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    UFA AG 7.1.2009


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Kaninchen – Kokzidiose

Worum gehts ?

Kokzidiose ist in der Kaninchenhaltung ein ständiges Thema. Anlass zu Besorgnis geben vorallem die vermehrt zu beobachtende Resistenz gegen

 

Sulfonamide bei der Therapie und die Frage, wie der Kaninchenhalter seine Tiere wirksam gegen Verluste durch Kokzidiose schützen kann.


Kokzidienbefall ist nicht gleich Kokzidiose

Die beim Kaninchen potenziell pathogenen Kokzidien können häufig in der Einstreu, im Kot oder im Darm der Tiere nachgewiesen werden, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Erst wenn das Gleichgewicht zwischen der Zahl der Kokzidien (dem Infektionsdruck) und der Widerstandskraft des Tieres (dem Immunsystem) gestört ist kommt es zu Schwächungen des Organismus, die im Extremfall mit dem Tode enden. Es gilt also, einerseits die Kokzidien in Schach zu halten und andererseits die natürlichen Abwehrmechanismen des Tieres zu unterstützen.

 


Hygienische Massnahmen und Haltung

Regelmässige Reinigung der Käfige oder Buchten mit nachfolgender Desinfektion mit geeigneten Mitteln hilft, die Zahl der Kokzidienoozysten tief zu halten und deren Vermehrung zu unterbinden. Dazu gehört auch das systematische Wechseln der Einstreu und der Reinigung der Futter- und Trinkgefässe sowie die Überwachung des Stallklimas (Feuchtigkeit, Ammoniak).

 

Neue Tiere bringen generell die Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern. Es empfiehlt sich deshalb, solche Tiere einige Wochen in Quarantäne zu halten und in dieser Zeit genau zu beobachten.

Überbelegung der Käfige führt zu Stress und ist als solcher ein krankheitsauslösender Faktor.


Immunsystem: im Gleichgewicht zur Umgebung

Ein gut funktionierendes Immunsystem ist die beste Garantie für die Gesundheit der Kaninchen. Wir können dies unterstützen, indem wir neben den erwähnten hygienischen Massnahmen auch darauf achten, den Tieren Futter vorzusetzen, das ihren Bedürfnissen entspricht, d.h. die artspezifischen Anforderungen bezüglich Nährstoffversorgung und Rohstoffauswahl erfüllt. Als weitere Massnahme zur positiven Beeinflussung der Darmflora, Unterstützung der erwünschten und Unterdrückung der unerwünschten Keime hat sich der Einsatz von Milchsäurebakterien und von Oligo-Sachariden bewährt.

 


Antikokzidia

Vorbeugend eingesetzte Futterzusätze gegen Kokzidiose sind in vielen Fällen als Unterstützung der oben beschriebenen Massnahmen sinnvoll.

In der Praxis werden die meisten Kaninchenmast- und Zuchtfutter bereits mit solchen Zusätzen versehen. Diese Zusätze gehören nicht zu den antimikrobiellen Leistungsförderen, deren Gebrauch in der Schweiz seit 1.7.99 nicht mehr zulässig ist. Als Antikokzidia sind für Kaninchen Metichlorpindol, Robenidin und Salinomycin zugelassen.

Die Auswahl ist also, im Gegensatz zum Geflügel, wo eine weite Palette zur Verfügung steht, beschränkt, was Nachteile mit sich bringt.

 

So muss man davon ausgehen, dass sich vor allem bei den chemisch wirkenden Antikokzidia Metichlorpindol und Robenidin mit längerer Einsatzdauer auch Resistenzen bilden können. Diese Gefahr ist bei den ionophoren Kokzidiostatika (Salinomycin) weniger gross.

Der vorbeugende Einsatz von Kokzidiosemitteln in der vom Gesetzgeber erlaubten Dosierung beeinträchtigt die Bildung von Antikörpern im Immunsystem nicht.


Schutzimpfung

Für Geflügel werden heute auch Impfstoffe gegen Kokzidiose angeboten und mit gutem Erfolg eingesetzt. Solange jedoch keine spezifisch auf die beim Kaninchen vorkommenden Eimerienarten wirkenden Vakzine erhältlich sind, ist ein Schutzimpfung für diese Tierart nicht möglich.

 


Fazit

Die Gefahr eines Kokzidioseausbruchs in einem Kaninchenbestand kann mit geeigneten hygienischen und haltungstechnischen Massnahmen sowie tiergerechtem Futter, das die Bildung einer natürlichen Immunität unterstützt, wesentlich gemildert werden.

 

Kokzidiostatika, sachgerecht eingesetzt sind eine zusätzliche Hilfe, so dass die Notwendigkeit zu therapeutischen Mitteln greifen zu müssen die Ausnahme darstellt.