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Tierärzte
Knochenbruch bei Bino Drucken
15. August 2008 09:25

BinoDurch mein Engagement im Tier- schutz wurde ich beim Besuch eines Tierheims auf den kleinen Bino aufmerksam. Die Pflegerin zeigte ihn mir und mir fiel als erstes seine ungewöhnliche Sitzhaltung auf. Bino saß nicht normal auf den Hinterläufen. Er saß auf dem Po und hielt die Hinterläufe angewinkelt (Foto).

Die Pfleger sagten mir er würde sehr wenig fressen und Bino fühlte sich tatsächlich sehr dünn an. Er war wenige Tage vorher im Tierheim als Fundtier abgegeben worden. Tagelang ist er an einem Sportplatz herumgelaufen, bis er zu entkräftet gewesen war und endlich gefangen werden konnte. Kurzerhand nahm ich Bino als Pflegetier mit zu mir nach Hause um ihn von meinen Tierärzten untersuchen zu lassen.Becken

 

Mein Tierärzteteam röngte den kleinen Kerl und stellte dabei einen Bruch nahe des Beckens fest (Foto um- kreiste Stelle).



Somit hatten wir einen Befund und eine Ursache für sein ungewöhnliches Sitzen und auch seine seltsame Art der Fortbewegung. Denn Bino hoppelte nicht. Er watschelte wie eine Ente (Fotos) und schritt dabei eher auf den Zehenspitzen. Das Hinterteil hielt er dabei hoch, konnte oder wollte es (vor Schmerzen?) nicht abrunden.bino3  bino4
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Männchen machen ging gar nicht, somit auch nicht das Putzen mit beiden Vorderpfoten. Auch konnte er nicht auf Gegenstände raufhüpfen oder diese überspringen. Selbst das Dach seines Kartonhauses war ihm zu hoch!
Aus schulmedizinischer Sicht konnte man an dieser Bruchstelle nichts tun. Weder gipsen, noch schienen! Man riet mir dazu ihm Ruhe zu gönnen, vielleicht nicht zuviel Freilauf zu geben, damit er sich schone und mit alternativer Medizin zu arbeiten. Auf meine Frage hin, wie lang so ein Bruch braucht um zu verheilen sagten sie mir vsl. mehrere Monate, bis er eine gewisse Festigkeit habe. Ich solle von mindestens 2 eher 3 Monaten ausgehen, bis man auf einem neuen Röntgenbild nichts mehr sehen würde.

Ich war gefrustet, ließ mich jedoch nicht unterkriegen. Zuhause wälzte ich meine Bücher und wertete als erstes Schüßler Salze für ihn aus. Zum einen für die Knochen und den restlichen Bewegungsapparat (Muskeln, Sehnen, Bänder), zum anderen für seinen Mineralienhaushalt der durch das tagelange Leben auf dem Sportplatz und das wenig Fressen und Trinken im Tierheim nicht optimal war. Die Tabletten fraß er als wären es Leckerchen.

Weiterhin bekam er täglich eine LED-Wechsellampe ans Gehege gestellt (Kabel in sicherer Entfernung). Die Lampe wechselt automatisch 12 Farben durch. Er legte sich auch tatsäch-lich allabendlich, sobald sie brannte, in den Lichtschein und tankte regelrecht auf. Auf den Bildern sieht man, dass der eine Hinterlauf abartig in der Luft steht! Das war zu Beginn so. Er konnte die Läufe nicht aufeinander legen.lampe  lampe2
   

 

 

 

 

 

 

Eine befreundete Heilpraktikerin gab mir den Tipp ein Komplexmittel zu geben, das die Kallusbildung fördert, so dass der Knochenbruch schneller zusammenwachsen soll. Ich besorgte es und gab es ab dem Zeitpunkt täglich über 14 Tage oral. Weiterhin wertete ich ein homöopathisches Mittel aus, das er an einem Tag zweimalig bekam. Bereits am nächsten Tag machte er deutliche Fortschritte. Ich glaubte es kaum. Er bewegte sich deutlich besser.

bino4Unheimlich gerne lag er im Katzenkörbchen neben seinem Trostfreund, einem rosa Plüschschwein. Dort streckte er sich immer sehr lang, was er auch nach dem Aufstehen tat. Dann wurde der Po sehr weit nach oben gestreckt, was ich bei einem Kaninchen so noch nie gesehen habe.

Futter vom Boden aufnehmen fiel ihm schwer. Scheinbar belastete das den Bruch zu sehr, daher bekam er ein kleines Tischchen, in dem die Näpfe eingehängt sind. Von dem Moment an fraß er deutlich besser und nahm auch endlich zu (sein Eingangsgewicht lag bei ca. 900 g). Da sein Körper so ausgezehrt war, bekam er neben frischem Gemüse und wenig Obst auch ab und an dickmachende, ungesunde Dinge, wie Schmelzflocken zum Trockengemüse, getrocknete Bananenscheiben und Apfelchips.

Seine Fortbewegung veränderte sich fast täglich dahingehend, dass er immer öfter Hoppel-versuche unternahm und man ihm manchmal nicht ansah, das er einen Bruch besaß. Als er nach fast 3,5 Wochen Männchen machte und auch das Gesicht putzen wie bei einem ge-sunden Tier klappte nahm ich ihn kurz entschlossen genau 4 Wochen nach meinem 1. Tierarztbesuch erneut mit in die Praxis. Der Tierarzt versuchte mich von einem 2. Röntgenbild abzuhalten. Er teilte mir mit, dass man nach so kurzer Zeit kaum etwas sehen könne. Doch ich bestand darauf, immerhin war es ja mein Geld 

Die 2. Aufnahme zeigte absolut nichts, so dass der Doc unsicher wurde, ob denn überhaupt jemals ein Bruch vorhanden war. Er nahm die erste Aufnahme zur Hand, hängte sie nebeneinander und konnte es nicht glauben. Es war tatsächlich nichts mehr von einem Bruch zu sehen! Sein dazu gerufener Kollege fand auch nichts.

Bino wurde somit 4 Wochen nach Diagnosestellung als „geheilt“ entlassen. Meine „Wundermittel“ notierte sich der Tierarzt, wobei ich der Ansicht bin vieles liegt auch am Tier, an dessen Zustand und an dem was man zu tut. Bei dem einen wirken alternative Mittel, beim nächsten jedoch vielleicht nicht in der Schnelligkeit.

Bino lebt mittlerweile fest bei mir. Er kann mittlerweile alles, was ein gesundes Tier kann. Macht Männchen, schlägt Haken, tobt ausgelassen herum. Er frisst alles was auf dem Boden liegt. Keine Spur mehr von seinem Defizit.


Wie es zu dem Bruch kam? Es kann nur spekuliert werden, doch seinem Verhalten nach zu urteilen hat dies vsl. mit einem Unfall zu tun. Er hat panische Angst vor Kindern und kennt keine anderen Kaninchen! Demnach zu urteilen ein Einzelkaninchen das bei einem möglichen versehentlich passierten Kinderzimmerunfall verletzt wurde. Statt zum Arzt zu gehen setzte man ihn aus – quasi die Natur wird´s schon richten!

So unsere Theorie … !

 

von Sonja Tschöpe  

 

Erkrankungen des Bewegungsapparates (Kaninchen-Info)

Letzte Aktualisierung ( 7. October 2009 07:41 )
 
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