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Der richtige Tierarzt – Tipps zur Suche Drucken
23. February 2007 23:38

Der richtige Tierarzt – Tipps zur Suche

 

In den meisten Städten gibt es inzwischen eine große Auswahl an Tierärzten. Allerdings ist es nicht so einfach, den für sich und seine Tiere richtigen Tierarzt zu finden. Da Kaninchen ihre Krankheiten meist verstecken und dadurch im Krankheitsfall akute Notsituationen entstehen können, ist es unbedingt notwendig, mit dieser Suche vor einem möglicherweise eintreffenden Notfall zu beginnen. Dies kann unter Umständen das Leben Ihres Tieres retten!

Genau wie bei Humanmedizinern sind auch die Kenntnisse bei Tierärzten sehr verschieden. Auch wenn es sich um eine Kleintierpraxis handelt, ist noch lange nicht gesichert, dass dieser Tierarzt sich gut mit Kaninchen auskennt. Das Beste ist natürlich eine Empfehlung anderer Kaninchenhalter . Hat man keine anderen Erfahrungswerte vorliegen, sollte man sich aus den Gelben Seiten bzw. dem Internet eine Auswahl an Tierärzten aussuchen und sich bei diesen erkundigen, ob dieser Tierarzt auf Kaninchen spezialisiert ist. Wenn nein, kann dieser sicher einen Kollegen empfehlen.

Hat man auf Kaninchen spezialisierte Tierärzte gefunden, kann man anhand einiger Fragen den Kreis der in Frage kommenden Ärzte weiter eingrenzen:

  •  Wie viele Kaninchen werden pro Woche untersucht?
  •  Wie viele Kaninchenkastrationen werden pro Woche durchgeführt?
  •  Werden Frühkastrationen angeboten?
  •  Wie sieht die „Krankenakte“ für Kaninchen aus? Ist jedes noch so kleine Tier es wert, dass es eine   persönliche Datei/Kartei erhält oder gibt es nur Sammelkarten?
  •  Nimmt der Arzt an Fortbildungen bzgl. Kaninchen teil?
  •  Gibt es Verhaltens- und Ernährungsberatung für Kaninchen?

Wird nur widerwillig oder gar unfreundlich auf Ihre Fragen geantwortet, so sollte dieser Tierarzt nicht aufgesucht werden. Werden die Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet, empfiehlt sich optimalerweise ein Besuch mit einem noch gesunden Kaninchen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Eine gut besuchte und saubere Praxis, die Achtung auf Hygiene im Behandlungsraum, moderne Behandlungsgeräte sowie auch Informationsmaterial zum mitnehmen sind weitere gute Zeichen. Aber man sollte sich nicht zu sehr von Äußerlichkeiten beeindrucken lassen: Eine teure Praxiseinrichtung heißt noch lange nicht, dass der Tierarzt sein Geld auch wert ist.

Testfragen
Während der Behandlung kann man den Tierarzt auch testen und ihm einige Fragen stellen:

Frage:    Mein Kaninchen liebt Trockenfutter. Welches können Sie mir empfehlen?

Richtige Antwort:    Gar keins! Getreidehaltiges Trockenfutter gehört nicht auf den Speiseplan von Kaninchen.
An dieser Stelle sollte über die richtige Ernährung sowie auf Folgen von Fehlernährung hingewiesen werden.

Frage:    Ich habe von einem anderen Tier (Hund oder Katze) noch Frontline gegen Flöhe zuhause. Darf mein Kaninchen dies auch bekommen?

Richtige Antwort:    Auf keinen Fall! Dieses Medikament ist tödlich für Kaninchen !

Frage:    Kann ich auch zwei unkastrierte Rammler zusammen halten? Oder anstatt eines zweiten Kaninchens ein Meerschweinchen dazusetzen?

Richtige Antwort:    Nein, unkastrierte Rammler würden sich gegenseitig ständig bekämpfen und verletzen. Meerschweinchen und Kaninchen sind zwei völlig verschiedene Tierarten, die zwar unter bestimmten Voraussetzungen zusammengehalten werden können, aber nur, wenn jede Tierart einen eigenen Artgenossen bekommt. Anschließend sollte der Tierarzt über die beste Partnerwahl informieren.

Weitere Anhaltspunkte
  •  Vor der Diagnosestellung wird das Tier gründlich untersucht.
  •  Während der Untersuchung nimmt sich der Arzt genügend Zeit, es herrscht keine Eile.
  •  Die Lebensumstände, die Ernährung, mögliche Veränderungen in der Haltung oder vorangegangene Krankheiten der Tiere werden erfragt.
  •  Das aktuelle Krankheitsbild und die weiteren Maßnahmen werden dem Tierhalter genau erläutert, die Medikamentengabe wird aufgeschrieben sowie die Wirkungsweise erklärt.
  •  Nicht jeder Tierarzt hat z. B. bei bestimmten Operationen die entsprechende Erfahrung oder auch Ausrüstung. Ein guter Tierarzt kennt seine Grenzen, gibt diese offen zu und verweist an einen Spezialisten.
  •  Es wird auf die nötigen Schutzimpfungen gegen RHD und Myxomatose hingewiesen.
  •  Der Tierarzt klärt über die richtige Ernährung und über Verhaltensweisen bzw. die besten Haltungsbedingungen auf.
  •  In Zeiten des Internets informieren sich viele Halter über Krankheiten in verschiedensten Foren. Manchmal geben User gute Tipps, weil sie selber Erfahrungen gesammelt haben. Als Besserwisser sollte man bei seinem Tierarzt nicht auftreten, er sollte aber Neuerungen und Hinweisen gegenüber aufgeschlossen sein.
  • Auch in der Tiermedizin gibt es ständig Verbesserungen, Änderungen und Weiterentwicklungen. So wurde - um nur ein Beispiel zu nennen - in der Vergangenheit vor dem Antibiotikum „Amoxicillin“ gewarnt. Zwar darf dieses Antibiotikum keinesfalls oral am Tier angewandt werden, aber bei der Behandlung von oftmals therapieresistenten Kieferabszessen ist man dazu übergegangen, Amoxicillin zu injizieren – und das mit Erfolg!

Hat man den Eindruck, dass der Tierarzt selber nicht ganz sicher ist oder reagiert ungehalten auf Fragen Ihrerseits – lieber einen anderen aufsuchen! Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Worauf sollte ich nicht achten?

1. Behandelt der Tierarzt hauptsächlich Zuchtkaninchen, ist Vorsicht geboten. Dieses Kriterium macht  nicht zwingend einen guten Kaninchenarzt aus, denn die Haltung und Lebensweise von Zuchttieren unterscheidet sich deutlich von denen unserer Haustiere – sie werden nur als Nutztiere angesehen. Kastrationen, Operationen bei Krankheiten oder die Behandlung von alten Tieren sind bei Züchtern eher Ausnahmen.

2. Die Preise sind von Tierarzt zu Tierarzt sehr unterschiedlich. Hoher Preis bedeutet nicht gleich gute Behandlung; dass der Tierarzt der günstigste ist, sollte nicht Hauptauswahlkriterium sein.

3. Auch wenn es bequemer ist, den Tierarzt „um die Ecke“ zu wählen – der Standort sollte eine untergeordnete Rolle spielen.

4. Das Alter des Tierarztes ist ebenfalls nichtssagend. Es gibt junge wie ältere Tierärzte, die gut bzw. schlecht sein können.

 

© 2010 Patricia1205 


GOT-Gebührenordnung für Tierärzte 

 

Hier Beispiele von Fehldiagnosen aus dem Forum

Trächtigkeit statt Kokzidien diagnostiziert - tot

EC statt Tumor diagnostiziert - tot

 

© 2010 Kaninchenforum.com

Letzte Aktualisierung ( 29. January 2010 07:16 )
 
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