| Geschichte der Kaninchen |
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| 2. March 2007 09:39 | |
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Geschrieben von: Britta Sowohl das Kaninchen als auch das Zwergkaninchen sind Abkömmlinge des Wildkaninchens. Die zoologische Ordnung der Hasentiere (Lagomorpha) teilt man in zwei Familien ein, die Pfeifhasen (Ochotonidae) mit fünfzehn Arten und die Hasenartigen (Leporidae), unter deren 45 Arten auch der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) und das Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und alle davon abstammenden Hauskaninchen fallen. Auf den ersten Blick könnte man Pfeifhasen mit Hamstern oder Meerschweinchen verwechseln, doch sie sind echte Hasentiere. Pfeifhasen leben in den Gebirgen Asiens und Nordamerikas. Sie verständigen sich durch schrille Pfiffe. Aus ihrer eigentlichen Heimat, der iberischen Halbinsel (Spanien, Portugal) und Nordafrika, wurden sie schon vor Hunderten von Jahren nach ganz Europa und auf die anderen Kontinente gebracht. Entdeckt hatten sie dort 1100 Jahre vor Christus die Phönizier auf ihren Seereisen. Sie hielten die an der spanischen Küste sehr zahlreichen Kaninchen für Klippschiefer und nannten die iberische Halbinsel "i-shephanim“, „Insel der Klippschiefer“, obwohl es dort überhaupt keine Klippschiefer gab. Der heutige Name Spanien wird von der semitischen Bezeichnung für Klippschiefer „Shapan“ abgeleitet, die Römer übernahmen diese Bezeichnung, übersetzen sie in ihre Sprache und nannten das Land „Hispania“. Das Wort „Kaninchen“ prägte später Martin Luther, der das Wort „Shapan“ so übersetzt hatte und eigentlich Klippschiefer meinte. So kam das Kaninchen durch eine Reihe von Verwechslungen zu dem verballhornten phönizischen Namen für Klippschiefer. Kaninchen wurden schon etwa 100 v. Chr. von den Römern in großen Freigehegen, sogenannten „Leporagien“, gehalten. Es gelang den Kaninchen aber die Flucht, indem sie sich einfach unter den Umzäunungen durchgruben. Erst später berichtete der griechische Geschichtsschreiber Strabon von Wildkaninchen, die Griechen nannten sie "lagidion", was „Häschen“ bedeutet. Auch der Historiker Polybius beschrieb Wildkaninchen auf der Insel Korsika. Im 12. Jahrhundert gab es in Deutschland die ersten Kaninchen, die als Fleisch- und Pelztiere möglichst groß gezüchtet wurden. Als zahmes Haustier hielt man sie vermutlich zuerst in französischen Kloestern (ab etwa 1000 n. Chr.), da das Fleisch der Kaninchenjungtiere auch als Fastenspeise erlaubt war. Wilde Kaninchen wurden erst viel später eingeführt. Später wurden sie dann au den Fürstenhöfen in England, Frankreich und Deutschland gehalten. Die Kaninchen wurden gezüchtet und ausgesetzt, damit die Fürsten jederzeit ein jagdbares Wild und die Damen auch ein Jagdvergnügen hatten. Für die weitere Verbreitung des Kaninchens sorgten dann der Deutsche Ritterorden und die europäischen Kolonialmächte. Die Kaninchenzucht wurde durch die Hochmeister des Deutschen Ritterordens sehr gefördert, die Tiere wurden in Kaninchengärten oder in geschlossenen Räumen gehalten. War ein Ordensritter auf Reisen, erhielt er als Gastgeschenk ein Kaninchen. Über den sich ausweitenden Handelsverkehr gelangten die Nachfahren der europäischen Kaninchen nach Asien und über die Meere nach Australien und Amerika. In Australien entwickelten sich die Wildkaninchen zu einer großen Landplage, da die natürlichen Feinde fehlen. Es wurden Zäune errichtet, um die Schafweiden vor den Kaninchen zu schützen, doch alles war vergeblich. Im Sommer 1951 wurden die ersten Versuche unternommen, die Kaninchen mit einem Virus zu infizieren. Gefangene Tiere wurden mit einem gelösten Viruspräparat infiziert oder infektiöser Eiter auf die Bindehaut gestrichen, dann wurden sie wieder freigelassen. Für die Verbreitung dieser schrecklichen Seuche, der sogenannten Myxomatose, sorgten Moskitos, Stechmücken und die Flöhe, Milben und Läuse der Kaninchen. Nach nur einem Jahr war Neusüdwales und Queensland frei von Wildkaninchen, und in den anderen Staaten wurde der Bestand um 90 % dezimiert. Durch diese gezielte Infizierung kam es zu einem Massensterben in Australien und Europa, aber nicht zur Ausrottung der Wildkaninchen, denn in Australien hatten sich bereits seuchenfeste Stämme gebildet. Das amerikanische Wildkaninchen ist eine eigenständige Rasse, gehört aber zur gleichen Familie wie das europäische Kaninchen. Es hat sich jedoch nicht zum Hauskaninchen entwickelt. Die auf dem amerikanischen Kontinent gehaltenen Hauskaninchen stammen alle vom europäischen Kaninchen ab. Erst seit dem 16. Jahrhundert gibt es verschiedene Farbspielarten. Seit 1723 ist das Angorakaninchen bekannt, 1750 tauchten die ersten Hellen Groß-Silberkaninchen auf. Die Kleinformen des Kaninchens entstanden erst in diesem Jahrhundert. Begonnen hat diese Entwicklung mit dem 1884 in England aufgetretenen Hermelinkaninchen. Diese Kaninchenrasse ist seit 1918 auch in Deutschland heimisch. Von Deutschland aus fanden die Kaninchen dann ihren Weg in die Schweiz und nach Österreich. Was wir heute Zwergkaninchen nennen, verdanken wir den Holländern. So legte der Schmied Hoefman aus Brielle in den Niederlanden im Jahre 1938 den Grundstock mit der Erstzüchtung aus einem Hermelinkaninchen und einem Wildkaninchen. Noch im gleichen Jahr tauchten die ersten „Farbenzwerge“ anlässlich einer holländischen Großschau in Haarlem auf. 1945 musste mit der Zucht dieser Zwerge erneut begonnen werden. © 2003 Kaninchenforum.com |
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| Letzte Aktualisierung ( 2. March 2007 10:04 ) |
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