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Mögliche Komplikationen während Trächtigkeit und Geburt Drucken E-Mail
21. Februar 2007 13:50

Es gibt ja diese tolle Sprichwort: "Die vermehren sich wie die Karnickel". Das hört sich an, als wenn die Vermehrung dieser Tiere vollkommen unproblematisch wäre. Dass dem nicht so ist, wollen wir hier mit einigen  abschreckenden Beispielen (und weiteren aus dem Forum ) belegen. Es sind nur wenige unter vielen.

 

Tragische Folgen einer Trächtigkeit

Meine ersten beiden Kaninchen holte ich als Pärchen aus dem Tierheim. Beide waren ca. ½ bis ¾ Jahr alt. Der Rammler war noch nicht kastriert, deshalb wurden die beiden im Tierheim auch getrennt gehalten. Sie waren aber zusammen abgegeben worden und man war froh, sie auch zusammen vermitteln zu können. Der Vorbesitzer hatte den Leuten im Tierheim hoch und heilig versprochen, die beiden nicht zusammen gehalten zu haben. Trotzdem bestand natürlich die Möglichkeit, daß sie tragend war, da er ja nicht kastriert war und versprechen kann man vieles. Man bot mir an, daß ich die Jungen dann wieder im Tierheim abgeben könnte, sollte sie wirklich trächtig sein (was im Prinzip ja nicht sein konnte, da sie ja angeblich immer getrennt gehalten wurden). Auch zu Hause wurden die beiden getrennt gehalten, denn eine Zucht wollte ich jetzt nicht aufmachen. Am Anfang war alles noch normal. Doch dann ging es los. Kaum hatte ich sie 2 Tage, da begann sie auch schon eifrig ein Nest zu bauen. Zuerst dachten wir, daß sie vielleicht scheinträchtig sei (sie konnte ja angeblich gar nicht trächtig sein). Doch dann wurde sie aggressiv (knurrte, schnappte und „schlug“ nach einem, wenn man sie anfassen wollte) und zeigte auch sonst aller Anzeichen einer Trächtigkeit. Sie begann, sich Haare auszurupfen und damit das Nest auszupolstern. Da glaubte ich nicht mehr an eine Scheinträchtigkeit. Aber unerfahren wie ich war, dachte ich auch, daß Kaninchengeburten mehr oder weniger problemlos ablaufen. An irgendwelche Risiken hatte ich gar nicht gedacht. Ich freundete mich mit dem Gedanken an einen Wurf an (schließlich sind kleine Kaninchen ja soo niedlich); dachte, „Naja…dann gibt’s halt Junge…behalte ich eins oder zwei und den Rest geb’ ich ab“.

Doch weit gefehlt. Es kam und kam nichts, so daß wir schon dachten, daß sie vielleicht doch nur scheinträchtig war. Wir wussten ja auch nicht, wie sich das eine oder andere jetzt genau äußerte und wo der Unterschied liegt. Mein Freund hatte zu der Zeit Krankenschein und sah jeden Morgen nach ihr. Doch es passierte nichts. So glaubten wir dann, daß sie doch nur scheinträchtig sei. Von den möglichen Risiken einer Geburt wussten wir nichts und auch im Tierheim hatte man uns nichts darüber gesagt. Doch eines Morgens lag sie dann tot im Käfig. Wir riefen im Tierheim an und die sagten uns dann, daß es bei so jungen Weibchen passieren kann, daß die nur ein Junges haben und das dann im Geburtskanal feststeckt. Sie wüssten aber keinen Tierarzt, der sowas operieren könnte (wie ich später erfahren habe, hätte man sie doch durch einen Kaiserschnitt retten können – wenn ich es nur rechtzeitig gewusst hätte, mit welchen Komplikationen man rechnen muß und rechtzeitig zum Tierarzt gefahren wäre). So war meine kleine Hyzenthlay nicht einmal eine Woche bei mir. Nicht einmal ein Foto habe ich. Nur die Erinnerung an eine kleine Häsin, die viel zu früh sterben musste, weil jemand zugelassen hat, daß sie viel zu jung gedeckt wurde. 

Anne81 

 

Blasensteine??????

Cäsar hat nie richtig versucht, an Kleo ran zu kommen. Kleo hat ihn sofort verprügelt, sobald er auch nur in ihre Richtung geschaut hat. Die beiden waren jetzt über 1/2 Jahr immer mal wieder im Auslauf zusammen und bis jetzt war nie etwas passiert. Ich war einfach so naiv und habe gedacht, sie wird ihn auch weiterhin vertreiben. Und ich habe gedacht, dass sie mit ihrem 5,5 Jahren zu alt ist, um noch Babys zu bekommen. Also im Prinzip ein Unfall oder aber auch nicht.

Mittwoch:
Angefangen hat es an einem Mittwochabend so ca. um 22.30 Uhr. Ich habe die Gehegebewohner normal mit Grünfutter und Heu gefüttert. Kleo saß etwas unbeteiligt aussehend in der Ecke. Das ist bei ihr aber normal. Sie frisst oft erst, wenn ich nicht mehr hinschaue. Dann bin ich ins Bett gegangen. Nach 10 Minuten bin ich wieder aufgestanden. Es war einfach so ein komisches, unbestimmtes Gefühl. Ich habe mich eine Weile vor das Gehege gesetzt und den Tieren beim Fressen zugesehen. Kleo saß immer noch in der Ecke. Dann stand sie auf und hatte starke Krämpfe. Der ganze Körper zog in Wellen zusammen. Dabei tröpfelte etwas Urin heraus. Ich habe sie aus dem Gehege genommen und in den Flur gesetzt. Die Krämpfe wurden immer stärker. Um 23.00 Uhr habe ich bei meiner TÄ angerufen und ihr die Symptome geschildert. Sie sagte, ich solle sofort kommen und sie meinte, es könne eine Blasenentzündung oder Blasensteine sein. Ich habe Kleo in die Transportbox gepackt und bin sofort losgefahren.
Als ich bei Praxis ankam, war die TÄ schon da. Sie hat Kleo abgetastet und abgehorcht. Dann bekam Kleo wieder diese starken Krämpfe. Sie hat dann ein entkrampfendes und ein Schmerzmittel gespritzt bekommen. Die TÄ hat mir empfohlen, Kleo über Nacht zur Beobachtung da zu lassen. Kleo bekam einen Käfig mit Handtüchern ausgelegt, einen Wassernapf, Heu und eine Rotlichtlampe. Die TÄ hat gesagt, dass sie mich anrufen werde, wenn am Morgen weitere Untersuchungen (Blutuntersuchung, Röntgen) gemacht worden seinen.

Donnerstag:
Um 9.00 Uhr hat die TÄ angerufen, sie hätten Kleo geröntgt, und es wäre glücklicherweise kein Blasenstein. Aber sie hätte auf dem Röntgenbild gesehen, dass Kleo trächtig ist. Und sie kann ein Junges erkennen, das im Geburtskanal feststeckt. Sie hat dann noch gefragt, ob ich weiß, wie lange sie schon trächtig ist, weil sie vermutet, dass das Junge nicht mehr lebt. Ich musste ihr sagen, dass ich es nicht bemerkt habe, dass Kleo überhaupt trächtig ist. Dann hat sie noch gesagt, dass sie jetzt eine Ultraschall-Untersuchung machen wird und mich dann wieder anruft. Nach ca. 1 Stunde hat sie wieder angerufen. Die Ultraschall-Untersuchung war gemacht worden. Das Baby war wirklich nicht mehr am Leben. Sie hat dann noch versucht mit einem wehenfördernden Mittel die Geburt auf „normale“ Weise einzuleiten. Aber ohne Erfolg. Sie hat mir gesagt, die einzige Möglichkeit, um das Leben von Kleo nicht noch weiter zu gefährden, wäre ein Kaiserschnitt. Ich habe sofort zugestimmt. Ich solle dann um ca. 15 Uhr anrufen und wieder nachfragen. Es waren schreckliche Stunden der Ungewissheit. Ich habe dann um 15 Uhr angerufen. Und es ist mir gesagt worden, Kleo ist schon wieder aufgewacht und schaut sich neugierig die Gegend an, und ich kann sie sofort abholen kommen. Puh, da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Ich bin dann sofort zur Praxis gefahren. Die TÄ hat mir das Röntgenbild gezeigt und mir gesagt, dass das Junge schon mindestens seit einer Woche tot war. Er hatte angefangen, sich zu zersetzten, und hatte durch die Leichengifte die Gebärmutter und die Eierstöcke so angegriffen, dass diese bei der Operation komplett mit entfernt werden mussten. Die genähte Wunde ist ca. 5 cm lang. Dadurch, dass es nur ein Baby war, ist es riesig groß geworden. Deshalb und wegen Kleos Alter (5,5 Jahre) ist es im Geburtskanal stecken geblieben. Normalerweise lösen die Jungen ab einem gewissen Wachstumsstadium durch Hormone die Geburt aus. Da ein Junges nicht normal ist, wurden zu wenig dieser Hormone gebildet, und die Wehen sind nicht ausgelöst worden. Das erklärt auch, warum ich vorher bei Kleo nichts erkannt habe. Wieder zu Hause hat Kleo sehr viel getrunken. Gefressen hat sie auch gleich etwas. Sie war noch sehr wackelig auf den Beinen und hatte sichtlich Schmerzen beim Hinlegen. Ich habe ihr einen extra Käfig mit Handtüchern ausgelegt, damit kein Dreck in die Wunde kommt.

Freitag:
Ab heute muss Kleo 6 Tage lang morgens und abends 4 ml Antibiotikumsaft mit einer Spritze (ohne Nadel) oral eingeflösst bekommen (Antibiotikumsaft: Chloromycetin Palmitat, Wirkstoff Choramphenicolpalmitat, ein Breitbandantibiotikum). Gefressen hat sie nichts mehr, und sie war sehr beleidigt. Ich musste sie zwangsernähren. Alle zwei Stunden bekam sie einen Brei mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) ins Mäulchen gespritzt (gemahlene Pellets + Heu, Karottenmus gemischt mit Kamillentee).

Samstag:
Morgens musste ich sie noch einmal zwangsernähren, dann hat sie angefangen von selber zu fressen. Ich habe ihr aus dem Garten geholt, was sie besonders gerne mag (Löwenzahn, Gras, Petersilie).

Nach ca. 4 Tagen war Kleo wieder einigermaßen normal auf den Beinen. Sie ist sehr langsam gehoppelt und konnte sich auch hinlegen ohne Schmerzen.

Nach 11 Tagen wurden die Fäden gezogen. Die TÄ meinte, es ist alles super zugewachsen und verheilt.

Kleo ist inzwischen auch nicht mehr böse auf mich. Aber eine Gemütsveränderung hat statt gefunden. Sie ist anhänglicher geworden, zerstört aber in der Wohnung alles, was sie finden kann. Und sie geht nicht mehr in die Klokiste. Sie pinkelt mit Vorliebe auf das Parkett.

Fazit:
Ich werde nie wieder einem Tier so etwas zumuten. So schön kleine Baby-Kaninchen sind, ich werde bestimmt keine mehr produzieren. Ich war mir nie bewusst, dass so viel dabei schief gehen kann.

 

Zu schwache Wehen

Wir holten Lisa und Hoppel im Alter von 7 Wochen zu uns, und die Verkäuferin meinte, es wären wahrscheinlich 2 Mädchen. Einige Wochen später stellte eine befreundete Tierpflegerin fest, dass es sich um ein Pärchen handelte. Da wir keinen Nachwuchs wollten, gingen wir mit beiden zum Tierarzt, um nach der Kastration zu fragen. Der Arzt meinte, dafür wäre Hoppel noch nicht weit genug entwickelt. Wir sollten in regelmässigen Abständen zur Kontrolle kommen. Da die beiden immer aneinander klebten, brachten wir es nicht übers Herz, sie zu trennen. Es kam was kommen musste, bevor Hoppel kastriert  wurde, hatte er Lisa gedeckt.

Wir bemerkten, dass sie ein Nest baute und sich das Fell ausrupfte. Da wir den ungefähren Termin nicht wussten, beobachteten wir sie aufmerksam. Eines Tages schien es so weit. Lisa krümmte sich in Abständen von Minuten, aber es tat sich nichts. Als wir das eine Weile beobachtet hatten, kam es uns doch merkwürdig vor und wir gingen mit ihr zum Tierarzt.

Der meinte, die Wehen wären zu schwach, und gab ihr eine wehenfördernde Spritze. Wir nahmen sie wieder mit nach Hause und setzten sie in ihren Stall. Am nächsten Morgen fanden wir ein angefressenes Baby im Stroh. Wir dachten, nun hätte Lisa es hinter sich, aber sie verhielt sich immer noch merkwürdig. Also wieder zum Arzt. Der stellte fest, dass noch ein Baby da war, und gab ihr wieder eine Spritze. Falls sie bis zum Nachmittag nicht wirke, sollten wir selbst noch einmal spritzen, da Wochenende war. Er gab uns eine Spritze mit und riet uns, wenn das Baby herauskam, auf jeden Fall bei der Geburt zu helfen.

Bis Nachmittag hatte sich nichts getan, und Lisa quälte sich immer noch. Also gaben wir ihr die nächste Spritze. Nach einer Weile tauchte der Kopf des Babys auf. Ich konnte erkennen, dass es durch die lange Geburt schon nicht mehr am Leben war. Trotzdem musste ich mich überwinden und das Kleine am Kopf kräftig nach draussen ziehen. Endlich schien alles vorbei. Lisa hatte anscheinend keine Wehen mehr.

Wir sollten am Montag zur Kontrolle zum Arzt kommen. Am Sonntag saß unser Kaninchen den ganzen Tag apathisch herum. Wir dachten, dass sie von der Geburt so geschwächt war. Am nächsten Tag untersuchte der Arzt sie und meinte, da wären keine Jungen mehr, er wüsste aber nicht, was ihr sonst noch fehle.

Plötzlich ringelten sich aus ihrem Hinterleib ein Haufen dicker Fliegenmaden. Der Arzt sagte, das sähe nicht gut aus. Durch die schwere Geburt und den Blutverlust war Lisa so geschwächt, dass sie ein willkommenes Opfer für die Fliegenmaden war. Er sammelte sie alle ab und gab uns ein Medikament zum Spülen und eine Salbe zur Wundheilung.

Unser tapferes Mädchen brauchte lange, um sich zu erholen. Ich mache mir heute noch Vorwürfe, dass ich Hoppel und Lisa nicht getrennt hatte. Diese schlimme Erfahrung hätte ich ihr gerne erspart.

 

Komplikationen (Kaiserschnitt)

Suni ist durch einen Unfall trächtig geworden (Max betrieb Käfig-Jumping). Nach anfänglichem Ärger habe ich mich dann doch auf die Kleinen gefreut.

Als es dann soweit sein sollte (es war der 31ste Tag), und sich bei Suni nichts tat, rief ich bei meiner Tierärztin an. Sie meinte, dass ich mir noch keine Sorgen machen müßte, da die Kaninchen im Schnitt 33 Tage trächtig sind, nicht nur 28 - 31 Tage. Zusätzlich hat mich einfach irritiert, dass Suni nichts mit der Trächtigkeit anzufangen wußte. Kann es schlecht erklären, einfach aus dem Gefühl heraus hatte ich den Eindruck, dass sie einfach nicht wußte, was da mit ihr passiert.

Am nächsten Morgen waren die Kleinen immer noch nicht da. Normalerweise bin ich immer recht früh wieder nach Hause, gerade wegen ihrer Trächtigkeit. Ausgerechnet an dem Tag bin ich erst spät aus der Firma gekommen. Kam nach Hause, habe Blut im Käfig entdeckt und sofort die TÄ angerufen. Sie meinte, dass die Jungen zu groß sein könnten, sich die Gebärmutter gedreht hat und Suni deswegen Blut verliert. Das hieß: sofort hinfahren.

Als wir ankamen, wurden gleich Röntgenaufnahmen gemacht. Da war zu sehen, dass es zwei Junge sind, eins davon mit dem Hintern im Geburtskanal liegt und deswegen nichts ging. Sie meinte auch, dass sofort ein Kaiserschnitt gemacht werden müßte, da sonst keiner der drei (sprich Mutter mit Kinder) den nächsten Morgen überleben würde.

Sie wurde dann für die OP fertig gemacht und bekam erst mal eine Spritze mit einem Schmerzmittel, das 24 Stunden wirkt. Als ihr dann der Bauch für die OP rasiert wurde, wurde festgestellt, dass das Gesäuge und die Milchdrüsen nicht mal ansatzweise ausgebildet waren. Dann wurde sie operiert. Normalerweise macht es mir nichts aus, bei kleineren OPs bei meinen Tieren dabei zu sein bzw. auch mitzuhelfen. Aber da konnte ich einfach nicht, da ich nicht wußte, wie es für Suni ausgeht. Und bevor ich umkippe und auch noch behandelt werden muß....... D.h. zum eigentlichen Kaiserschnitt kann ich nichts berichten, außer: die OP dauerte insgesamt 1,5 Stunden. Irgendwann kam dann die Helferin und sagte, dass es Suni soweit gut geht, sie stabil ist, aber die zwei Babys (sie sagte dann, dass es Jungs waren) tot sind.

Nachdem die OP soweit vorbei war und ich wieder zu ihr konnte, teilte mir die TÄ mit, dass bei Suni der Hormonhaushalt überhaupt nicht bereit war, dass die Jungen schon 1 - 2 Tage tot sein müßten (es muß aber am Tag davor nach 19.00 Uhr passiert sein, denn als ich da mit der TÄ telefoniert habe, hat einer der beiden Jungs mir noch leicht in die Hand getreten) und durch die fehlenden Hormone nicht vollständig entwickelt waren, also auch keine Überlebenschance gehabt hätten, wenn sie lebendig geboren worden wären. Sie wurde hinterher noch mit einigen Medikamenten behandelt (weiß leider nicht welche), wegen der Infektionsgefahr und damit der Kreislauf stabil bleibt.

Daheim habe ich sie erst mal in einen kleinen Quarantäne-Käfig einquartiert und über Nacht ein Wärmekissen unter den Käfig gelegt, damit ihre Temperatur stabil bleibt. Die restlichen Tage stand sie in der Nähe der Heizung. Zur Schonung der Wunde war sie auch die ersten fünf Tage nur auf Handtüchern gebettet, die ich morgens und abends gewechselt habe.

Suni war zwar am ersten Abend noch etwas benommen, hatte zwei Tage noch ziemliche Schmerzen, ist aber am dritten Tag schon wieder wie eine junge Göttin durchs Zimmer getobt, hat mit mir Fangerles gespielt, mein Bett verwurschtelt, die Tapete abgezupft usw., eben all das, was eine muntere Kaninchendame so tut.

Und ich war so froh, dass für sie noch mal alles so gut ging!!

Für mich waren einige Punkte dann doch völlig neu:

    dass eine Trächtigkeit durchschnittlich 33 Tage dauern kann

    dass nicht nur bei Meerschweinchen, sondern auch bei Kaninchen das Alter der Erstgeburt unter einem Jahr liegt. Wenn ein erstgebärendes Kaninchen über ein Jahr alt, ist kann sich das Becken verhärten und dehnt sich nicht beim Geburtsvorgang. Es kann wie bei Suni zu Komplikationen kommen und eine gefährliche Operation nötig werden

    dass bei älteren Kaninchen der Hormonhaushalt nicht mehr mitmachen kann, und die Jungen trotz der langen Tragezeit nicht lebensfähig, da nicht vollständig entwickelt, sind

Suni hatte die Kaiserschnitt-OP gut überstanden. 10 Tage später sind wir zum Fäden ziehen in die Praxis. Die Wunde sah sehr gut aus, alles wunderbar verheilt. Damit könnte der Bericht ja zu Ende sein, aber das Drama fing dann richtig an.

Sie hatte angefangen, nichts mehr zu fressen und nichts mehr zu trinken. Habe sie den ganzen Tag mit Argusaugen beobachtet und ihr all ihr Lieblingsfutter hingehalten. Nix, sie wollte nicht. Am nächsten Morgen bin ich gleich zur TÄ (eine Stellvertreterin, meine war im Urlaub).. Als Sunis Zähne untersucht wurden (alles wunderbar in Ordnung), haben wir gesehen, dass ein Stück von der Wunde aufgegangen ist (als die Fäden gezogen wurden, hatte sie sich schon ein Fädchen abgeknabbert, und die Stelle ging auf), und es hat sich, laut dieser TÄ, ein kleiner Abszess an der Stelle gebildet. Vor Schmerzen an der Wunde hat sie wohl nichts mehr gefressen. Sie hat eine Antibiotikaspritze und ein Schmerzmittel bekommen, das offene Stück wurde gespült und gesalbt. Ich habe dann noch was zum Spülen und eine antibiotische Salbe mitbekommen zur täglichen Behandlung.

Daheim angekommen hat sie sich gleich auf die Futterschüssel gestürzt. War ja alles gut und schön, aber sie hatte dauernd die Salbe von der Wunde geschleckt. Fand ich nicht so toll, a) wegen der Wirksamkeit und b) weil es eine antibiotische Salbe ist und ihrem Darm nicht besonders gut tut. Nachdem ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ein Abszess sofort behandelt werden soll, bin ich in die Tierklinik gefahren. Dort wurde Suni untersucht und gemeint, es wäre alles in Ordnung. Bin also wieder nach Hause. Abends habe ich festgestellt, dass sich die Wunde an einer zweiten Stelle geöffnet hat. Panisch habe ich in der Tierklinik angerufen. Dort bekam ich den Tipp, ihr ein Baby-T-Shirt überzuziehn und drunter die Wunde mit einer Mullbinde abzudecken. Der Erfolg: Es hielt genau 2 Minuten!! Der Versuch, einen Trichter zu basteln, ging gnadenlos in die Hose (bin völlig unbegabt dafür).

Also nochmal in der Tierklinik angerufen. Dort wurde ich aber abgewimmelt, nach dem Motto: Kaninchen sind nicht wichtig genug. Aber man würde mich am nächsten Morgen anrufen, damit sie mir einen Trichter verkaufen können. Toller Gag!!! Ich habe dann beim tierärztlichen Notdienst angerufen und dort die Nummer des Nottierarztes für die Nacht bekommen. Zum Glück ist diese TÄ nur 10 min. von mir entfernt. Nach der Untersuchung hat sich (angeblich) herausgestellt, dass die Wunde ist total entzündet und vereitert ist. Kein Wunder, dass sie höllische Schmerzen hat. Sie wurde mit Antibiotika "getränkt" und geklammert. Ich habe die TÄ zwar darauf angesprochen, dass ein Eiterherd doch richtig entfernt werden sollte, aber sie meinte, die Behandlung würde ausreichen. Machen konnte ich dagegen wenig, da ja ansonsten niemand mehr da war heute Nacht. Suni bekam dann auch einen Trichter verpaßt, so dass sie nicht mehr an die Wunde kommt. Daheim angekommen war Suni fuchsteufelswild wegen des Trichters und tobte wie irre im Käfig umher. Trinken konnte sie damit noch, an die Raufe kam sie auch noch ran. Als ich ihr ein wenig Trockenfutter mit dem Löffel hinhielt, hat sie ihn gleich in der Gegend herumgeschleudert.

Am nächsten Tag bin ich wieder zur Nottierärztin zur Nachuntersuchung. Laut ihrer Aussage hatte Suni auf jeden Fall keinen Abszess, ansonsten hätte sie die Wunde auch nicht geklammert, sondern offen gelassen. Die Oberbauchnaht verheilt wunderbar, nur, aus welchen Gründen auch immer, wollte die Unterbauchnaht nicht heilen, hat sich entzündet und geeitert. Es wurde alles ausgekratzt, gespült, mit 2 verschiedenen ABs behandelt (Alzheimer läßt grüßen, die Namen habe ich vergessen) und dann geklammert. Aber so, dass man drunter noch spülen kann. Die Wunde wurde wieder gespült und gesalbt. Die Klammern dienen einfach zum Schutz, dass keine weiteren Bakterien reinkommen. Habe nochmal was zum Spülen, Salben und Antibiotika zur oralen Eingabe für den nächsten Tag, mitbekommen und sollte dann zwei Tage später noch mal zu meiner Haus-TÄ gehen.

Bin aber dann doch am nächsten Tag zu meiner Haus-TÄ gegangen, da ich von dem Gedanken, ihr oral Antibiotika geben zu müssen, nicht begeistert war, da die Wunde ja mit Antibiotika getränkt wurde und durch die Haut den Magen-/Darmtrakt angreift.

Die Klammern wurden wieder entfernt, die Wunde wurde noch mal ausgespült und gesalbt. Sie meinte, die Wunde solle von innen heraus zuheilen. Den Trichter solle ich aber noch ein paar Tage dran lassen.

Also habe ich jeden Tag die Wunde gespült, gesalbt und habe überhaupt keine Besserung gesehen. Ein paar Tage später fing Suni wieder an, nichts zu fressen und nichts zu trinken. Geböbbelt hatte sie auch nicht mehr. Nachdem ich sie untersucht habe, hatte ich die Vermutung: Verstopfung. Ich habe gleich bei meiner TÄ angerufen, ihr die Symptome geschildert (Gluckern im Bauch, Zähneknirschen, Schmerzen in der linken Bauchseite), und sie stimmte mir zu. Die TÄ war aber nicht da (war schließlich Sonntag), und ich habe dann bis zum nächsten Tag selbst behandelt: Möhrchenbrei mit Öl, Sab-Simplex-Tropfen. Habe ihr das im 2 – 3 stündigen Abstand mit einer Spritze zwangseingeflößt.

Am nächsten Morgen waren die Bauchgeräusche weg, und sie hatte auch keine Schmerzen mehr, aber fressen wollte sie immer noch nicht. Da ich für diese Behandlung den Trichter weggemacht hatte, hat sie natürlich gleich wieder an der Wunde rumgemacht. Sie ist dann noch weiter aufgegangen!!

Bin dann wieder mit Suni zur TÄ, dort wurde sie wieder genauestens unter die Lupe genommen, die Zähne noch mal kontrolliert (war immer noch alles bestens in Ordnung). Aber....... sie hat hochallergisch auf die Unterbauchfäden reagiert und deswegen die Oberbauchnaht wieder aufgeschleckt/-geknabbert.

Suni mußte nochmal operiert werden. Das ganze versiffte Gewebe wurde mitsamt der Fäden entfernt (die eigentlich nach 3 Wochen gar nicht mehr da sein dürften) und neu vernäht (diesmal mit einem anderen Unterbauchfaden). Während der OP wurde auch der Darm untersucht (wegen der Verstopfung), war aber völlig in Ordnung. Vielleicht hatte ja der Möhrchen-Öl-Brei gewirkt.

Daheim ging das Drama weiter: Suni fraß und trank nichts. Ich habe sie dann zwangsernährt. War ein paar Tage ein ziemliches Drama: mal fraß sie ein wenig von alleine, dann wieder überhaupt nichts, und ich mußte wieder zwangsernähren. Nach einigen Tagen bin ich wieder völlig entnervt zur TÄ gegangen, Suni wurde wieder gründlich untersucht (Zähne, Bauch), und es war nichts festzustellen. Die TÄ vermutete, entweder sie trotzt, oder der Bauch spannt durch das zweite Nähen zu sehr. Dabei wurde dann festgestellt, dass Suni sich wieder ein Fädchen gezogen hat und die Wunde ein Stück auf war. Nach einiger Diskussion sollte Suni noch mal zwangsernährt werden und später noch mal untersucht. Ich hätte den Gang zur TÄ wohl früher machen sollen: kaum daheim angekommen fing sie auf einmal an zu fressen und zu trinken. Und diesmal nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig.

Dieses Stückchen offene Wunde machte mir natürlich Sorgen. Den Trichter wollte ich ihr eigentlich nicht noch mal aufziehen, da er für sie eine Quälerei war. Sie mußte ihn auch nur einen Tag ertragen, dann hatten wir ihr eine Art „Leibchen“ angezogen, mit Mullbinde festgewickelt und so kam sie dann nicht mehr an die Wunde ran.

Nach 3 Wochen wurden die Fäden gezogen, und es sah wirklich sehr gut aus. Leider war dem nicht so. Das Drama ging weiter und endete mit ihrer Einschläferung.

Wie beschrieben, ging es ihr 3 Wochen gut, dann fing sie wieder an nichts mehr zu fressen. Also ging der Gang zur TÄ wieder von vorne los. Diesmal bestand ich darauf, dass ihre Zähne unter Narkose untersucht werden. Und siehe da, es hatten sich Zahnspitzen in Richtung Zunge gebildet. Es wurde korrigiert und danach ging es ihr wieder gut. Das kam daher, dass sie seit dem Kaiserschnitt ein sehr schlechtes Freßverhalten gezeigt hat und Heu total verweigert hatte. Ich war froh, wenn sie überhaupt was gefressen hat, ich mußte sie ja teilweise zwangsernähren. Ich habe ihr alles hingestellt, was für sie lecker war, aber eben nicht gerade das Beste für ihre Zähne.

Es sah eine Weile wieder recht gut aus. Sie wurde wieder lebhafter und hatte wieder mehr Unsinn im Kopf.

Leider war durch all das ihr Immunsystem überhaupt nicht mehr in Ordnung, und sie fing an zu niesen. Am ersten Tag, als sie immer öfters nieste, aber nichts aus ihrer Nase kam, bin ich gleich zum Not-TA (wie üblich war es Wochenende). Es konnte aber nichts festgestellt werden (er hat sein Ohr schon fast in ihre Nase geschoben, um irgendwelche Geräusche zu hören). Sie bekam vorsorglich eine Spritze gegen Schnupfen.

Zwei Tage war es gut, dann ging die Nieserei wieder los. Also, ab zur TÄ. Wir haben hin und her überlegt. Es war so einfach nichts festzustellen. Sie bekam vorsorglich AB gegen Schnupfen, und ich bekam noch Tiacil (antibiotische Augentropfen mit). Eine Zeitlang nieste sie immer heftiger, Suni wurde immer apathischer, aber dann wurde es besser und hörte ganz auf. Ich hatte den Verdacht auf Heuallergie. Suni bekam wieder nur noch Handtücher in den Käfig, das Heu für sie hatte ich gewaschen und im Backofen getrocknet, und ich gab ihr noch zusätzlich Echinacin und Schwarzkümmelöl. Eine Woche ging es gut, dann fing es noch heftiger wieder an. Also bekam sie wieder die Augentropfen, und es wurde ein Abstrich gemacht. Der Abstrich war negativ. Es waren keinerlei Schnupfenbakterien bzw. andere Krankheitserreger zu finden. Es wurde aber immer schlimmer, sie wurde direkt nach dem Abstrich vorsorglich mit einer AB-Kur behandelt. Leider war aber nichts mehr zu machen. Es wurde so schlimm, dass sie nicht mehr durch die Nase, sondern nur noch durchs Mäulchen atmen konnte. Sie konnte auch nicht mehr richtig fressen, da sie dabei drohte zu ersticken. Schweren Herzens habe ich mich dann entschlossen, sie erlösen zu lassen. Am 30.12.2000 ist sie eingeschläfert worden. Suni magerte in dieser Zeit von 1,8 kg auf 760 g ab. 3 ½ Monate habe ich mit ihr gekämpft und gelitten. Leider hat sie den Kampf verloren.

Mein Fazit:

Ich weiß auf jeden Fall, dass so ein Unfall niemals wieder passieren wird, und dass ich in meiner Meinung, keine Züchtungen bei Kaninchen, mehr als bestätigt bin. Denn dass so ein Unfall, so schlimme Folgen haben könnte, hätte ich niemals gedacht. Und ich hoffe, dass ich einige damit zum Nachdenken bringe, nicht unüberlegt Kaninchennachwuchs in die Welt zu setzen. Wer seine Kaninchen wirklich liebt, tut ihnen das einfach nicht an, sondern schenkt einem oder mehreren Kaninchen aus dem Tierheim ein schönes Zuhause!!

Bei Delphi findet ihr Hilfe wenn es Probleme mit Unfallwürfen gibt.

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Letzte Aktualisierung ( 3. Juli 2012 11:46 )
 
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