| Erfahrungsbericht Magenoperation |
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| 23. Februar 2007 23:12 | |
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von Heidrun Bannert Hallo, ich möchte heute über meinen Maxi und seine Magenoperation erzählen, er ist 5,5 bis 6 Jahre alt. Angefangen hat alles vor einem Jahr, als er plötzlich offene Stellen an den Füssen hatte. Ich ging mit ihm zu vielen Tierärzten, und alle meinten was anderes. Er wurde auf Pilze untersucht und bekam sämtliche Mittel: Spritzen unter die Haut, Salben, mit denen ich ihn immer einrieb. Dann hiess es, die Einstreu sei zu hart usw.. Schlussendlich hatte er es plötzlich am ganzen Körper (die Haare waren alle weg und die Haut total ledrig). Das war dann angeblich ein Pilz. Jedoch denke ich, dass dies von den Spritzen kam, die Stellen entzündeten sich unter der Haut. Der Pilz wurde erfolgreich behandelt. Er bekam in den Nacken ein Mittel (das eigentlich für Hunde oder Katzen ist),welches sich dann auf der ganzen Haut verteilt, dann noch Lotagen-Salbe und unter anderem auch homöopathische Mittel, allerdings blieb ein Lauf offen (und ist erst vor zwei Wochen komplett zugewachsen). Deshalb habe ich mir Cellulose-Einstreu (die ganz weich ist) angeschafft, damit er weich sitzt. Nachdem die aber so teuer war, habe ich nach einer Alternative gesucht und bei Zooplus Nagerteppiche entdeckt. Das war sehr praktisch, diese bestehen aus Flachs und seien absolut abbaubar und bestehen aus mehreren Schichten, so dass man da hervorragend drauf buddeln kann und dann lösen sich die einzelnen Schichten. Sind auch sehr wärmend. Ich bemerkte manchmal, dass der Kleine die Fasern des Teppichs frass, machte mir aber jetzt nicht so große Gedanken, da es ja angeblich total natürlich sei und abbaubar. Das ging dann so ungefähr fünf Monate, da bemerkte ich, dass Maxi nicht mehr gescheit fressen wollte. Er nahm immer einen Bissen und legte ihn wieder hin. Kot kam hinten auch nur ganz verdruckst heraus. Dann sah es für mich so aus, als ob er Bauchweh hätte. Er legte sich ständig hin und stand sofort wieder auf und legte sich wieder hin, der Bauch war total weich. Nachdem es nach dem zweiten Tag immer noch nicht besser war, ging ich sofort zum Tierarzt, der gab mir dann Paraffinöl und meinte, das müsste eigentlich reichen. Tatsächlich kamen dann am selben Abend ein paar Böbbel heraus, aber die waren total klein. Am nächsten Tag frass er auch wieder mehr. Tags darauf wollte er plötzlich gar nichts mehr fressen und böbbelte nicht, lag auch nur herum. Also habe mich mir sofort Maxi geschnappt und bin zum Tierarzt gefahren. Ich bestand darauf, dass er geröngt wird, und tatsächlich sah man auf dem Röntgenbild etwas ungewöhnliches, der Magen war um das drei- bis vierfache vergrößert und der Darm total schmal. Es hiess entweder ein Tumor oder ein Haarballen. Sie gab mir auch nochmal Öl mit und spritzte ihm noch etwas für die Darmmotorik und gab ihm Infusionen unter die Haut. Sie meinte, wenn es bis morgen nicht besser sei, dann soll ich sofort wieder kommen. Am nächsten Tag mittags war es immer noch nicht viel besser, und es kam hinten immer noch nichts heraus, also wieder hin zum Tierarzt. Dort hieß es, er muss operiert werden (ansonsten würde er sterben). Zuvor machte man aber noch ein Kontrastmittelröntgen, auf dem dann absolut zu erkennen war, dass sich alles im Magen sammelt und nichts in den Darm wandern konnte. Also wurde er operiert (leider hieß es, dass es sein kann, dass er die OP nicht überleben wird, ich war so fertig und bangte die ganze Zeit). Dann kam der erlösende Anruf: Er ist aus der Narkose aufgewacht und es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Es waren tatsächlich Fasern, die seinen ganzen Magen verstopften, die von dem Nagerteppich kamen. Und wenn er die nächsten zwei Tage überlebt, dann sei er aus dem gröbsten raus. Er war total betölpelt von der Narkose. Der Magen wurde komplett ausgespült und mit selbstauflösendem Fäden genäht, und den gesamten Bauch hatte man genäht, darüber war ein grosses Pflaster. Er bekam Antibiotika (Baytril), am ersten Tag gab es nix zu fressen, danach Critical Care mit Bird Bene Bac, und er hatte eine Halskrause. Er wollte nicht so recht fressen, nur wenn man ihm den Brei in die Halskrause schmierte, schleckte er es ab. Aber er böbbelte alles heraus, was noch drin war. Ich besuchte ihn jeden Tag (er war vier Tage beim Tierarzt). Am nächsten Tag war er schon viel munterer und versuchte immer, über seine Krause zu hüpfen. Am zweiten Tag wurde das Pflaster gewechselt und die Dosis des Baytril heruntergesetzt. Endlich dann am vierten Tag durfte ich ihn mit nach Hause nehmen. Er musste in einen separaten Käfig mit Handtüchern, damit seine Partnerin nicht an sein Pflaster oder die Krause geht. Ich bekam noch Schmerzmittel in einer Spritze mit, fals er noch starke Schmerzen hätte, sollte ich ihm einen Tropfen davon geben. Am Abend nahm ich ihn zu mir aufs Sofa, und da lag er dann drei Stunden und ließ sich streicheln, zitterte ständig am ganzen Körper, deshalb gab ich ihm dann von dem Schmerzmittel. Er bekam weiterhin Critical Care und Bird Bene Bac und Möhrenbrei, leider musste ich ihn zwangsfüttern, denn er mochte das CC und BBB nicht, also bekam er drei- bis viermal täglich seine Spritze. Dann bekam er auch noch Durchfall und war ständig eingekackt, ich musste ununterbrochen alles säubern, angefangen von Maxi bis Krause. Frischfutter durfte er dann erst nach dem dritten Tag daheim und Heu erst nach vierzehn Tagen, wenn die Fäden gezogen waren, bekommen. Bei der Nachkontrolle nach sieben Tagen wurde der Kot noch mal untersucht (der war in Ordnung - Durchfall kam stressbedingt) und Pflaster gewechselt. Dabei stellte man fest, dass unter dem Pflaster die Haut leicht entzündet war (von dem Kleber), also bekam er Salbe drauf und nur ganz locker ein Pflaster drüber. Leider musste ich ihm das am nächsten Tag schon wieder abnehmen, da durch den Durchfall das ganze Pflaster durchzogen war, und das hätte sich ja ansonsten entzündet. Also hab ich ihm die Narbe und die entzündeten Stellen ständig mit Wundsalbe eingerieben, und nach zwei Tagen war es schon viel besser. Er war schon total fit. Er tobte mit seiner Freundin in meinem Wohnzimmer rum und war total frech. Zwischenzeitlich bekam er ja schon Frischfutter, da war er total verrückt nach Salat. Ich schnippelte ihm alles klein oder raspelte es, z. B. Möhren, Apfel, Fenchel. Da war der Durchfall zwischenzeitlich sogar weg, kam dann aber leider nach drei Tagen wieder, weil er sich so den Stress machte mit der Halskrause. Er versuchte mit allem Mitteln, sie herunterzubekommen und verletzte sich sogar an den Füssen damit. Dann hiess es Fäden ziehen, die Narbe war gut verheilt bis auf ganz unten, da hatte er sich mal einen Faden gezogen, also musste er noch mal zwei Tage Krause tragen, damit er da dann nicht zuviel herumzieht. Ab da gab es Heu, ich achtete darauf, dass es nicht ganz so pieksiges war, damit die Narbe nicht aufgeht. Nach den zwei Tagen zusätzlich Krause tragen verschwand der Durchfall, und er durfte zur Alina in den Käfig, da fühlte er sich sauwohl. Allerdings bekam er nach ein paar Tagen an der Stelle, wo er die Infusionen und Spritzen bekam (an den Hinterläufen), wieder so ein Ekzem, wie er damals hatte bei den Pilzen. Habe diese Stelle sofort mit Lotagen-Salbe behandelt und nach vier Tagen fiel die ledrige Haut ab, und nun wachsen Haare nach. Er hat durch die Operation wahnsinnig viel abgenommen. Er hatte vorher 1.700 g, danach 1.300 g, momentan (nach knapp zwei Monaten) hab ich ihn wieder hochgepeppelt auf 1.500 g. Die Nagerteppiche habe ich sofort entfernt, und nun haben sie in ihrem Käfig ganz dünnen Rasenteppich (die Ränder sind mit Essig betupft). Dieser wird nicht angefressen. Schlussendlich kann ich sagen, ich bin gottfroh, dass ich ihn habe operieren lassen (Preis 300 Euro), er ist wie ausgewechselt, total vital und die Böppel sind auch viel grösser wie vorher. Ich hoffe, dass ich noch eine Weile Freude an ihm haben werde. Heidi © 2006 Kaninchenforum.com |
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| Letzte Aktualisierung ( 8. März 2007 09:52 ) |
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