Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Alles zur Haltung, Pflege, Ernährung, Krankheiten und Anschaffung von Kaninchen

Moderatoren: bunnymami, Ira, XScars, Moderator, Moderator2

Flummi
0 Hasis
0 Hasis
Beiträge: 27
Registriert: 19.03.05 - 12:10:04
Wohnort: Kassel
Gender: None specified

Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Flummi » 02.12.17 - 15:01:42

Hi,
ich hatte im August einen neuen Rammler für meine beiden Häsinnen geholt. Hades war da schon irgendwie auffällig. Er war vorher lange im Tierheim und da laut Aussage der Pfleger auch immer krank, bzw. halbtot als er gefunden wurde. Er hatte eine leichte Gangbehinderung und ständig einen nassen Hintern. Die Zusammenführung lief dann aber erstmal gut und sie lebten eine Weile friedlich zusammen. Hades war da auch der Chef. Da ging es ihm auch gesundheitlich gut.

Vor ca. 2 Monaten gab es dann einen großen Streit. Die dominantere Häsin hatte Hades gebissen. Ergebnis: 2 Abszesse die noch nicht ganz weg sind, sodass ich seit 3 Wochen alle 2 Tage zum Tierarzt muss.

Seit diesem Streit vor 2 Monaten sitzt Hades fast nur in seinem Häuschen. Da sich auch sein Gangbild und das Urinproblem verschlimmerte hatte war ich auch da beim Tierarzt. Ergebnis: E.C. mit Schädigung der Nieren. Auch da ist er derzeit noch in Behandlung, bislang ohne Erfolg, aber der Tierarzt ist wohl auch nicht der beste. Aber da ich bei ihm noch wegen den Abszessen in Behandlung bin will ich auch nicht mitten in der Behandlung den Tierarzt wechseln. Muss ja auch erstmal die Rechnung abwarten.... Allerdings denke ich, dass er eben auch nicht erst seit gestern E.C. hat, sondern schon vor seinem Tierheimaufenthalt daran erkrankte.

Er frisst zwar gut und gerne, aber so wirklich traut er sich eben nicht aus seinem Häuschen raus, höchstens mal um sich eine Möhre zu holen. Er hat Angst vor der Häsin und sie jagt ihn auch öfters mal weg, aber meiner Meinung nach auch nicht so schlimm, dass man sich jetzt seit 2 Monaten in sein Häuschen verkrümeln müsste... Also aus meiner Sicht ist Hades da doch extrem nachtragend und empfindlich. Im Außengehege war er jetzt auch seit Wochen nicht, obwohl ich 2 Außengehege habe und das eine praktisch nie von den Weibchen genutzt wird. Da hätte er also seine Ruhe.
Vielleicht findet er es aber auch einfach nur doof, dass ich ihn täglich für die Medikamente einfange und alle 2 Tage zum Tierarzt gehe wegen den Abszessen?

Er kann jedenfalls so noch ziemlich gut laufen und scheint auch keine Schmerzen zu haben. Er frisst ja auch ordentlich. Also ich denke nicht, dass das jetzt der Grund ist wieso er nicht aus seinem Schneckenhaus raus kommt.

Das kann ja nun keine Dauerlösung sein, dass Hades jetzt sein restliches Leben im Häuschen verbringt.

Was soll ich jetzt mit ihm anstellen?

LG

Rakete
4 Hasis
4 Hasis
Beiträge: 3418
Registriert: 30.08.06 - 16:53:55
Wohnort: Schweiz (Dübendorf ZH)
Gender: Female
Kontaktdaten:

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Rakete » 02.12.17 - 16:35:03

Tja, gute Frage...

Ich habe auch erst diesen Herbst gelernt bei einem Übernahmetier (10 jährig), dass die nachziehende Hinterläufe, Blindheit starkes Untergewicht und Inkontinenz die Folge eines langsamen, chronischen Verlaufes von EC ist. Ihm ging es dann nach 2 Wochen plötzlich so rapide schlecht (Stress durch VG erst nach 2 Wochen, WohungsWechsel), dass er einen akuten Schub hatte und ich ihn innert 1 Woche erlösen musste. Sein EC war schon sehr weit fortgeschritten.

Du musst einfach Bedenken, dass die schleppende VG auch auf die Dauer enormer Stress bedeutet und EC natürlich weiter fördert.... und es sich wie in meinem Fall, von heute auf morgen rapide verschlechtern kann.

Also ideal ist der Zustand sicherlich nicht. Jagt sie ihn den noch viel? Hat er einen Grund sich zu ängstigen? Bei Aussenhaltung kriegt man ja auch nicht so viel mit, erst recht nicht im Winter... ich habe in Vergangenheit auch schon eine Situation deswegen falsch eingeschätzt, denn immer wenn ich gerade bei den Kaninchen war, habe ich nie was gesehen. Aber die meiste Zeit des Tages war ich ja nicht dort... mir ist plötzlich aufgefallen, dass die Gemobbte immer im Stehen einschlief und ihr die Augen zufielen. Eben weil sie sonst gar nie zur Ruhe kam.

Wenn er sich verkriecht, dann wird er aus seiner Sicht schon einen Grund haben, wieso er das tut.

Kriegt er jetzt Panacur? Meine TÄ hat gesagt, wenn bei den langsamen Verläufen, die schon weit fortgeschritten sind, wirkt das Panacur kaum. Aber ich würde trotzdem behandeln (sofern es ihn nicht zu sehr stresst!), Panacur kann man auch als Dauergabe anwenden.

Also ich würde wahrscheinlich nach einer anderen Lösung für die Beiden suchen, eben auch aus dem Grund, weil er doch stärker durch EC beeinträchtigt ist. Wenn es die Niere befällt, dann ist es naht das Ende sowieso unweigerlich. Es ist von außen eh nicht zu beuurteilen, wie stark die Niere bereits zerstört ist. Aber eine lange Lebensdauer hat er bestimmt nicht, erst recht nicht, wenn die Situation mit der Häsin so verfahren ist. Bei Stress geht also ziemlich schnell.... wenn er gesund wäre, hätte ich es sicherlich mit Beiden noch weiter probiert....Ich meine natürlich nicht, dass er alleine bleiben soll, es wäre schon schön, wenn er die kurze Zeit noch einigermaßen glücklich und ohne große Schmerzen verbringen könnte.

PS: wie lange sind sie denn nun wirklich zusammen? Ich habe da wohl falsch verstanden, nämlich 2 Monate. Aber das war ja nach dem Streit... wie ging es denn vorher?

Flummi
0 Hasis
0 Hasis
Beiträge: 27
Registriert: 19.03.05 - 12:10:04
Wohnort: Kassel
Gender: None specified

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Flummi » 02.12.17 - 17:33:01

Jagt sie ihn den noch viel? Hat er einen Grund sich zu ängstigen?


Nein beides nicht. Nur beim Füttern merke ich das, dass sie ihn öfters mal anknurrt.

Panacur kriegt er nicht. Dazu ist es laut Tierarzt schon zu spät.

Sie sind seit Ende August zusammen. Vor dem Streit war er der Chef und alles war super.

kidel
3 Hasis
3 Hasis
Beiträge: 2960
Registriert: 25.06.06 - 10:32:01
Wohnort: Duisburg
Gender: None specified

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon kidel » 02.12.17 - 18:37:08

Ich würde ihn von einem kaninchenerfahrenen Tierarzt untersuchen lassen und die komplette EC Behandlung durchziehen.

http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit ... -cuniculi/

Kranke Kaninchen ziehen sich häufig zurück. Das ist ein Anzeichen, dass es ihm nicht gut geht.

Wünsche dem Kleinen gute Besserung.
Es grüßen Kirsten und die Bullininchen
Bild
Somewhere over the rainbow: Lausepummel 03.07 bis 12.09.09 / Benzo 01.04.2005 bis 28.03.2010 / Prinzessin Leonie 31.03.2006 bis 24.06.2013 / Schoko 10.2011 bis 12.03.2014
Vielen lieben Dank SimbaLaila für die schöne Signa!

Flummi
0 Hasis
0 Hasis
Beiträge: 27
Registriert: 19.03.05 - 12:10:04
Wohnort: Kassel
Gender: None specified

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Flummi » 03.12.17 - 15:08:47

Das kann jetzt auch nicht die Lösung sein ständig zu anderen Tierärzten zu rennen, die Behandlung nach kurzer Zeit abzubrechen, dann eine neue Behandlung für ein paar Tage anzufangen und dann wieder zu einem anderen Tierarzt zu rennen.
Ich denke dem Kaninchen reicht es auch vollkommen aus, dass er alle 2 Tage wegen dem Abszess zum Tierarzt muss. Und ich sehe es auch so: Wenn das Kaninchen womöglich schon seit Jahren mit E.C. lebt dann helfen Panacur, Antibiotika und Cortison auch nicht mehr.

Zudem geht es ihm ja körperlich auch nicht schlecht. Er ist munter, frisst gut und kann soweit auch gut laufen. Dass eine andere Behandlung nun dazu führt, dass er wieder häufiger aus seinem Häuschen raus kommt wage ich da doch zu bezweifeln.

Rakete
4 Hasis
4 Hasis
Beiträge: 3418
Registriert: 30.08.06 - 16:53:55
Wohnort: Schweiz (Dübendorf ZH)
Gender: Female
Kontaktdaten:

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Rakete » 04.12.17 - 07:23:21

Bei den weit fortgeschrittenen, chronischen Verläufen hilft Panacur tatsächlich nicht mehr. Der Parasit hat da schon Zuviel im Hirn und ZNS zerstört.... vielleicht höchstens dann noch, sollte er einen akuten, schlimmen Schub haben, das kann ich nicht beurteilen. Dann ist es aber vielleicht eh schon zu spät.

Übrigens hat mein Liebling seit knapp halben Jahr ab und zu mal Gleichgewichtsstörungen beim Putzen nebst anderen Problemen (Durchfall, Milben, Hefen). Sein EC- Titer war bis anhin negativ, trotzdem behandle ich jetzt für 2 Wochen mal prophylaktisch, weil ich eben einen solchen langsamen Verlauf rechtzeitig verhindern will. Seitdem habe ich nur einmal eine leichte Gleichgewichssttörung im Ansatz gesehen. Entweder ist das Zufall oder er spricht tatsächlich auf die Behandlung an.

Tillit
5 Hasis
5 Hasis
Beiträge: 7632
Registriert: 11.05.05 - 00:13:30
Wohnort: Kullo Chat: tillit#kullo.net
Gender: None specified

Re: Krankes Kaninchen wird gemobbt / zieht sich zurück

Beitragvon Tillit » 04.12.17 - 23:56:08

Ich sehe das anders.
Auch wenn es schon weit fortgeschritten/alt ist: Panacur, AB und Vit B drücken akute Vermehrungsschübe trotzdem runter. Muss ja nicht immer noch mehr werden. Mit dem Ist Zustand kommt er vielleicht gerade noch klar, aber der Stress raubt Vitamin B, lässt die Schädlinge schneller/mehr wachsen wenn sie nicht eingedämmt werden, und dann kann alles kippen. Die Behandlung ist jetzt auch nicht so aufwendig, dass man das nicht leisten kann. Ich bin mir sicher, dass ihm das eine leichte Besserung und vor allem Erleichterung gibt.
Bitte volle Behandlung über 4 Wochen machen. AB kann nach frühestens 2 Wochen beendet werden. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Doxycyclin Tabletten zermörsert in Banane gemacht. Da wurde ich geliebt :mrgreen:

Vor allem habe ich das Partnertier immer prophylaktisch mitbehandelt. Das hat sich auf die Jahre bewährt. Meine ECler wurden 11,3 und 11,8 Jahre alt. Die letzte Dame ist jetzt fast 8 und hatte nie einen Anfall weil sie immer mitbehandelt wurde und auch jetzt gibt es 1-2 x im Jahr 4 Wochen Panacur Prophylaxe. Es schadet nicht, verhindert aber Ausbrüche bei Tieren die angesteckt sind (Urin/Kot die Ansteckung ist obligat). Nur bei Tieren die jünger als 3 Monate sind, muss man wg. der noch nicht gut ausgebildete Darmschleimhaut aufpassen.

Für die Hakeleien und Ängste könntest du allen eine Woche lang Rescue Bachblüten von Nelson ins Wasser rein geben. 3 Tropfen für max 250 ml mit 3 x tägl. Wasserwechsel. Muss nicht ausgetrunken werden. Etwas zeitl. Abstand zu den Medis lassen.

Alles Gute
Interesse an Bach-Blütenberatung? Bitte per PN
Zufrieden? Guck mal hier:*Klick*

Bild
ca. 2005-2011+++ 02.05.1998-19.08.2009 +Momo 04-12, +Compi 04-12 Jimmy *19.03.05 +21.11.16 Gracie *15.01.2010
Danke AndreaP für die neue Sig :) Meine Foto Galerie *Klick*


Zurück zu „Kaninchenforum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste