| Erfahrungsbericht chronischer Schnupfen von Velvet, Lilly2403 und Sonja T. |
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| 23. Februar 2007 23:27 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Velvets Kaninchen: Lilly Als ich Lilly vor fast drei Jahren bekam, war sie ca. drei Monate alt und schnorchelte beim Putzen und Schlafen sehr geräuschvoll. Sie war aus der Zoohandlung und saß dort in ‚Einzelhaft’, weil sie angeblich alles angriff, was in ihre Nähe kam. Die Einzelhaft bestand aus einem Hamsterkäfig (!). Wegen ihrer Atemgeräusche bin ich mit ihr erst einmal zum ‚normalen Feld- und Wiesentierarzt‘. Der konnte nichts feststellen und wollte mal ‚auf Verdacht was geben’. Da ich kein Fan von willenloser Medikamentengabe bin, habe ich mein Mädel geschnappt und bin mit ihr zur tierärztlichen Hochschule Hannover. Die haben sie geröntgt, ein EKG erstellt und sie von den Langohren bis zu den Schmutzfüßen untersucht. Es war nix zu finden. Also habe ich versucht, das Schnorcheln einfach zu überhören. Ein paar Monate später fing sie plötzlich mit Niesen an und hatte auch manchmal ein nasses Näschen. Wieder zu einem anderen TA – das erste mal wurde nun von ‚Schnupfen‘ gesprochen. Also bekam sie 9 Tage lang jeden Tag Baytril von mir gespritzt. Toll – der Schnupfen war weg!!! Für ca. 3 Wochen..... dann ging es wieder los. Wieder Baytril. Wieder war der Schnupfen kurz weg. Als er wiederkam wurde der erste Nasenabstrich gemacht. Ohne Ergebnis. Dann haben wir ein anderes Antibiotikum versucht, dessen Name ich leider nicht mehr weiß. Das bewirkte, das mein Mädel nach 2 Tagen das Essen komplett einstellte und nur noch matt rumlag. Also haben wir das Medikament sofort wieder abgesetzt. Dann habe ich es mit den Großmutterrezepten versucht: Rotlicht, Inhalation mit Kamille oder Babix, frischem Thymian, Ecchinacea. Da sie in der Zeit nachts noch in die Käfige mußten, habe ich diese auf ein 20cm hohes Podest gestellt – damit es keinen ‚Bodenzug‘ gibt. Fenster wurden nie mehr zu zweit geöffnet, damit kein Durchzug entstand. Naja, der Schnupfen wurde mal ein wenig besser, mal schlechter. Eitrig war der Ausfluß allerdings nie. Dann habe ich mich auf Anraten eines Forumsmitglieds mit Dr. Tritt von der Fa. Heel in Verbindung gesetzt. Sie empfahl mir: 1-2 x täglich je 0,5 ml Euphorbium compositum ad us.vet. + Echinacea compositum ad us.vet. eingeben. Zusätzlich 2 x wöchentlich je 1 ml Mucosa compositum ad us.vet. + 0,5 ml Coenzyme compositum. Das habe ich 4 Wochen durchgehalten – ohne Erfolg. Wieder schrieb ich Frau Tritt an. Diesesmal empfahl sie: Zusätzlich würde ich Ihnen zu der 2x wöchentlichen Gabe von je 1 ml Sinusitis-Nosode-Injeel raten. Ich habe dann weitere 6 Wochen meinem Mädel jeden Tag mehrere Spritzen mit all dem guten (nicht ganz günstigem) Zeug verabreicht. Sie war natürlich mit ihren Nerven langsam ‚Parterre‘.... (Ich auch, ganz nebenbei). Sie bekam zusätzlich ab und an Bisolvon, wenn der Schnupfen zu sehr fest hing. Ich denke, die Mittel sind wirklich gut aber bei meiner Dame haben sie leider nicht helfen können. Dann hat mir eine Heilpraktikerin aus dem Humanbereich ‚Sinfrontal‘ empfohlen. Davon hat mein Mädel dermaßen Durchfall bekommen, das ich es nach 4 Tagen wieder absetzte. Nun bin ich wieder beim Altbewährten und sie kriegt Rotlicht und wenn es nötig ist ein wenig Bisolvon. Sie niest halt häufiger und schnorchelt immer noch. Sie hat zwar auch mal ein feuchtes Näschen aber es ist nie entzündet oder verkrustet. Ich habe mir vorgenommen, ihr nach den Strapazen erst einmal eine ‚Auszeit‘ zu gönnen. Ich denke, der tägliche Streß bei der Medikamenteneingabe ist auch nicht förderlich für die Heilung. Der Partner von Lilly hat übrigens noch nie geniest oder sonstige Schnupfenanzeichen gehabt. Scheinbar ist der chronische Schnupfen nicht ganz so ansteckend. Sonjas Kaninchen: Lucy Lucy ist ein ca. 5-jähriges Zwergrussenkaninchen (max. 1200 g Gewicht), das ich 2001 aus dem Tierheim Augsburg geholt habe. Sie wurde mir als gesundes Tier vermittelt, es stellte sich jedoch am gleichen Tag durch meinen Münchener Tierarzt heraus, dass sie unter einem nicht behandelten chronischen Schnupfen litt und auch immer noch leidet. Das Näschen ist laufend sehr feucht, beim Schlafen schnarcht sie von Zeit zu Zeit und in schlimmen Schnupfzeiten rotzt sie tagelang herum und versucht sich durch Niesen eine freie Nase zu schaffen. Mein Tierarzt hat sofort nach dem Abholen aus dem Tierheim 2001 ein Antibiotikum für 2 Wochen verschrieben und mir außerdem Otriven für Säuglinge mitgegeben, was ich ihr täglich geben sollte. Er wies jedoch daraufhin, dass bei chronischem Schnupfen eine wohl eher schlechte Heilungsprognose abgegeben werden könnte. Und es trat dann leider auch so ein: Alles ohne Erfolg. Stattdessen verschreckte ich mit dem Nasenspray Lucy sogar noch so, dass sie mich gar nicht mehr an sich ranließ. Mit den Jahren wurde es immer mal wieder besser, dann wieder schlechter. Ihre Schnupfnasenzeiten kamen immer sehr stoßweise. Wochenlang kehrte mehr oder minder Ruhe ein, dann plötzlich wieder wochenlang Niesanfälle, feuchtes Fell um die Nase, verklebte Vorder-/Hinterpfötchen und Schnarchgeräusche In diesen Zeiten verabreichte ich ihr Kamillentee und getrocknete Kamillenblüten. Im Kaninchenforum fand ich einen Beitrag, in dem es um das Inhalieren ging. Es wurde im Forum vorgeschlagen das Kaninchen in die Transportbox zu setzen und davor eine dampfende Schüssel Kamillentee zu stellen. Nachdem Lucy sich in Stresssituationen erst Recht zuschnupft kann ich ihr derartiges nicht zumuten – schon alleine der Gang in die Transportbox ist für sie persönlich eine Stresssituation. Zudem ist mir das Risiko einer Erkältung zu hoch (warmer Dampf ergo evtl. feuchtes Fell), daher entschloss ich mich aus der Apotheke Babix Kaltinhalat zu besorgen. Beim Kuscheln hielt ich ihr dieses vors Näschen. Die ätherischen Öle helfen ihr ein wenig beim Abschnupfen. Weiterhin fand ich heraus, dass Thymian schleimlösend wirken soll. Kurzentschlossen bestellte ich getrocknete Kräuter, doch zum Leidwesen frisst sie diese nicht. Im Kaninchenforum wurde mir dann der Hinweis auf Propolis als Stärkung für das Immunsystem gegeben. Propolis ist das von Bienen gewonnene und eingetragene Kittharz zum Verkitten von undichten Stellen im Bienenstock Ich besorgte mir im April 2005 in der Apotheke von health care company ein Fläschchen und gab täglich 2 Tropfen in den Trinkwassernapf. Zu Beginn meinte ich auch eine Besserung festzustellen, doch schlussendlich war alles wie immer! Die Kur stellte ich nach 18 Tagen ein. Für eines meiner anderen Kaninchen hatte ich eine Rotlichtlampe gekauft, die ich nun öfters beim Kuscheln vor Lucys Köpfchen (Entfernung ca. 50-70 cm) stellte. Durch die Wärme wurde das Abschnupfen für sie leichter. Mein zweiter Tierarzt erzählte mir nun von einem Mittel namens Baypamun Inducer, welches 3 Mal gespritzt werden sollte. Es ist ein Mittel zur Stärkung des Immunsystems was den Schnupfen verbessern kann, da die Abwehrkräfte mobilisiert werden. Es sollte einmal im Halbjahr eine jeweils 3-Spritzenkur durchgeführt werden. Lucy reagierte sehr gut auf das Mittel und für 2 Tage war der Schnupfen gänzlich verschwunden, danach war er weniger schlimm. Die 2. Spritze wurde 3 Tage nach der 1. gesetzt, die 3. Spritze 7 Tage später. Der Schnupfen verschwand unmittelbar nach der Behandlung, trat aber dann spätestens am 3. Tag wieder „normal“ auf. Für Lucy am stressfreiesten hat sich schlussendlich Rotlicht und Babix Kaltinhalat herausgestellt. Sie kann während der „Behandlung“ in ihrer gewohnten Umgebung sitzen und wird von mir gekuschelt. Ich besitze im übrigen mittlerweile insgesamt 4 Kaninchen. Lucy, die seit ihrem Einzug bei mir mit Krümel zusammenlebt und nun seit März 2004 außerdem noch Paula und Gonzo als Weggefährten hat, hat keines meiner anderen Tiere mit Schnupfen angesteckt! Lilly2403 Kaninchen: Honey Bei unserem Kaninchen Honey wurde eine Kehlkopfentzündung und Schnupfen diagnostiziert. Wir befragten den Tierarzt, ob die Aufstellung eines Luftbefeuchters dem Tier helfen könnte. Er fand die Idee sehr gut, so stimmte er uns zu, dass so ein Gerät mit einer Kamillenlösung befüllt unserer Honey Erleichterung verschaffen sollte. Er riet uns zu einem "Warmluftbefeuchter". Wir kauften uns das Gerät "Merlin" von DeLonghi, das geeignet ist für die Zugabe von Ölen oder Sole (Neupreis ca. 49 €). Beim Kauf bitte beachten, dass das Gerät nicht mit Ultraschall betrieben sein darf, da dass für den Menschen nicht hörbare Geräusch die Kaninchen stören kann. Wir befüllen es mit "Kamillen-Konzentrat" von Abtei aus dem Drogeriemarkt, und zwar in den vollen Luftbefeuchter ein Teelöffel, nach 4 Stunden dann nochmal ein halber Teelöffel. Das Gerät steht auf einer Kommode, ca. 1 m über dem Boden und kann einen 25-m2-Raum versorgen.
Hier unsere gemeinsamen Mittel und noch einmal kurz notiert das Resultat:
Schlussendlich lässt sich festhalten, dass vieles probiert und am Ende doch nicht geholfen hat. Bei chronischen Schnupfen wird in anderen Foren im Internet darauf hingewiesen, dass eine Schnupfenimpfung einen solchen Schnupfen verbessern kann. Hierzu wurde uns vom Tierarzt jedoch mitgeteilt, dass es meistens den Zustand eher verschlechtert, als verbessert. Somit haben wir uns entschieden diesen Versuch nicht zu starten! Bei Rückfragen stehen velvet und Sonja T im Kaninchenforum per PN gerne zur Verfügung. Diese Erfahrungsberichte sollen keinesfalls eine Anleitung für selbstständige Behandlung bei einem Schnupfenkaninchen sein! Die Behandlung muss immer erst mit einem kompetenten Tierarzt abgesprochen werden. Unter dem Link könnt ihr einen ausführlichen Bericht über Kaninchenschnupfen lesen. Wir möchten darauf hinweisen, dass während einer AB-Behandlung meist eine gleichzeitige Verabreichung von Medikamenten zum Aufbau der Darmflora (z.B. bird Bene Bac) empfohlen wird. Unter Umständen sind die AB aber so agressiv, dass das Medikament wirkungslos wird. Es wird auf jeden Fall empfohlen, die Darmflora noch eine Zeit lang nach Absetzen der AB aufzubauen. Bei der Anwendung von ätherischen Ölen für Dampfbäder sollte man vorsichtig sein. Manche Kaninchen vertragen die Öle nicht. Als Ersatz wird Kamille und Bronchovetsan empfohlen. Nach einer Anfrage von stanzerle über die Haltbarkeit des Schnupfenerregers ausserhalb des erkrankten Tieres bei der Firma Laboklin teilte uns die Tierärztin Frau Dr. Engelmann mit: " Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass die Tenazität der Erreger des Kaninchenschnupfens sehr gering ist. Die Erreger überleben außerhalb des Wirtsorganismus ca. 1 Tag. Wenn Sie ihre Ställe und deren Umgebung regelmäßig und gündlich reinigen, also normale Hygiene walten lassen dürfte es keine Probleme damit geben. Wenn eines ihrer Tiere allerdings kontinuierlich diese Erreger ausscheidet und Kontakt zu anderen Kaninchen hat, kann es diese anstecken. Es ist natürlich trotz guter Hygiene nicht ausgeschlossen, dass sich keine Erreger in der Umgebung befinden. Die höchste Ansteckungsgefahr geht dennoch von bereits infizierten bzw. erkrankten Tieren aus."
Wir möchten darauf hinweisen, dass während einer AB-Behandlung meist eine gleichzeitige Verabreichung von Medikamenten zum Aufbau der Darmflora (z.B. bird Bene Bac) empfohlen wird. Unter Umständen sind die AB aber so agressiv, dass das Medikament wirkungslos wird. Es wird auf jeden Fall empfohlen, die Darmflora noch eine Zeit lang nach Absetzen der AB aufzubauen. Bei der Anwendung von ätherischen Ölen für Dampfbäder sollte man vorsichtig sein. Manche Kaninchen vertragen die Öle nicht. Als Ersatz wird Kamille und Bronchovetsan empfohlen.
Siehe auch den Bericht der HRS zu Pasteurellen Neue Therapieansätze bei Kaninchenschnupfen? Eine Diskussion im Forum Kaninchenschnupfen ein Bericht auf Kaninchenweb © 2006 Kaninchenforum.com |
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| Letzte Aktualisierung ( 2. Januar 2008 14:59 ) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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