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Giftpflanzen und ihre Wirkung Drucken
3. März 2007 14:32
von Nadine

Colchinin: Colchinin ist das Hauptalkoloid der Herbstzeitlosen und ist besonders reichlich in den Samen und Blüten enthalten. Colchinin wirkt als Spindelgift und verhindert dadurch die Zellteilung. Es hemmt auch weitere Prozesse wie die Leukozytenbweglichkeit oder den Transport von Neurotransmittern. Das Vergiftungsbild ist von einer hämorrhagischen Enteritis mit Erbrechen, Kolik und Durchfall geprägt. Ferner treten Schluckbeschwerden und Atemlähmungen auf.

Cyanid: Cyanid ist das einwertige Anion, also Salz der Blausäure und kommt in der Natur z.B. in bitteren Mandeln oder Obstkernen vor. Auch in der Kirschlorbeer sowie Flachs. Die cyanogenen Glykoside werden durch die Verdauung gespalten.

Furanocumarine: Psoralen und andere Furanocumarine sind phototoxische Stoffe. Das heißt sie steigern die Empfindlichkeit der Haut gegen Sonnenlicht.

Die schwere der zytotoxischen Reaktion hängt nicht nur von der Konzentration der Einwirkungszeit der Substanz ab, sondern auch von der Intensität der Sonnenbestrahlung. Furanocumarine sind in besonders hoher Konzentration im Bärenklau und im Johanniskraut zu finden.

Glykoside: Herzwirksame Glykoside: Die Herzglykoside der Digitalis und Strophantusarten werden therapeutisch genutzt. Gleichartig wirkende Glykoside kommen auch in anderen Pflanzen vor. Dazu gehören die Meerzwiebel, der Oleander, das Maiglöckchen und das Pfaffenhütchen.

Nitrate: Es gibt über 100 Pflanzenarten die Nitrat speichern. Die Nitratmenge ist stark abhängig von der Düngung. Intensive Stickstoffdüngung führt zu bedenklicher Nitratbelastung im Bode, des Grundwassers und der Kulturpflanze.

Oxalsäure: Oxalsäure und ihr Kaliumsalz kommen in größeren Mengen in Rhabarber vor, das meiste davon in den Blättern, weshalb nur der Stiel nach dem Kochen zum Verzehr geeignet ist. In geringeren Mengen kommt Oxalsäure unter anderem in Sauerklee, Sauerampfer, Mangold, Spinat und Roten Rüben vor. Ampferarten, Aronstab, Gänsefuß und verschiedene Sauerkleegewächse stellen wegen ihrem Oxalsäuregehalt eine Gefahr für Herbivoren(Pflanzenfresser) dar. Oxalsäure wirkt lokal reizend und bei massiver Exposition kommt es zu Anzeichen eines Calciummangels mit Störung der Herzfunktion, weil Calcium in Form von unlöslichen Oxalatkomplexen ausgefällt wird. Durch Verstopfung der Tubuli mit Calciumoxalatkristallen kommt es zu Nierenschäden.

Saponine: Dabei handelt es sich um verschiedenartige Verbindungen, deren gemeinsame Eigenschaft darin besteht, dass das sie in wässriger Lösung stark schäumen. Infolge ihrer Oberflächenaktivität wirken Saponine membranschädigend. Vergiftungen sind durch Zerstörung der Magen-Darm-Schleimhaut und Hämolyse gekennzeichnet. Saponine kommen in Pflanzen außerordentlich häufig vor, wo zum Beispiel in der Rosskastanie, im Alpenveilchen und in verschiedenen Hahnenfußgewächsen.

Solanin: Viele Nachtschattengewächse, darunter die Kartoffel, enthalten ein Gemisch giftiger Alkaloide. Nur bei wenigen Arten wie Tomate werden die Alkaloide während der Fruchtreife so weitgehend entgiftet, dass die Früchte essbar werden. Solanin ist in allen Pflanzenteilen der Kartoffel enthalten. Gefährlich sind die unreifen, grünen oder auskeimenden Kartoffelknollen. Wie andere Alkaloide ist Solanin hitzestabil, wird also beim Kochen nicht zerstört. Solanin schädigt lokal die Schleimhäute und führt zu Krämpfen und Atemlähmung.

Taxin: für die Toxizität der Eibe ist Taxin verantwortlich. Taxin besteht aus einem komplizierten Gemisch von verschiedenen Alkaloiden. Alle Pflanzenteile außer dem Fleisch der Beeren sind toxisch. Zu Vergiftungen kommt es häufig bei Pferden und Wiederkäuern. Die Hauptwirkung geht in erster Linie auf eine kardiotoxische Komponente zurück, diese führt zu Bradykardie und Herzstillstand.

Tropen-Alkaloide: Tollkirsche, Stechapfel, Engelstrompete, Krainer Tollkraut und andere Pflanzen enthalten ein Gemisch aus Atropin und Scopalamin. Bei Vergiftungen richtet sich die Symptomatik nach der hauptsächlichen Giftkomponente. In Tollkirsche und Krainer Tollkraut überwiegt die zentral erregende Wirkung von Atropin. Die übrigen Spezies anhalten mehr Scopalamin, das sich zentralnervös dämpfend auswirkt.

Thiaminase: Farngewächse und Schachtelhalmgewächse enthalten hohe Mengen an Thiaminase. Wegen der Zerstörung von Vitamin B1, führt die Aufnahme dieser Pflanzen zur „Taumelkrankheit“. Die Erscheinung besteht in erhörter Erregbarkeit, in Ataxie, dann in einer Lähmung der Hinterextremitäten. 

 

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