| Verkalkung der Nieren beim Kaninchen |
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| 23. February 2007 22:59 | |
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Erfahrungsbericht von Sonja T. Es begann bei Lucy damit, dass sie sehr gut fraß, jedoch dennoch an Gewicht verlor. Wir begannen mit dem zusätzlichen Päppeln und boten ihr täglich diverse Obstbreis (Alete, Bebevita) mit Haferflocken an oder weichten Vitakraft Regular Kugeln auf und vermengten diese mit Frühkarottenbrei. Sie fraß auch diese, doch ihr Gewicht stieg kein Gramm an, sondern pendelte sich auf 1,0 kg ein.
Im April 2006 bemerkten wir, dass sie sehr oft lag und dabei, für sie sehr untypisch, stets die Hinterläufe seitlich wegstreckte, jedoch nicht wie in einem entspannten Liegezustand. Auch lief sie seltsam „krumm“. Für uns sah es nach einem verunglückten Sprung aus, bei dem sie sich irgendwas gezerrt hat.
Wir behandelten sie mit Traumeel und Zeel, und nach wenigen Tagen war sie wieder die Alte!
Mehr oder minder durch Zufall stieß ich beim Durchblättern von „Leitsymptome beim Kaninchen“ auf das Kapitel Abmagerung. Da dort der Hinweis auf Blut-/Urintest gegeben wurde, besorgte ich mir Freitag Abend in der Apotheke den Combur 9-Test (50 Streifen ca. 40 Euro). Abends machte ich mich sogleich ans Werk. Lucy pinkelte, und ich saugte mit einer nadellosen Spritze den Urin auf. Ich nahm einen der Teststreifen aus dem Röhrchen und träufelte den Urin darüber und konnte nach wenigen Sekunden das niederschmetternde Ergebnis nachlesen, das da lautete: Nitrit positiv und Blut im Urin. Selbst als Laie war mir just in dem Moment klar, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Ich wiederholte wenig später den Test mit frischem Urin, und auch diesmal zeigte er das gleiche Ergebnis wie zuvor an. Wie konnte das sein? Ihr Urin war stets klar und gelb und zeigte keinerlei Blutspuren bei bloßer Ansicht an! Montag Nachmittag fand ich mich mit ihr in der Tierarztpraxis ein. Sie wurde gründlich untersucht, man tastete ihren Bauch ab ohne Schmerzbefund, und da sie vor Ort keinen Urin für eine Laborprobe geben wollte, entschied sich der Doktor zur Röntgenaufnahme. Diese ergab das Ergebnis, dass beide Nieren „Steine“ aufwiesen. Zusammen mit zwei Ärzten rätselten wir, wie man Lucy helfen könnte. Letztendlich gaben beide mehr als deutlich zu verstehen, dass außer einer sofortigen Futterumstellung sowie der täglichen Trinkwassergabe von stillem Mineralwasser mit wenig Kalzium nichts aus der Schulmedizin helfen könnte. Frustriert traten wir den Heimweg an und begannen sofort mit der Umsetzung der Ratschläge. Das Trinkwasser aus der Leitung, das in unserer Region sehr kalziumhaltig ist, wurde gegen Volvic Mineralwasser getauscht. Im Forum erfuhr ich, dass ich das Gemüse/Obst verfüttern kann, welches einen Kalzium/Phosphor Anteil von kleiner 50 besitzt . Und so wurde von der täglichen Frischfutterration genau das Obst/Gemüse entnommen, welches einen zu hohen Kalziumanteil besitzt. Außerdem habe ich nun täglich auf ein Stück Gurke und Tomate gesetzt. Da meine Tiere morgens Trockengemüse bekommen hatten, fiel auch dieses flach, da Trockengemüse deutlich mehr Kalzium enthält. Stattdessen bekamen Lucy und Paulchen frisches Futter. Abends schickte ich eine email an Heel und bat um homöopathische Hilfe. Bereits am nächsten Morgen hatte ich eine Antwort, in der mir jedoch zu vielen Produkten geraten wurde, was mir selber Unbehagen bereitete. Ich beriet mich mit einer angehenden Tierheilpraktikerin im Forum über diese Antwort von Heel, und auch sie empfand die Menge an homöopathischen Medikamenten als zu hoch. Ich begann somit lediglich mit der täglichen Gabe von Berberis homaccord (Ampullen) und Reneel (Tablette), beides oral verabreicht. Lucy vertrug die Tablette sehr gut und bekam von der Laktose keinen Durchfall. Ich rief meinen anderen Tierarzt in München an und berichtete ihm vom Befund. Er teilte letztendlich das Gleiche mit wie der behandelnde Tierarzt, nämlich, dass eine Operation dem Tier nicht zugemutet werden sollte und aller Voraussicht nach auch nichts bringt. Weiterhin riet er von Nierenspülungen ab, da sich die Steine lösen und bei einem Durchmesser von 1 cm den Harnleiter verstopfen können, so dass das Tier an innerer Vergiftung sterben könnte. Frustriert „googelte“ ich das Internet rauf und runter und stieß auf einen Medirabbit Bericht. Dieser hatte eine Methode für Kaninchen, die nicht operierbar sind. Hoffnungsschimmer? Lucys Zustand blieb unverändert. Ich war noch immer unbefriedigt und kontaktierte die Augsburger Tierklinik und vereinbarte einen Termin. Beim Besuch in der Klinik hatte ich für Lucy als Begleitung ihren Freund Paulchen dabei. Die Tierärztin besah sich das Bild und entschied, eine Blutabnahme sowie einen Ultraschall durchzuführen. Die Blutabnahme gestaltete sich bei Lucy zwar schwierig (Abnahme über das Ohr), doch wir erhielten genug Blut für ein Blutbild. Das Ergebnis: ALKP = 145 U/L (normal: 70-145) Die Leberwerte waren überraschend positiv, jedoch der Creatinwert laut ihrer Aussage viel zu hoch. Lucy bekam den Bauch rasiert, um Ultraschall machen zu können, und auf den Bildern erkannte die Ärztin, dass es sich um keine Steine handelte, sondern dass auf den Röntgenbildern selbst die Nieren als einzige Verkalkung zu sehen waren! Die linke Niere zeigt bereits auf dem Ultraschallbild eine solche Verkalkung, dass sie vsl. bereits nicht mehr funktionsfähig ist. Auch die rechte Niere ist verkalkt, der Umfang jedoch noch nicht so extrem wie bei der anderen. Weiterhin untersuchte sie auch die Gebärmutter, konnte aber zum Glück keine Veränderungen mittels Ultraschall feststellen. Lucy bekam vor Ort noch NaCl Infusion und wir durften uns auf den Heimweg machen. Ich sprach die Tierärztin auf den Medirabbit Bericht an und fragte sie, ob mit dem Harn treibenden Mittel etwas getan werden kann. Sie riet mir energisch davon ab, da diese Mittel und auch Harn Treibendes wie Brennnessel oder Nieren-/Blasentee eher weiter die Nierenfunktion schädigen könnten. Auch von Harnansäuerung und somit pH-Wert-Reduzierung mittels Vitamin-C-Gaben hielt sie nichts. Hier müsste man mehrfach tagtäglich eine gewisse Menge Vitamin C geben, um überhaupt eine Veränderung des pH-Wertes im Urin feststellen zu können. Und Studien hätten einfach gezeigt, dass an dieser These nichts dran sei – so ihre Aussage! Sie riet ganz klar zur Änderung der Fütterung, Mineralwassergabe und eben täglicher Infusion mit 10 ml oder besser 20 ml NaCl. Weiterhin bat sie, Lucy in 14 Tagen noch mal zwecks erneutem Bluttest zu sehen. Abends teilte ich Heel diesen neuen Befund mit und erkundigte mich danach, ob die mir empfohlenen Produkte noch ratsam sind. Man bat mich, zwei Medikamente auszutauschen, blieb aber weiterhin bei der aus meiner Sicht hohen Menge an Mitteln. Ich entschied mich daher gegen diese vorgeschlagene Therapie, wenngleich ich sonst stets mit den von Heel vorgeschlagenen Therapien hoch zufrieden war! Der Rettungsanker kam als Tipp einer Freundin, die mir die Adresse einer Tierheilpraktikerin gab. Ich kontaktierte diese, schickte eine Fellprobe ein und erhielt einige Tage später eine Mittelauswahl, die ich Lucy über einen längeren Zeitraum verabreichen sollte. Ich strich die bisherigen Medis (Reneel und Berberis) und begann mit der neuen Therapie. Bereits nach drei Tagen zeigten sich Erfolge! Lucy war um einiges munterer, fraß und nahm auch wieder zu. Ihr positiv verändertes Verhalten fiel sogar meinem Freund auf, der meine ganzen Homöopathie-Versuche stets kritisch beäugt hatte. --------------------------------------------------------------------------------------- Ich hätte gerne über einen langen Zeitraum berichtet, in dem es ihr so gut ging. Doch leider verloren wir Lucy vier Wochen nach Therapiebeginn. Es war jedoch nicht die Niere. Sie bekam einen hinter der Pupille sitzenden Abszess. Aufgrund ihres Alters und der Nierenproblematik und somit dem Risiko, eine Narkose nicht zu überstehen, haben wir sie am 27.06.2006 erlösen lassen. Farewell Lucy!ZusammenfassungDiagnosestellung durch
1. Therapie mit
2. Therapie auf Anraten der Tierheilpraktikerin mit
3. Umstellung der Fütterung/des Trinkwassers
Tipps zur Fütterung bei Blasengries & co Blasen- und Nierenerkrankung beim Kaninchen (Kaninchen-Info) © 2006 Kaninchenforum.com |
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