Navigation
Willkommen
Aktuelles
Kaninchen FAQ
Forum
Tierärzte
Links
Das Team
Kontakt
Suchen
Impressum
Neue Einträge
Tierärzte
Erfahrungsberichte zu Augen-Operationen beim Kaninchen Drucken
23. February 2007 22:42

von Krini und Sanne

Candys Augen-OP (Bericht von Krini)

15.11.05
Hab heute morgen meine Nins gefüttert und dachte, ich sehe nicht richtig... Da springt Candy wie´n aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend und rennt in den Käfig, als hätte sie mich noch nie gesehen! Naja, hab mir nix dabei gedacht, aber vorhin dann nochmal das gleiche, als ich am Auslauf vorbei bin... Hab sie dann mal angeguckt und gesehen, dass ihr rechtes Auge gerötet und angeschwollen ist und ein bisschen Schnodder (weißlich zähe Flüssigkeit, sah aus wie "Schlaf", nicht wie Eiter) am Lidrand hing. Bin dann schnell in die Apotheke und hab Bepanthen Augensalbe gekauft und sie erstmal damit behandelt. Könnte es denn 'ne Bindehautentzündung sein?

18.11.05
Candy hat die Bindehautentzündung immer noch. Es gab auch überhaupt keine Besserung bisher, obwohl die Salbe ja eigentlich echt prima sein soll. Hab ihn seit Mittwoch Abend behandelt, und der TA meinte, da müsste bis heute eigentlich 'ne Besserung zu sehen sein. Hab jetzt voll Angst, dass es was Schlimmeres ist als 'ne einfache Entzündung. Hoffentlich sind es nicht die Zähne oder ähnliches. Ich fahr gleich nochmal zum TA, da werd ich dann wahrscheinlich eine Salbe mit AB und Cortison bekommen.

Vom Tierarzt zurück: Ich hab jetzt auch Tropfen (Dexa-Polyspectran) bekommen.

29.11.05
War ja grad beim Tieraugenarzt (www.tieraugendoktor.de). Muss auch diesen Ärzten ein echtes Lob aussprechen. Alles sehr liebevoll eingerichtet, sauber und nette Ärzte. Die Ärztin hat sich das Auge angeschaut und mit speziellen Geräten reingeschaut. Auch diesen Test mit dem "Streichholz", bei dem sich das Auge verfärbt, hat sie gemacht. Candy hat etwas, das sonst nur bei Hunden und selten mal Katzen vorkommt. Bei Nins ist es wohl höchst selten, selbst sie als Augenspezialistin hatte es noch nicht.

Jetzt zur Diagnose:
Candys unteres Lid rollt sich immer ein, Grund dafür könnte das Wachstum sein. Durch das Einrollen rollen sich natürlich auch die Wimpern mit ein und verursachen so, dass die Hornhaut gereizt ist und sich etwas ähnliches wie Schorf darauf bildet. Äußern tut sich das durch die starke Trübung.
Leider ist nicht nur die Hornhaut, sondern auch das innere Auge entzündet, sodass Candy wohl starke Schmerzen hat (auch wenn er diese nicht zeigt). Man konnte deutlich sehen, dass die Pupille kleiner ist als die andere und er das Auge quasi versucht einzuziehen.

Medikation:
3x am Tag Terramycin N
Mindestens 1x pro Stunde (wenn möglich) Regepithel - eine Vitamin-A-haltige Augensalbe
8 Tage lang 1x täglich eine Viertel Tablette Rinadyl

Des weiteren soll ich das Augelid möglichst oft wieder entrollen und massierend nach unten ziehen. Nächste Woche Dienstag muss ich wieder hin, wenn dann keine Besserung aufgetreten ist, muss er eventuell operiert werden. Ich hoffe natürlich, dass es sich vermeiden lässt.

06.12.05
Ich war heute noch mal beim TA! Also die TÄ meinte, die Wahrscheinlichkeit, dass Candy nach der OP ganz blind ist, ist ziemlich hoch. Das innere Auge ist wohl so weit entzündet, dass er jetzt sowieso schon nichts mehr sieht. Und ich solle deshalb drüber nachdenken, das Auge evtl. ganz zu entfernen. Wir warten jetzt nochmal 'ne Woche ab und sehen uns die Fortschritte an. Sie hat auch einen Ultraschall gemacht und mir alles gezeigt und erklärt. Das Risiko einer OP ist ja durch die Narkose immer vorhanden, bei OPs am Auge kann man auch evtl. die Inhalationsnarkose nicht anwenden, da man sonst nicht richtig an das Auge kommt. Und zwei OPs (erst Rolllid und dann ganzes Auge wegen Entzündung) will ich ihm wirklich nicht zumuten.

13.12.05
Ich war heute wieder beim TA - die sind echt super lieb, ich fühl mich richtig wohl bei denen. Alle kuscheln den Kleinen und Candy hat der Ärztin heute sogar das Ohr abgeschlabbert. Das Auge hat sich leicht verbessert, das heißt das Rolllid ist immer noch da und wird auch nicht ohne Eingriff weggehen, aber die Entzündung am inneren Auge hat sich etwas gebessert. Die Medikamente scheinen langsam zu wirken. Die roten Äderchen wuchern das ganze Auge immer mehr zu, das sieht zwar schlimm aus, aber fördert die Heilung. Am äußeren Rand sieht man schon, dass die Trübung etwas zurückgegangen ist. Somit besteht also noch Hoffnung, dass das Auge vielleicht doch nicht ganz entfernt werden muss...

20.12.05
Ich bin grad heulend nach hause gefahren. Die TÄ meinte, die OP muss sein. Die Entzündung im inneren Auge (also hinterer Bereich) hat sich nach vorn verlagert, das Auge sieht, wenn man es von der Seite anguckt, ganz "spitz" nach außen gewölbt aus. Das ganze ist jetzt quasi ein Abszess im Auge, also eine dicke Eiteransammlung, die im schlimmsten Fall auch aufplatzen könnte. Morgen um 11 Uhr hab ich den OP-Termin. Ich hab so Angst!

21.12.05
Candy ist jetzt seit elf Uhr beim TA. Habe grade das Gehege hergerichtet und warte nun auf den Anruf von der Praxis. Die OP macht nicht die Ärztin, sondern der TA der Praxis. Ich hoffe so sehr, dass alles gut geht. Die OP dauert übrigens ca. 1 Stunde.

Hab ihn grade abgeholt. Er hat die OP gut überstanden, das ganze Auge war voll mit Eiter. Leider konnten sie nur eine Injektionsnarkose anwenden, und er torkelt jetzt wie ein Bekloppter und ist total panisch. Hab das Wohnzimmer abgedunkelt, musste alles aus dem Gehege entfernen, da er davor gerannt ist. Wenn ich zu ihm gehe, versucht er panisch, an mir hoch zu krabbeln, ich weiß nur nicht, ob es besser ist, ihn auf dem Arm zu haben (zum beruhigen) oder ihn ganz in Ruhe zu lassen. Der arme Kleine. Hoffentlich gehts ihm bald besser. Der Eiter im Auge ist komplett entfernt worden, und er hat versucht, die Fettschicht hinter dem Auge so weit wie möglich bestehen zu lassen, damit es nicht so eingefallen aussieht, wenn´s verheilt ist.

23.12.05
War heute nochmal beim TA in Bad Wildungen. Also: Er fand, dass das Auge gut aussieht, die Fäden werden am 3.1. gezogen. Er möchte dann auch etwas Blut abnehmen, weil er meinte, dass die Entzündung im Auge evtl. ein e.cuniculi-Erreger sein könnte. Da Candy so fit ist, schließt er einen Aubruch der Krankheit zwar erstmal aus, möchte aber wie gesagt vorsorglich mal testen, um dann im positiven Fall mit Panacur behandeln zu können!

Bilder direkt nach der OP

candy

      candy2

 

Candy heute:

candy3

   candy4

 

candy5

 

Mios Happy end (Bericht von Sanne)

Mio wurde im November 2005 bei einem Tierarzt mit den Worten "Schläfert ihn ein, esst ihn, macht mit ihm, was ihr wollt!!!" abgegeben, und weg waren die Besitzer. Nach Begutachtung des Tieres stellte man fest, dass er noch nicht mal ein Jahr alt, auf 1 kg abgemagert war und wohl bereits wochen- wenn nicht sogar monatelang in der Transportbox gehaust haben muss, in der er abgegeben wurde. Er muss schrecklich gestunken haben, die Box war komplett vollgepieselt und vollgeköttelt. Was er zu essen bekommen hat, falls es etwas gab, bleibt wohl für immer ein Rätsel.

Nach eingehender Untersuchung stellte man fest, dass es sich um einen kastrierten Rammler handelt, dass sein rechtes Becken in jungem Alter gebrochen und bereits schief zusammengewachsen war und dass sein rechtes Auge eine massive, weit fortgeschrittene Hornhautentzündung aufwies. Man versuchte, das Auge mit Augensalbe zu behandeln, was ihm aber schreckliche Schmerzen bereitete und keinen Erfolg zeigte. So beschloss man, dass das Auge nicht erhalten bleiben konnte, da die leider bislang unbehandelte Entzündung auch den übrigen Organismus massiv belastete. Daraufhin wurde das Auge durch eine aufwendige Operation entfernt. An der rechten Kopfhälfte des Kaninchens wurden das komplette Fell sowie die Tasthaare abrasiert, und nach der operativen Entfernung des Auges wurden die Lider zusammengenäht.

Mio reagierte während der Narkose zwar mit Schnappatmung, was Grund zur Sorge bereitete, überstand die OP letztendlich aber trotzdem den Umständen entsprechend gut. Nach der OP war er sehr schwach und fraß kaum. Dies legte sich aber innerhalb weniger Tage. Er musste 10 Tage lang einen Trichter bzw. eine Halskrause tragen, damit er die Wunde nicht wieder aufreißen konnte. Nach 9 Tagen wurden die Fäden gezogen, nach 10 Tagen wurde dann der Trichter entfernt. Die Wunde war ohne Komplikationen geheilt, und das erste Fell begann schon wieder zu wachsen. Mio kam am 4. Advent 2005 zu mir, also kurz vor Weihnachten, und die OP war da ca. 3 Wochen her. Mittlerweile, ca. 2,5 Monate nach der OP, ist die Wunde komplett zugewachsen, das Auge sieht einfach aus, wie wenn es immer schlafen würde. Zwischenzeitlich hat er auch zugenommen, wiegt nun 1,5 Kg und hat trotz aufgetretener Zahnprobleme eine stabile Gesamtkonstitution erreicht. Mio kommt mit seiner Behinderung sehr gut zurecht und ist in keinster Weise dadurch verunsichert. Er erschrickt zwar manchmal etwas, wenn etwas unerwartet von der blinden Seite auf ihn zukommt, aber das ist ja ein verständliches Verhalten, da ihm einfach der gewohnte Rundumblick durch die Amputation fehlt. In gewohnter Umgebung bewegt er sich sicher und frei. In neuer, ungewohnter Umgebung kann es passieren, dass er sich mal anstößt, aber auch das passiert immer weniger, da auch die Tasthaare nachgewachsen sind, und er sich somit noch besser orientieren kann. Zum Schlafen legt er sich immer auf die "sehende Seite", so dass die blinde Seite oben ist. Seine nötige Wachsamkeit als Fluchttier behält er dadurch aufrecht, indem er stets das Ohr auf der blinden Seite auf Empfang hält, auch wenn er tief und fest schläft. Sein feiner Gehörsinn ersetzt ihm in diesem Moment das Augenlicht. Das gesunde Auge begann nun leider Ende Januar, eine Veränderung aufzuweisen. Die TÄ untersuchte die Hornhaut und stellte einen kleinen Defekt fest. Dieser wurde über mehrere Wochen 2 x täglich konsequent mit Augensalbe behandelt und ist nun so gut wie verschwunden. Dies macht sehr eindrücklich deutlich, wie wichtig eine frühzeitige und konsequente Behandlung bei Erkrankungen von Kaninchen ist. Alles in Allem ist Mio trotz seiner Behinderungen ein sehr lebensfrohes, übermütiges, neugieriges und dankbares Kaninchen, das ich nur bewundern kann!

 

Mio nach der OP mit Halskrause        nach dem Fäden ziehen                    mio

    mio2

 

3 - 4 Wochen nach der OP       Mio heute beim entspannten Schlafen

mio3

              mio4

 

und Rumsausen

mio5

 

 

 

 

 

 

 

Siehe auch: Blutegel-Therapie bei eitriger Entzündung nahe dem Auge 

Ein Erfahrungsbericht beim bunny-in

Augenerkrankungen beim Kaninchen 

Betreuung vor und nach einer OP 

© 2006 Kaninchenforum.com

  

Letzte Aktualisierung ( 19. February 2010 15:47 )
 
< Zurück   Weiter >
Siehe auch...
Beliebteste Beiträge
Neuster Forenbeitrag