachkontrolle nach 2 Tagen war dann auch ohne Befund.

In dieser Zeit habe ich auch angefangen, sie 24 Stunden frei im Wohnzimmer laufen zu lassen, einfach damit sie nicht im Käfig gefangen ist und sich mit ihrer Wunde so hinlegen wie sie will.

3 Tage nach dem Eingriff war sie wieder komplett fit!! Man hat aber gemerkt, dass sie viel ausgeglichener wurde. Sie war viel entspannter, aber trotzdem ihrem Wesen entsprechend noch sehr munter.

Nach 10 Tagen wurden dann die Fäden gezogen! Alles lief absolut reibungslos, es gab keinerlei Komplikationen.

Wir haben von der TA keinerlei Medikamente bekommen, weder Schmerzmittel noch präventiv Antibiotika, wie es manch andere TAs machen. Und es war auch gar nicht nötig.

TAXI & TRIXI:

Aufgrund meiner privaten Zusammenführung wurden meine beiden mit den Mädels Trixi und Taxi zusammengebracht!

Das lief Anfangs auch recht gut, es gab ein paar Reibereien, aber dann klappte es. Trixi und Taxi waren zu diesem Zeitpunkt gut 5 Monate alt.

Nach ca. 4 Wochen zu viert ging das Dauerrrammeln los, richtiges Rudelrammeln. Die beiden Mädels sind auf den Geschmack gekommen.

Diesmal wurde nicht lange gefackelt. Wir sind beide der Meinung, dass die Tiere dauerhaft unter ihrem Trieb leiden, wurden auch wieder von der TA bestätigt, eine Kastration durchaus präventiv durchzuführen.

Wie auch Missy waren Taxi und Trixi nie scheinträchtig.

Die beiden wurden dann auch morgens zusammen hingebracht, machmittags wieder abgeholt!

Der Verlauf war derselbe wie oben bei Missy beschrieben. Nach einigen Stunden wurde wieder gefuttert,nach 2 Tagen waren sie wieder recht mobil, nach ein paar Tagen wieder fast die Alten.

Abschließend kann ich sagen, dass ich jedem zu diesem Eingriff raten kann. Gefährlicher wird es erst, je länger man wartet. Sind schon Veränderungen an der Gebärmutter vorhanden, ist es schwieriger zu schneiden!!!

Die wichtigste Vorrausetzung ist ein kompetenter TA!! Im Raum Stuttgart kann ich meine TA nur empfehlen!!!! Die Kosten pro Nin betrugen 90,- Euro.

Liebe Grüße

Taty

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Lizzy und Maya (Cilla)

Beide Tiere waren zum Zeitpunkt der OP ca. 2 Jahre alt und in guter gesundheitlicher Verfassung.

Warum habe ich mich für eine Kastration entscheiden?
Lizzy wurde regelmäßig von ihrem Partner berammelt. In den 1,5 Jahren, die sie bei mir lebt, hatte sie ca. 5 größere Nester gebaut und zahlreiche Bauversuche gestartet.
Maya hat in 1,4 Jahren zwar nur ein einziges Nest gebaut, aber sie bedrängte ständig ihren Rammler, markierte permanent mit Markierungsböbbeln und Urin, war im Vergleich zu anderen Kaninchen sehr unruhig, buddelte im Frühjahr regelrecht zwanghaft und war sehr schlank, obwohl sie sehr viel fraß. Sie nahm auch deutlich mehr Wasser zu sich, als andere Kaninchen.
Bei beiden Häsinnen hatte ich die Befürchtung, dass es zu Veränderungen der Gebärmutter kommen könnte.

Wie verlief die Kastration?
Beide Häsinnen bekamen eine Injektionsnarkose.
Da sich Maya schon beim Wiegen und der Voruntersuchung sehr aufgeregt hatte (Klopfen, Fluchtversuche, lautes Schreien), wurde sie als 2. operiert, da sonst das Narkoserisiko höher gewesen wäre.
Als wir die beiden abholten, befanden sie sich noch in Narkose.
Bevor wir sie mit nach Hause nehmen konnten, wurde Maya noch mal unter Rotlicht gelegt, denn sie hatte einen höheren Blutverlustgehabt als Lizzy.
Der TA hatte sowohl die Gebärmutter als auch die Eierstöcke entnommen und zeigte sie mir zum Vergleich. Während bei Lizzy alles normal aussah, konnte man an Mayas Eierstöcken deutlich mehrere Zysten erkennen, die größten etwa erbsengroß. Auch ihre Gebärmutter war an beiden Hörnern angeschwollen und dunkelrot. Nach Aussage des TA hätte sie innerhalb der nächsten 6 Monate Einblutungen in die Gebärmutter bekommen, und eine Kastration wäre dann unumgänglich geworden.
Der Bauchschnitt für die OP war ca. 5 cm lang und mit selbstauflösenden Fäden genäht worden. Unter der sichtbaren Hautnaht befanden sich noch zwei weitere Nähte.
Ein Pflaster o.<ä. kam nicht auf die Wunde. Mein TA hatte die Erfahrung gemacht, dass OP-Wunden so am komplikationslosesten verheilten.

Der Heilungsprozess
Beide Häsinnen erwachten ca. 2 Stunden nach der OP.
Wir hatten sie in seperaten Käfigen vor die Heizung gestellt und ihnen Wärmflaschen untergelegt. Etwa 2 Stunden nach den Aufwachen begannen beide, zaghaft zu fressen, besonders Rucclola und Kohlrabiblätter.
Vom TA hatten wir ein Schmerzmittel mit bekommen, das wir beiden am 1. Tag nach der OP verabreichten, danach erschien es nicht mehr notwendig.
Über Nacht hielten wir beide noch getrennt von ihren Rammlern. Lizzy setzte ich am nächsten Morgen wieder in ihren gewohnten Stall zu ihrem Partner, der sie sofort liebevoll begrüßte. Das Springen über die 25 cm hohen Treppen von einer Stalletage zur anderen fiel ihr noch etwas schwer, aber sie tat es trotzdem. Ich merkte deutlich, dass sie sich in dieser gewohnten Umgebeung viel wohler fühlte als im seperaten Käfig. Im Laufe des Tages begann sie, wieder Heu zu fressen und wurde zunehmend aktiver.
Maya hatte sich am Morgen nach der OP sämtliche Fäden der äußeren Naht gezogen. Erstaunlicherweise hielt die Wunde trotzdem zusammen, blutete nicht und sah völlig o.k. aus. Nach Telefonat mit meinem TA (es war Sonntag!) beschlossen wir, es so zu belassen, so lange sie nicht weiter an der Wunde herumknabbern oder diese aufgehen würde. Der TA meinte, die Knoten würden manche Tiere eben stören und einen gewissen Halt habe die Wunde auch nach so kurzer Zeit schon.
Tatsächlich ließ Maya die Wunde nun in Frieden, und alles verheilte ebenso gut wie bei Lizzy.
Wegen dieses Vorfalls beschlossen wir, Maya vorerst noch nicht in den Stall zu setzen, wo sie durch Springen die Wunde eventuell aufreißen könne.
Allerdings zeigte sich am 2. Tag nach der OP, dass sie jetzt unbedingt wieder in ihre gewohnte Umgebung zurück wollte: Sie scharrte verzweifelt an der Tür zum Hasenzimmer und weigerte sich zu böbbeln.
So setzten wir sie schließlich doch zurück, und auch sie benahm sich sofort, als wäre nie was gewesen... fraß ordentlich Heu, böbbelte wieder und kuschelte mit ihrem Partner.

Veränderungen nach der Kastation
Bei Maya ist heute, 2 Wochen danach, zu bemerken, dass sie das ständige Markieren eingestellt hat. Sie pinkelt nirgends mehr hin und hinterlässt auch deutlich weniger und geruchlose Böbbel. Außerdem frisst und trinkt sie nicht mehr derart heißhungrig wie zuvor. Ansonsten ist sie noch immer sehr aktiv, buddelt auch gelegentlich wieder, allerdings nicht mehr so zwanghaft.

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Maxis Kastration mit traurigem Ausgang von Susann

Eine Kastration bei einem weiblichen Kaninchen muss nicht immer glatt gehen. Maxi hat diese Operation leider nicht überstanden. Welche Probleme es gab, möchte ich hier gern schildern.

An einem Mittwoch morgen habe ich sie zur OP gebracht. Maxi hat sich von der besten Seite gezeigt. Sie war eine kleine Zicke und brauchte zwei Mal Narkose, bis sie endlich schlief. Ich war auch noch bei ihr, als sie rasiert und "OP-fertig" gemacht wurde. Alles schien bestens. Sie wurde dann an die Gasnarkose gehängt, und die nächsten Probleme stellten sich ein. Sie ließ sich nicht auf den Rücken drehen und hat die Augen aufgerissen und nach Luft geschnappt. Die Tierärztin hat sie dann halb auf der Seite und halb auf dem Rücken kastrieren müssen.

Sonst war alles bestens, die Naht sah super aus, und als sie ganz wach war, durfte ich sie mitnehmen. Mittwochs war sie doch noch sehr platt, und ich habe sie erst einmal in Ruhe gelassen.

Donnerstag hat sie dann etwas Löwenzahn und anderes Grün geknabbert.

Freitags hat sie dann ganz mit fressen aufgehört. Sie hat nichts mehr angerührt. Ich war dann auch abends noch einmal beim TA. Diesmal bei meinem, da der näher ist (kastriert wurde sie bei einer anderen TÄ, da mein TA selbst keine Kastration bei Weibchen macht).

Sie hat die Wunde kontrolliert und gemeint, dass sie etwas auf die Nähte innen reagiert und daher auch nicht frisst. Sie hat dann Borgal und etwas Entzündungshemmendes gespritzt bekommen.

Von Freitag auf Samstag Nacht hat sie dann auch ordentlich gefressen. Sie war auch wieder fitter, was aber zur Folge hatte, dass sie in der Nacht an der Naht geknabbert hatte und ein Faden weg war. Es war aber noch alles schön zu. Ich habe ihr dann mit etwas Kampf einen Anzug aus einer Socke (mit 4 Löchern für die Beine) angezogen, damit sie von der Naht wegbleibt. Ich war froh und habe mir keine Sorgen gemacht. Ich musste dann auch für ca. 3 Stunden weg.

Als ich wieder heim kam, hatte Maxi sich irgendwie den Anzug ausgezogen und an der Stelle, wo der Faden fehlte, klaffte der Bauch auf. Ich habe zum Glück noch meinen TA erreicht, und er meinte, das wäre nicht so dramatisch, sie dürfe nur nicht mehr dran. Ich habe also noch einmal einen Anzug gebastelt, der diesmal enger war. Der blieb dann auch an. Allerdings hat sie wieder nicht gefressen. Ich habe das auf die Aufregung und die Schmerzen wegen der offenen Naht geschoben. Ich habe ihr dann auch noch einmal Schmerzmittel gegeben.

Sonntags hatte sie immer noch nichts gefressen, und ich bin total verzweifelt wieder zu meinem TA. Der hat sich die Wunde dann wieder angeschaut und getackert. Dann hat er mir ein AB mitgegeben, das ich ihr geben sollte. Da sie wieder den ganzen Tag nicht gefressen hat, wollte ich sie abends mit CC zwangsernähren. Sie hat sich gewehrt wie eine Wilde, so dass ich Angst hatte, die Naht geht auf. Leider hat sie auch nichts gefressen und alles wieder ausgespuckt und nichts geschluckt.


Da ich total verzweifelt war, bin ich Montags noch einmal zu der TÄ, die sie operiert hat. Sie hat sie gründlich untersucht und geröntgt, und es hat sich herausgestellt, dass sie Luft in Magen und Darm hatte. Sie hat MCP und Sab Simplex bekommen und wurde dort auch  mit CC gefüttert, und es hat eigentlich gut geklappt. Zuhause war ich zuversichtlich und habe den Tag über dann immer wieder kleine Portionen CC gefüttert. Alles schien soweit o.k.

Montags abends hat sie sogar wieder etwas Spitzwegerich und Löwenzahn und Fenchel selbst geknabbert. Ich bin frohen Mutes ins Bett und dachte noch, sie schafft es, sie ist eine Kämpferin. Morgens sah die Welt wieder ganz anders aus. Sie war total gebläht. Der Bauch war hart trotz der ganzen Medis. Ich bin dann kurz auf die Arbeit, um mich dort abzumelden, und habe auch direkt mit der TÄ, die sie operiert hat, telefoniert. Sie meinte, man könne nur noch einmal öffnen, die Luft herauslassen und schauen, wie es aussieht. Danach wollten wir eine Entscheidung treffen. Ich bin sofort heim, um sie einzupacken, und da war es schon zu spät. In den zwanzig Minuten ist sie dann gestorben. Ich konnte es gar nicht glauben. Selbst wenn ich gleich losgefahren wäre, hätte ich es nicht mehr geschafft. Die arme kleinen Maus, ich werde sie nie vergessen.

Die Gase können sowohl vom unregelmäßigen bis "gar nicht" fressen oder auch wohl durch die Wunde von der OP selbst kommen.

Daher möchte ich alles, die zu einer Kastration tendieren, bitten, sich das ganz genau zu überlegen. Es muss nicht immer gut gehen.

 

Erfahrungsbericht Weibchenkastration von Joeysmile

Bekommen wirklich 80% aller Kaninchenweibchen Gebärmutterkrebs? Oder betrifft es doch nur eine bestimmte Zuchtlinie? Sind meine Mädchen aus einer solchen Zuchtlinie? Oder ist alles darüber im Internet nur Mundpropaganda, und Zähne und Darm müssten dann irrsinniger Weise ebenfalls raus, weil sie auch sehr häufig Probleme machen...?

Diese Fragen beschäftigten mich, seit ich von dieser Operation zum 1. Mal gelesen habe. Ich schob das Thema Kastration aus Unsicherheit immer wieder zur Seite. Vorsichtig fragte ich mal beim TA an, ob sie denn die Weibchenkastration befürworten und durchführen. Nach dem „Ja“ ließ ich wieder ein ganzes Jahr verstreichen. Beim Impftermin wurde ich auf Franziskas Scheinträchtigkeit hingewiesen, man zeigte mir, dass sich Gewebe unter den Zitzen gebildet hatte. Durch Franziskas Verhalten begriff ich nun, dass sie sehr häufig scheinträchtig war. War das nicht das Alarmzeichen, worüber ich schon so viel gelesen hatte? Ich bekam es mit der Angst zu tun, die Mädchen waren 3 Jahre alt, ich beschloss, die Operation sollte nun möglichst bald durchgeführt werden.

Meine kleine Franziska, sie sprang am Morgen der OP noch fröhlich herum, schlug Haken und erfreute sich am Leben. Sie und Luzi waren ein eingespieltes Team, Zoff zwischen den beiden gab es so gut wie nie, und wenn, kein ernster. Ständig hingen sie zusammen, kuschelten und putzten sich. Franziska war zwar immer etwas scheu, aber sie hatte einen starken Charakter, Selbstwertgefühl und konnte sich durchsetzen. Luzi war die Chefin, mutig, selbstbewusst, liebenswert und lies sich gerne schon mal streicheln.

Endlich konnte ich sie wieder abholen, sie haben es beide überlebt und beide hatten keinerlei Veränderungen an der Gebärmutter - ich war überglücklich. Moment mal, „keinerlei Veränderungen“? Den Gedanken schob ich schnell wieder beiseite, ich war nur froh sie wieder zuhause zu haben. Beide kamen aus der Transportbox - und sahen aus wie Zombies mit völlig fremden Blicken. Franziska zog das linke Hinterbeinchen nach, es stand zur Seite ab, sie konnte sich kaum bewegen. Beide verkrochen sich und ich ließ ihnen ihre Ruhe. Am 2. Tag nach der OP besorgte ich Rodicare , denn sie wollten beide nichts fressen. Am Nachmittag des 2. Tages wedelte ich wieder mit Dill vor ihren Nasen herum. Beide hatten sich gemeinsam in ihrem Kartonhaus verkrochen, aber Franziska kam neugierig an und biss in den Dill. Wieder war meine Freude sehr groß. Kaum hatte sie ein Stängelchen gefressen, da kam Luzi mit wirrem Blick aus dem Karton heraus geschossen, biss Franziska in den Hintern und jagte sie kreuz und quer durchs ganze Wohnzimmer. Das ganze passierte innerhalb einer Stunde noch ein paar mal. Ich musste sie trennen, das war zuviel für die frische OP-Wunde. Luzi attackierte das Gitter, Franziska sprang immer wieder panisch davon sobald sie Luzi sah. Ich musste sie endgültig trennen.

Nachdem beide endlich wieder anfingen zu fressen wagte ich noch einen Versuch. Aber es war aus zwischen ihnen, Luzi attackierte das Gitter und Franziska sprang panisch davon. Am 4. Tag nach der OP stellte Franziska das Essen und Trinken ein, war ganz schwach und rührte sich kaum. Das brachte uns am 5. Tag morgens in aller Frühe in die Notklinik, es war Sonntag. Franzi wurde vollgepumpt mit Medikamenten, sie hatte nur noch eine Körpertemperatur von 36,2°C. Sie bekam warme Ringerlösung gemischt mit Catosal und Amynin, Baytril, Dexasel, Metacam, Vit B Komplex und BBB. Ihre Bisswunde wurde versorgt und nach dem Beinchen geguckt, das immer noch abstand. Sie hoppelte wie gelähmt, aber gebrochen war nichts. Ich musste sie zuhause zwangsernähren, warmhalten und Metacam, Baytril, Vit B Komplex, MCP und BBB geben. Es wurde nicht besser mit ihr. Am darauf folgenden Tag fuhr ich als Notfall angemeldet mit ihr zum behandelnden Tierarzt. Wieder wurde sie mit Medikamenten vollgepumpt. Sie bekam Baytril, Dexamethason, Catosal, Be-Complex, Ringer-Lactat, Nux vomica, MCP, wurde geröntgt und die Zähne wurden gründlich nachgeguckt. Beim Zwangsernähren vor Ort hat Franziska die Pipette abgebissen und hatte das Stück im Hals stecken! Nur gut, dass das beim Tierarzt passiert ist. Zuhause musste ich weiter Baytril, MCP, Metacam, Vit B Komplex und Dexamethason geben, und sie weiter zwangsernähren. Ihr Hoppeln wurde nochmals begutachtet. So langsam kamen mir immer öfter die Gedanken es könnte vor lauter Stress 
E.C. ausgebrochen sein. Endlich fing sie am 7. Tag nach der OP wieder selbstständig an zu fressen. Sie waren beide auf dem Weg der Besserung, begriffen aber nicht, warum da plötzlich eine Türe in ihrem Zuhause zu war und sie alleine waren.

Beim Fäden ziehen sprach in nochmals deutlich meine Sorge wegen E.C. bei Franziska an. Man nahm mir meine Sorge, das abstehende Beinchen wurde damit erklärt, dass man sie wohl unglücklich mit der Betäubungsspritze in den Nerv getroffen hat. Das unrunde und harte Hoppeln käme davon, dass sich die Innennaht erst wieder dehnen müsse. Nach dem Fäden ziehen wurde eine Zusammenführung gestartet, Luzi war so verbiestert, dass ich es mit den Mädchen alleine nicht versuchen mochte. So kam Gary, ein kleiner kastrierter Rammler zu uns. Zwischen den Mädchen hat es während der Zusammenführung mächtig geknallt, ausgehend von Luzi. Auch später wurde Franzi immer wieder von Luzi gejagt oder verscheucht.

Sie wurden beide nicht wieder die „alten“. 7 Wochen nach der OP ziehe ich Resümee: Beide sind nicht wieder zu erkennen. Aus Luzi ist ein zerstörerisches und aggressives Kaninchenmädchen geworden, die sich tagtäglich die Seele aus dem Leib buddelt, und aus Franziska ein unglaublich ängstliches, scheues und unsicheres Etwas. Sie hoppelt nicht mehr so leicht und wendig wie früher. Beide Mädchen dulden sich nur noch, wenn man den Zustand überhaupt so nennen kann, von trauter Gemeinsamkeit - keine Spur mehr! Nun behandele ich die Mädchen, dank Tillit´s Unterstützung und Hilfe, mit Bachblüten.

Ich muss mir nun keine Sorgen mehr machen um ihre Gebärmutter, aber fürs Sorgen machen bleibt ja noch genug übrig. War das im Sinne der Kaninchen? Und ist mir die OP das alles wert gewesen – das kann ich mit einem klaren Nein beantworten!

 

Majas Kastra von Wölfchen1997

Maja wurde vom Tierschutz mit vielen anderen Kaninchen aus schlimmen Verhältnissen beschlagnahmt. Kurzerhand entschloss ich mich, sie in meine Gruppe (ein kastriertes Böckchen und zwei kastrierte Mädels) zu integrieren. Aus Angst vor Gebärmutterkrebs und wegen der Zickereien mit den bereits vorhandenen Häsinnen wollte ich den Riesenmischling so bald wie möglich kastrieren lassen; ich war bereit das Risiko einer OP in Kauf zu nehmen. Das erwies sich später auch als richtig, denn Maja hatte bereits Zysten auf den Eierstöcken, obwohl sie noch nicht mal anderthalb Jahre alt war.
Beim Tierarzt bekam sie zunächst einen Venenzugang am Ohr gelegt, in den später das Narkosemittel gespritzt wurde. Während der OP musst immerwieder nachdosiert werden. Der Eingriff dauerte ungefähr zwei Stunden. Für mich war er sehr nervenaufreibend - ich bildete mir ständig ein, ihren Puls nicht mehr sehen zu können - aber es verlief zum Glück alles gut. Die Wunde wurde schließlich vernäht und mit Silberspray desinfiziert. Maja bekam Schmerzmittel (Metacam) und Antibiotika (Duphamox) . Danach wurde sie noch eine Weile an den Tropf gehängt.
Daheim wartete bereits ein mit Handtüchern ausgelegter Käfig. Auch die restlichen Sippenmitglieder waren vorübergehend in mein Zimmer gezogen; sie durften das ganze Zimmer nutzen. Die Anwesenheit ihrer Gruppe hat Maja sehr gut getan - ich empfehle jedem, das Kaninchen nach einer Kastration nicht komplett von der Gruppe zu isolieren.
Zur Unterstützung der Darmflora, die durch das Antibiotikum stark beansprucht wird, bekommt Maja zweimal täglich eine halbe Tube Bird Bene Bac. Die Rotlichtlampe wurde sehr gut angenommen und bereits eine Stunde nach der OP hat Maja schon wieder angefangen zu fressen. Nur die ersten Böbbels ließen auf sich warten: Erst nachts um drei Uhr - ca. acht Stunden nach der OP - funktionierte die Verdauung wieder einwandfrei. Das vorzeitige Fressen veranlasste mich dazu, die Braunüle bereits am Abend zu ziehen, da ich mir sicher war, dass sie nicht mehr an den Tropf müsse. Zum Schutz der Naht verwendete ich einen selbstgemachten Body .
Die folgenden Tage waren sehr nervenraubend und zeitintensiv. Zum einen musste der Käfig alle paar Stunden ausgewischt und die Handtücher gewechselt werden. Zum anderen stand die tägliche Kontrolle der Naht an, wozu der Body aus- und wieder angezogen werden musste. Maja gefiel das gar nicht, sie gebärdete sich jedesmal und ich hatte Angst, dass der Naht dabei etwas zustoßen könnte. Aber wenigstens hatte sie kein Interesse daran, sich den Body abzustreifen oder anzuknabbern.
Nach zwölf Tagen wurden die Fäden gezogen - die Wunde war gut verheilt. Und bereits nach vier Wochen ist die Situation in der Gruppe deutlich harmonischer - die Mädels zicken sich viel weniger an und Maja ist entspannter.
Ich würde niemals überschwänglich zu einer Weibchenkastration raten, denn der Eingriff ist ein relativ großes Risiko. Aber auch das Risiko von Gebärmuttererkrankungen ist sehr hoch. Maja hätte früher oder später Probleme bekommen, da die Gebärmutter schon verändert war. Insofern bin ich sehr froh, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe. Ein erfahrener Tierarzt ist auf jeden Fall das A und O. Ich werde auch in Zukunft meine Häsinnen kastrieren lassen. Doch diese (schwierige) Entscheidung muss jeder für sich selbst fällen.

 

Siehe dazu:

Scheinträchtigkeit und andere hormonbedingte Erkrankungen von Dr. med. vet. Lazarz

Kastration von Weibchen - ein Artikel mit Fotos bei Medirabbit in Englisch
Gebärmutteroperation beim Kaninchen Artikel mit Fotos in Deutsch 

Kastrieren oder nicht kastrieren? von Dr. vet.dent. Lazarz

Aufbau und Erkrankung der Geschlechtsorgane, (Schein)Trächtigkeit

eine Dissertation

Kastration von Kaninchen

Kastration von Zoora ausführlicher Bericht mit Fotos von Sonja Tschöpe 

Gebärmuttervorfall

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Letzte Aktualisierung ( 13. March 2010 14:57 )
 
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