| Fibrosarkom - Erfahrungsberichte |
|
| 23. February 2007 22:42 | |
|
Was ist ein Fibrosarkom? Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Ein Fibrosarkom oder fibroblastisches Sarkom> ist ein maligner Tumor, der aus Bindegewebszellen entsteht und durch unreife proliferierende Fibroblasten oder anaplastische Spindelzellen gekennzeichnet ist. Das feline Fibrosarkom stellt mit ca. 40 % aller Hauttumoren die zweithäufigste Tumorform bei Katzen dar. Diese Tumoren sind bösartig und führen unbehandelt zum Tod der Katze. Dabei neigt der Tumor weniger zur Ausbildung von Fernmetastasen; vielmehr wächst er lokal infiltrativ in das umgebende Gewebe hinein. Die Ausbildung einer Pseudokapsel gibt ihm dabei häufig den Anschein einer guten Abgrenzung gegen das umliegende Gewebe. Die einzige Möglichkeit der Therapie stellt bisher die chirurgische Entfernung des Tumors dar. Bei einer alleinigen Entfernung der Pseudokapsel ergibt diese Behandlung kaum zufriedenstellende Ergebnisse, da in ca. 70 % aller Fälle der Tumor wieder nachwächst. Wesentlich bessere Erfolge erzielt ein radikales chirurgisches Vorgehen, bei dem nach allen Seiten mindestens 3 cm Anstand zum tastbaren Tumor gehalten wird. In der Tiefe wird ebenfalls großzügig Gewebe entfernt. Diese Form der Chirurgie ist infolge der hierbei auftretenden Gewebsdefekte recht anspruchsvoll. Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Fibrosarkom Leider gibt es Fibrosarkome auch bei Kaninchen. Nachfolgend die Erfahrungsberichte von Petra und Bea – vielen herzlichen Dank für Eure Arbeit!
Ein Erfahrungsbericht von Petra (FlippyundTina) Anfang 2005 entdeckte ich bei Flippy eine Verdickung seitlich links am Hals. Auf dem Bild kann man diese Verdickung gut erkennen. Die Tierärztin diagnostizierte einen Tumor, der ein paar Tage später wegoperiert wurde. Flippy hat die Operation insgesamt gut überstanden, allerdings litt er die ersten Tage nach der OP unter Orientierungsproblemen. Die Tierärztin untersuchte den entfernten Tumor, und es hatte den Anschein, dass es ein gutartiger Tumor gewesen ist und keine weitere Behandlung mehr erforderlich war. Ein knappes Jahr später (im März 2006) wuchs der Tumor an derselben Stelle wieder, und wieder wurde er mittels einer OP entfernt. Die OP verlief problemlos, allerdings litt Flippy auch diesmal in den ersten Tagen nach der OP unter Orientierungsproblemen. Auch da glaubten wir noch, der Tumor wäre gutartig, und laut Tierärztin kämen auch gutartige Tumore manchmal wieder. Was uns allerdings in der ersten Zeit nach der zweiten OP stutzig machte, war, dass Flippy immer mehr an Gewicht verlor und insgesamt sehr ruhig wurde. Ungefähr vier Wochen nach der zweiten OP fühlte ich eine erneute Verdickung an exakt derselbe Stelle an Flippys Hals. Nach der ersten Untersuchung bei der Tierärztin wurde uns zur nochmaligen OP geraten, weil der Tumor diesmal in sehr kurzer Zeit extrem nachgewachsen war und der Verdacht nahe lag, dass es ein bösartiger Tumor sein könnte. Nach der darauf folgenden OP, die für Flippy aufgrund seines geschwächten Zustandes sehr gefährlich war (sein Kreislauf brach ein und ich habe ihn zwei Tage lang päppeln müssen), wurde der entfernte Tumor zu einem Pathologen geschickt, der leider ein Fibrosarkom diagnostizierte. Warum gerade Flippy diese Krankheit bekam, ob es einfach Veranlagung war, konnte uns leider nicht gesagt werden. Ein Fibrosarkom ist die bösartigste Krebsart, die es gibt. Eine Heilung ist leider nicht möglich. Die sich bildenden Tumore haben die Eigenschaft, immer an derselben Stelle zu wachsen. Der Tumor bevorzugt zum Wachsen die Nähe der Lunge, er hängt sich sozusagen daran fest. Man kann diese Tumore durch eine OP nie ganz entfernen, weil der Tumor meistens schon in die Lunge und Leber gestreut hat, bevor man ihn überhaupt sehen bzw. fühlen kann. Und der Tumor wächst rasant schnell. Bei Flippy wuchs der Tumor innerhalb von vier Wochen auf die Größe eines Tennisballs heran. Ein Röntgenbild zeigte bei Flippy ganz deutlich, dass die Lunge und die Leber bereits stark mit Metastasen befallen waren. Was diese Diagnose für Flippy bedeutete, war uns sofort klar. Ab jetzt konnten wir leider nicht mehr heilen, sondern nur noch so gut wie möglich helfen und unterstützen. Da das Fibrosarkom fast immer in Kopfnähe wächst, leidet das Tier oft unter starken Kopfschmerzen und unter Haltungsschäden, bedingt durch das rasante Wachstums des Tumors. Flippy bekam gegen die auftretenden Schmerzen Novalgin-Tropfen verschrieben. Er bekam die Tropfen meistens 1 - 2 x täglich. Zusätzlich bekam er einen Heiltee (Leber- und Gallentee) zur Entgiftung aus der Apotheke. Der Teeaufguss wurde bei Flippy innerlich (in die Trinkflasche) und äußerlich (ein getränkter Lappen auf dem Tumor) angewandt. Der Tumor zehrte sehr an Flippy, und er wurde trotz aufbauender Nahrung (z. B. Haferflocken, Mais) immer dünner. Allerdings hatte er immer noch sehr viel Lebensfreude und zeigte dies sehr deutlich. Er tobte mit seiner Partnerin Tina durchs Haus und freute sich immer besonders, wenn er bei schönem Wetter auf die Wiese ins Freigehege durfte. Er fraß immer gut seine Aufbaunahrung und auch jeden Tag seine Möhre. Tagsüber wurde er ruhiger und schlief die meiste Zeit. Abends tollte er durchs Haus und hielt uns Zweibeiner auf Trab. Der Tumor beschleunigte sein Wachstum in dieser Zeit nochmals und war knapp zwei Monate nach der OP größer als eine Orange.
Die Tierärztin hatte uns nach der Diagnose des Fibrosarkoms darauf hingewiesen, dass wir es merken werden, wenn Flippy seine Freude am Leben verliert und der Tumor irgendwann stärker wird als er. So war es dann auch. Zwei Monate nach der Diagnose des Fibrosarkoms mussten wir Flippy von der Tierärztin erlösen lassen, denn er wollte auf einmal nicht mehr fressen, und man sah ihm an, dass er trotz Schmerzmittel sehr starke Schmerzen hatte. Farewell Flippy!
Ein Erfahrungsbericht von Bea (butiba): Bei Trixi wurde im Ende Juli 2005 ein Geschwulst in der Mundhöhle entdeckt. Da sie schon seit etwas über einem Jahr mit einem Ardenokarzinom an der Gesäugeleiste kämpfte (eine Gesäugeleiste wurde entfernt), wurde sie vorsorglich auch geröngt, um Lungenmetastasen auszuschließen. Das Geschwulst wurde entfernt und stellte sich als ein Fibrosarkom heraus. Ein Fibrosarkom ist der bösartigste Tumor, den es gibt. Er neigt zu sehr starker Metastasenbildung und streut auch sehr gerne in die Lunge. Selten kommt er bei Kaninchen vor, häufiger bei Katzen und Hunden. Es wird vermutet, dass der Tumor durch Impfeinstiche entsteht, jedoch kann das bei Trixi nicht der Fall gewesen sein, da sie den Tumor wie gesagt in der Mundhöhle hatte. Wie er entsteht, ist weitestgehend unbekannt. Es wird eigentlich immer empfohlen, den Tumor und das Gewebe rundherum großflächig zu entfernen. Jedoch kommt der Tumor in den meisten Fällen nach sehr kurzer Zeit an derselben Stelle wieder zurück. So auch bei Trixi. Schon beim Fädenziehen nach einer Woche konnte die Tierärztin wieder einen Geschwulst entdecken. Eine erneute OP kam nach so kurzer Zeit nicht in Frage. Wir wollten abwarten, bis sie das Fressen einstellt (da das Sarkom die Zahnreihe überwucherte), und sie dann erlösen. Einmal die Woche gingen wir in den nachfolgenden Monaten zum Tierarzt, um das Wachstum zu beobachten und ihr Gewicht zu überwachen. Wider Erwarten wuchs das Fibrosarkom sehr langsam, vielleicht auch wegen der Gabe von Neyling-Tropfen. Sie fraß ganz normal weiter. Im November fiel mir auf, dass Trixis Wange immer dicker wurde. Beim Tierarzt stellte sich dann heraus, dass sich an der Stelle des Tumors zusätzlich ein Abzess gebildet hat. Sie bekam eine Woche Antibiotika. Als das nichts half, entschloss ich mich zu einer erneuten OP, da auch an der verbliebenen Gesäugeleiste wieder ein Mammatumor entstanden war. Die zweite Gesäugeleiste und der Tumor mit dem Abzess sollten entfernt werden. Die letzte OP war mittlerweile über drei Monate her, ich wollte nichts unversucht lassen. Leider hatte Trixi nach der OP einen Herzstillstand - sie ist nicht mehr aufgewacht! Mittlerweile gibt es eine Studie, die an Pferden und Katzen durchgeführt wird. Diese kann auch auf Kaninchen übertragen werden. Ihnen wird nach der Entfernung des Tumors das Mittel "Iscador P 0,01" von Weleda verabreicht. Dieses Mittel soll verhindern, dass sich der Tumor neu bildet. Alle zwei Tage wird eine halbe Ampulle unter die Haut gespritzt. Hier ein Link über das Medikament: Meine Tierärztin hat mir dieses Mittel empfohlen. Hätte es das damals schon gegeben, hätte ich das mit Trixi natürlich ausprobiert. Interessante Links: Diagnose Krebs von animal-visite Fibrosarkom bei Katzen, dennoch interessant! Tumore (Neoplasien) und ihre Heilungschancen bei Kleintieren © 2006 Kaninchenforum.com |
|
| Letzte Aktualisierung ( 17. June 2010 09:38 ) |
| < Zurück |
|---|
| Siehe auch... |
|---|
| Beliebteste Beiträge |
|---|
Kaninchenforum.com / FAQ
