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RHD Drucken E-Mail
23. Februar 2007 23:48

Neben Myxomatose und dem Kaninchenschnupfen ist auch RHD eine gefürchtete Krankheit bei Kaninchen.

Erstbeobachtung und Verbreitung

Erstmals wurde diese Krankheit wohl 1984 in China beobachtet. Daher ist sie neben RHD (= Rabbit Hemorrhagic Disease) auch als "Chinaseuche" bekannt. Innerhalb weniger Jahre wurde die Krankheit in fast in alle Länder verbreitet, in Deutschland wohl bekannt seit 1988. Grund für die schnelle Verbreitung ist sicherlich die hohe Überlebensfähigkeit des Virus. In experimentellen Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Virus seine Infektionsfähigkeit auf getrocknetem Material bei einer Raumtemperatur von 20° C dreieinhalb Monate und selbst bei 80° C noch etwa zwei Tage behält!

Übertragung des RHD-Virusses

Der Virus wird direkt und indirekt übertragen. Das heißt, dass nicht nur der Kontakt zum infizierten Tier eine Ansteckung hervorrufen kann, sondern noch viele andere Dinge in Frage kommen:

    Insekten als Zwischenträger

    Futter und Einstreu, zu dem erkrankte Tiere Zugang hatten

    Personen, evtl. andere Tiere, die Kontakt hatten (z.B. Meerschweinchen)

    Gegenstände (z.B. Transportbehältnisse)

Nicht nur Haus- und Wildkaninchen können an RHD erkranken. Auch bei Hasen ist die Chinaseuche schon aufgetreten. Kleinnager sind gegenüber dem Erreger unempfänglich, für Menschen kann er ebenfalls nicht gefährlich werden.

Tiere, die die Krankheit überlebt haben (die Sterberate liegt allerdings sehr hoch), scheiden noch 2 - 4 Wochen mit ihren Exkrementen den Virus aus. Bei Jungtieren unter 4 Wochen soll es wohl bisher keine Erkrankungen gegeben haben. Tiere bis zum Alter von etwa 6 Wochen erkranken nur selten an dem Virus.

Verlauf der Erkrankung

Die Inkubationszeit beträgt 1 - 3 Tage. Es kann schon sehr früh ohne vorherige Anzeichen zum Tod der erkrankten Kaninchen kommen. Bei diesem perakuten Verlauf tritt der Tod plötzlich unter Erstickungskrämpfen auf, die Tiere schreien oft noch schrill auf (evtl. blutiges Nasensekret, typisch ist der nach hinten gebogene Kopf).

Die Krankheit kann aber auch etwas langsamer verlaufen (= akuter, sichtbarer Verlauf). Hier zögert sich der Krankheitsausbruch oft etwas länger heraus. Die Tiere zeigen Benommenheit, Atembeschwerden und/oder Fieber. Meist kommt es auch hier nach wenigen Tag zum Tod der erkrankten Tiere.

Bei der milden, abgeschwächten Form kommt es zur gestörtem Allgemeinbefinden mit nachfolgender Erholung.

Behandlung

Bei Verdachtsfällen sollte in jedem Fall sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden. Es gibt keine Medikamente gegen die Erkrankung. Somit kann lediglich versucht werden, den Krankheitsverlauf zu mildern bzw. weiteren Infektionen mit Bakterien vorzubeugen.

Alle gesunden bzw. gesund erscheinenden Tiere können im Falle eines Verdachts in der Kaninchengruppe evtl. noch durch eine Notimpfung geschützt werden. Akut erkrankte Tiere sind in jedem Fall von den anderen trennen. Es muß konsequente Hygiene eingehalten werden.

Da es keine direkten Therapiemethoden gibt, sollte man unbedingt vorbeugen.

Impfung

Die wirksamste vorbeugende Schutzmaßname ist die Impfung. Gemäß Fachliteratur (Krankheiten der Heimtiere, Schlütersche - Neuauflage 2001) sind als Impfstoffe in Deutschland Arvilap® und RIKA-VACC® zugelassen.

Bei normalem RHD-Risiko wird eine Erstimpfung ab der 6. - 8. Lebenswoche empfohlen, die erneuten Impfungen sind jeweils nach einem Jahr nötig. Bei erhöhtem RHD-Risiko ist auch eine Impfung ab vier Wochen möglich, Nachimpfung dann nach 3 - 4 Wochen.

Nebenwirkungen der Impfung sind scheinbar bisher nicht bekannt.

Die Impfung ist zeitgleich mit einer Myxomatoseimpfung möglich. Jedoch wird davon abgeraten, zeitgleich auch gegen Kaninchenschnupfen zu impfen.

Die zu impfenden Kaninchen sollten zum Zeitpunkt der Impfung nicht krank oder geschwächt sein. So könnten z.B. Infektionen mit Bakterien oder anderen Viren der ordentlichen Immunitätsausbildung entgegenstehen.

Zu Ausstellungen werden übrigens nur geimpfte Tiere zugelassen.

Ich selbst machte die Erfahrung, dass Tierärzte in weniger bedrohten Gebieten den Impfstoff oft erst bestellen müssen.

Zusätzliche Vorsorge

Eine RHD-Immunisierung bietet einen stark erhöhten Schutz (angeblich bis zu 98 %). Sollte die Krankheit dennoch auftreten, geschieht dies normalerweise nur in abgeschwächter Form.

Einige Dinge sollte man trotzdem noch beachten (besonders in gefährdeten Gebieten, darüber gibt normalerweise der Tierarzt Auskunft):

    Kontakte zu Feldhasen und Wildkaninchen vermeiden

    Kein Grünfutter verfüttern, welches in Kontakt mit infizierten Tieren gekommen sein könnte

    Möglichst großer Schutz vor Insekten (z.B. Fliegengitter anbringen)

    Bei Zukauf eines neuen Kaninchens evtl. Quarantänezeit einhalten

© Sabine

Impfungen zur Gesundheitsprophylaxe vom Kaninchenschutz 

Aktuelle Übersichtskarte zu Myxomatose, RHD und Tularämie- bunny-in

Myxo und RHD Verbreitungskarte - IDT

RHD in Deutschland 

Ein Resümee zum Stand von Diagnose und Bekämpfung

Impfempfehlung des Tierärzteverbandes 

Schnupfenimpfung ist umstritten!

Chinaseuche - Tiermedizinportal

RHD 

Das 1x1 der RHD Impfung 

Wann ist ein Kaninchen impfwürdig?

Immunprophylaxe beim Kaninchen

Schutzimpfungen für gesunde Tiere 

Beispiele aus dem Forum:

8 ungeimpfte Tiere an RHD gestorben

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Letzte Aktualisierung ( 3. Juli 2012 10:19 )
 
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