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Kaninchen Kokzidiose
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Worum gehts ?
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Kokzidiose ist in der Kaninchenhaltung ein ständiges Thema.
Anlass zu Besorgnis geben vorallem die vermehrt zu beobachtende Resistenz
gegen
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Sulfonamide bei der Therapie und die Frage, wie der Kaninchenhalter
seine Tiere wirksam gegen Verluste durch Kokzidiose schützen kann.
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Kokzidienbefall ist nicht gleich Kokzidiose
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Die beim Kaninchen potenziell pathogenen Kokzidien können
häufig in der Einstreu, im Kot oder im Darm der Tiere nachgewiesen werden,
ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Erst wenn das Gleichgewicht
zwischen
der Zahl der Kokzidien (dem Infektionsdruck) und der Widerstandskraft
des Tieres (dem Immunsystem) gestört ist kommt es zu Schwächungen des
Organismus, die im Extremfall mit dem Tode enden. Es gilt also, einerseits
die Kokzidien in Schach zu halten und andererseits die natürlichen Abwehrmechanismen
des Tieres zu unterstützen.
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Hygienische Massnahmen und Haltung
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Regelmässige Reinigung der Käfige oder Buchten mit nachfolgender
Desinfektion mit geeigneten Mitteln hilft, die Zahl der Kokzidienoozysten
tief zu halten und deren Vermehrung zu unterbinden. Dazu gehört auch das
systematische Wechseln der Einstreu und der Reinigung der Futter- und
Trinkgefässe sowie die Überwachung des Stallklimas (Feuchtigkeit, Ammoniak).
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Neue Tiere bringen generell die Gefahr der Einschleppung
von Krankheitserregern. Es empfiehlt sich deshalb, solche Tiere einige
Wochen in Quarantäne zu halten und in dieser Zeit genau zu beobachten.
Überbelegung der Käfige führt zu Stress und ist als solcher ein krankheitsauslösender
Faktor.
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Immunsystem: im Gleichgewicht zur Umgebung
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Ein gut funktionierendes Immunsystem ist die beste Garantie
für die Gesundheit der Kaninchen. Wir können dies unterstützen, indem
wir neben den erwähnten hygienischen Massnahmen auch darauf achten, den
Tieren Futter vorzusetzen, das ihren Bedürfnissen entspricht, d.h. die
artspezifischen Anforderungen bezüglich Nährstoffversorgung und Rohstoffauswahl
erfüllt. Als weitere Massnahme zur positiven Beeinflussung der Darmflora,
Unterstützung der erwünschten und Unterdrückung der unerwünschten Keime
hat sich der Einsatz von Milchsäurebakterien und von Oligo-Sachariden
bewährt.
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Antikokzidia
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Vorbeugend eingesetzte Futterzusätze gegen Kokzidiose sind
in vielen Fällen als Unterstützung der oben beschriebenen Massnahmen sinnvoll.
In der Praxis werden die meisten Kaninchenmast- und Zuchtfutter
bereits mit solchen Zusätzen versehen. Diese Zusätze gehören nicht zu
den antimikrobiellen Leistungsförderen, deren Gebrauch in der Schweiz
seit 1.7.99 nicht mehr zulässig ist. Als Antikokzidia sind für Kaninchen
Metichlorpindol, Robenidin und Salinomycin zugelassen.
Die Auswahl ist also, im Gegensatz zum Geflügel, wo eine
weite Palette zur Verfügung steht, beschränkt, was Nachteile mit sich
bringt.
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So muss man davon ausgehen, dass sich vor allem bei den
chemisch wirkenden Antikokzidia Metichlorpindol und Robenidin mit längerer
Einsatzdauer auch Resistenzen bilden können. Diese Gefahr ist bei den
ionophoren Kokzidiostatika (Salinomycin) weniger gross.
Der vorbeugende Einsatz von Kokzidiosemitteln in der vom
Gesetzgeber erlaubten Dosierung beeinträchtigt die Bildung von Antikörpern
im Immunsystem nicht.
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Schutzimpfung
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Für Geflügel werden heute auch Impfstoffe gegen Kokzidiose
angeboten und mit gutem Erfolg eingesetzt. Solange jedoch keine spezifisch
auf die beim Kaninchen vorkommenden Eimerienarten wirkenden Vakzine erhältlich
sind, ist ein Schutzimpfung für diese Tierart nicht möglich.
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Fazit
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Die Gefahr eines Kokzidioseausbruchs in einem Kaninchenbestand
kann mit geeigneten hygienischen und haltungstechnischen Massnahmen sowie
tiergerechtem Futter, das die Bildung einer natürlichen Immunität unterstützt,
wesentlich gemildert werden.
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Kokzidiostatika, sachgerecht eingesetzt sind eine zusätzliche
Hilfe, so dass die Notwendigkeit zu therapeutischen Mitteln greifen zu
müssen die Ausnahme darstellt.
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